Hier finden Sie eine Reihe an Projekten und studentischen Initiativen, ehrenamtliches Engagement und Programme, mit denen Flüchtlinge vonseiten der HFU unterstützt und integriert werden.

Arbeitskreis Flüchtlinge

Im Wintersemester 2015/2016 wurde an der HFU ein Arbeitskreis Flüchtlinge gegründet, der sich mit Fragen zum Zugang zur Hochschule studierwilliger Flüchtlinge und deren Integration beschäftigt. 

VorsitzProf. Dr. Edgar Jäger      Prorektor für Lehre und Studium, Qualitätsmanagement, Alumni
Mitglieder  

Helga Fleig
Andrew McDouall
Brigitte Minderlein
Jutta Neumann
Klaus Rimbrecht
Dr. Stefanie Scherr
Dr. Heike Stengel 

Studentische Abteilung
Language Center
International Center
Öffentlichkeitsarbeit
Studentische Abteilung
Global Services
Fakultät Wirtschaft

Web-Plattform www.SharityOnline.de

HFU-Projektteam SharityOnline

Studierende aus dem Studiengang eBusiness (Wirtschaftsnetze) an der Fakultät Wirtschaftsinformatik haben im Rahmen der Unterrichtsveranstaltung "Business Projekt" von Prof. Dr. Rawe ein Projekt vorgeschlagen, konzipiert und realisiert: Sie haben das Portal www.SharityOnline.de entwickelt. 

Es handelt sich um eine Web-Plattform, die gemeinnützige Organisationen und freiwillige Helfer zusammenführt, um Flüchtlinge bei ihrer Integration in Deutschland zu unterstützen. SharityOnline.de ist das erste Portal seiner Art in Deutschland, das Organisationen und Helfern die Möglichkeit bietet sich zu vernetzen.

Es muss jedoch erst noch bekannt gemacht werden, damit es wirklich einen Nutzen stiften kann. Beim Elevator Pitch des Landes Baden-Württemberg (hier das YouTube-Video) hat es mit großem Abstand den Publikumspreis gewonnen. Aktuell melden sich erste freiwillige Helfer und gemeinnützige Organisationen auf dem Portal an. Die gemeinnützigen Organisationen, wie z.B. Deutsches Rotes Kreuz, schreiben dort Aufgaben und Gesuche aus, damit sich freiwillige Helfer darauf gezielt melden können. Das reicht von Kleiderspenden über Begleitung bei Behördengängen, Deutschunterricht bis hin zu gemeinsamer Freizeitgestaltung. Die Kommunikation zwischen registrierten Helfern und Organisationen findet direkt auf dem Portal statt.

Fünf Studierende bilden den Vorstand, tragen unternehmerische Verantwortung und vertreten das Portal und Unternehmen in der Rechtsform eines eingetragenen, gemeinnützigen Vereins. SharityOnline e.V. finanziert sich ausschließlich durch Spenden: www.sharityonline.de/donation

Das erste Startkapital haben die Studierenden durch den Verkauf von Kuchen und Waffeln eingenommen. Mit der SAP AG konnte erstmals ein Unternehmen als Spender gewonnen werden, und das Portal weiteren Funktionstests unterzogen werden. Mittlerweile verfügt der Verein über ausreichend Kapital, um Werbemaßnahmen in Baden-Württemberg und Deutschland durchzuführen. Aktuell haben sich über 150 freiwillige Helfer und 8 Organisationen auf dem Portal registriert.

Deutsch-Nachhilfe für Flüchtlinge

Deutsch-Nachhilfe für Flüchtlinge
Projektteam Deutsch-Nachhilfe für Flüchtlinge und Übersetzer

"Als Teil unseres Studiums muss im dritten Semester ein Projekt unserer Wahl geplant und anschließend im vierten Semester ausgeführt werden. Wir entschieden uns dazu, etwas Sinnvolles aus dieser Aufgabe zu machen. Daher wollten wir den Flüchtlingen in Schwenningen Unterstützung in Deutsch geben, um eine schnellstmögliche Integration zu ermöglichen.

Die Anfänge gestalteten sich ein wenig schwierig, da wir keinerlei Kontaktdaten der Flüchtlinge hatten. Nach mehrmaligen Besuchen in den Flüchtlingsunterkünften und direktem Kontakt sowie zahlreichen Treffen mit ihren Betreuern kam das Ganze endlich ins Rollen. Wir informierten die Flüchtlinge mithilfe von Übersetzern, Händen und Füßen über unser Vorhaben und das Interesse schien groß!  Auf der anderen Seite war es sehr einfach freiwillige Nachhilfelehrer zu finden. An dieser Stelle: Unsere HFU-Studenten sind äußerst engagiert! Trotz hohem Interesse erschienen zu unserer ersten  Nachhilfestunde nur zwölf Flüchtlinge und etwa 18 Freiwillige (insgesamt haben wir mittlerweile ca. 40 Freiwillige, die abwechselnd ein Mal in der Woche kommen). Unsere Schüler bekamen alle ihren eigenen Nachhilfelehrer/in zugewiesen (in manchen Fällen mussten sie eine/n teilen). Wir waren sehr besorgt, da wir mehr Leute erwartet hatten.

Nach einer Woche löste sich diese Besorgnis allerdings in Luft auf, da immer mehr und mehr Flüchtlinge kamen. Innerhalb weniger Wochen schafften wir es, die Anzahl der Teilnehmer auf der Seite der Flüchtlinge zu verdoppeln und sogar zu verdreifachen. Doch was genau machten die Leute 1-1,5 Stunden lang? Es wurde fleißig der Akkusativ erklärt, die Kommunikationsfähigkeiten verbessert  und nebenbei auch Spaß gehabt. Unsere Freiwilligen mussten super flexibel sein. Da nicht immer genau dieselben Flüchtlinge erschienen, mussten sich einige spontan auf einen Schüler einlassen. Verschiedene Schüler bedeuten auch verschiedene Deutschkenntnisse.

Bisher war das Projekt ein voller Erfolg! Nicht nur die steigenden Mitgliederzahlen, sondern auch die positive Energie und die glücklichen Gesichter während jeder Session sprechen für sich. An dieser Stelle danke nochmals an alle, die daran beteiligt waren! Würden wir das Projekt wieder machen? Ja, jederzeit."

Bericht von vier Studierenden des Studiengangs International Business Management: Anna Schroo, Rutendo Motsi, Anupong Tumjanda, Jeounggu Shim

HFU Refugee Buddy

"Alles fing an mit der Suche nach einem Projekt für unser Fach „Project Management". Aufgrund der aktuellen Flüchtlingslage und der doch sehr einseitigen Berichterstattung der Medien, war uns, das sind fünf Studierende des Studiengangs Internationale Business Management, sehr schnell klar, dass unser Projekt den Flüchtlingen und Studenten gewidmet werden soll. Das Ziel war aktiv zu einer besseren Integration der Flüchtlinge beizutragen und gleichzeitig den Studenten der HFU eine Möglichkeit zu geben die Perspektive eines Flüchtlings kennenzulernen.

Dafür haben wir das „HFU Refugee Buddy Project“ ins Leben gerufen. Ähnlich wie beim bereits existierenden Buddy Projekt bekommen die teilnehmenden Studenten bei erfolgreicher Teilnahme ein offizielles Zertifikat, welches ihr soziales Engagement bescheinigt. Mitmachen konnte jeder, unabhängig von Fakultät, Studiengang oder Sprachkenntnissen, der bereit war sich mindestens vier Mal mit dem zugeteilten Buddy zu treffen. Zunächst war das Projekt nur für die Teilnahme von erwachsenen Flüchtlingen gedacht. In Zusammenarbeit mit der örtlichen Sozialstation und der verantwortlichen Sozialarbeiterin entschieden wir uns auch Flüchtlingskinder mit in das Projekt einzubeziehen. So hatten wir gleich zu Beginn die wichtigste Lektion gelernt in der Zusammenarbeit mit Flüchtlingen: flexibel sein, um auf ihre Bedürfnisse eingehen zu können.

Anstatt aus zwei, besteht das Projekt jetzt also aus drei Gruppen: Frauen, Männer und Kinder. Bevor die Buddies zugeteilt wurden, haben wir einen kleinen Vorbereitungsabend für die insgesamt 37 teilnehmenden Studenten organisiert. Dabei erhielten sie Informationen über die Hintergründe der sogenannten „Flüchtlingskrise“, die momentane Situation und die Rechte eines Flüchtlings. Da wir das Glück hatten eine Teilnehmerin mit Arabischkenntnissen zu haben, erhielten die restlichen Teilnehmer auch gleich noch einen Crash-Kurs in Arabisch. Um jegliche Probleme zu vermeiden und um eine bessere Basis für gleiche Interessen zu schaffen, erhielten weibliche Flüchtlinge nur weibliche Studenten als Buddies und männliche Studenten nur männliche Flüchtlinge.

Nachdem der Kontakt zu den Flüchtlingen hergestellt war, liegt es nun an den Studenten und ihren Buddies dieses Projekt zu nutzen um die jeweils fremde Kultur kennenzulernen und vielleicht sogar eine Freundschaft fürs Leben zu knüpfen. 

Leo Weißer, einer unserer Teilnehmer, sagt dazu: „Mein Buddy Muaz und ich haben uns von Anfang an super verstanden. Obwohl er noch gar nicht lange hier ist, können wir uns mittlerweile sogar auf Deutsch unterhalten. Für mich ist es besonders interessant, wenn er von Deutschland aus seiner Perspektive berichtet. Ich habe mich entschlossen an dem Programm teilzunehmen, da ich mir ein persönliches Bild zur angeprangerten „Flüchtlingskrise“ machen wollte.“

Wir hoffen sehr, dass unser Projekt entweder ehrenamtlich oder von einer anderen Projektgruppe weitergeführt wird. Zum Schluss möchten wir allen ein Zitat von Leos Buddy Muaz mit auf den Weg geben: „Niemand verlässt gerne für immer sein Heimatland.""

Bericht von fünf Studierenden des Studiengangs International Business Management

Internationales Frauenfrühstück

HFU-Projektteam
Teilnehmerinnen des Internationalen Frauenfrühstücks

Am 7. Mai 2016 fand im Mauritius in Schwenningen ein internationales Frauenfrühstück mit Flüchtlingsfrauen und deutschen Frauen statt. Das Frauenfrühstück wurde von drei Studentinnen des Studiengangs Internationale Betriebswirtschaft, Dajana Kopelmann, Elena Pinzon und Kerstin Frick, im Rahmen ihres Projektmanagementkurses veranstaltet.

Ziel des Frühstücks war die Förderung der Integration von Flüchtlingsfrauen mit einheimischen Frauen und die Kulturen vorzustellen. Insgesamt haben 45 Personen an dem Frühstück teilgenommen. Zur Auswahl stand deutsches sowie arabisches Essen, welches gemeinsam mit einer Flüchtlingsfrau eingekauft und zubereitet wurde. Ein syrischer Gitarrist spielte syrische Lieder und erklärte deren Bedeutung. Dazu wurde gesungen und einige Frauen haben getanzt. Ebenfalls gab es eine Tombola, bei der drei Frauen Geschenke gewonnen haben.

Das Mauritius, Sultan Kebap, Ali Baba Kebap, Kebap House und Herr Hofmann von der Evangelisch-Methodistischen Kirche haben das Projekt finanziert und das Mauritius hat zugleich die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt. Insgesamt war das Event ein voller Erfolg und eine tolle Erfahrung für das komplette Projektteam sowie für die Teilnehmerinnen.

Sprachkurse der HFU zur Studienvorbereitung

HFU-Deutsch-Sprachkurse für Flüchtlinge
Seit dem Sommersemester 2016 bietet die Agentur für Arbeit Villingen-Schwenningen/Rottweil in Kooperation mit dem Language Center der HFU studienvorbereitende Sprachkurse für Flüchtlinge an. Studierwillige Flüchtlinge werden in diesem Kurs vom Ausgangs-Sprachniveau B1 bzw. B2 bis zu dem für ein Studium nötigen Niveau C1 geführt.

  • Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen werden von der Agentur für Arbeit vorgeschlagen.
  • Deutschkenntnisse auf dem Niveau B1 bzw. B2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) sind Voraussetzung für die Teilnahme an dem Kurs.
  • Der Kurs findet in den Räumlichkeiten der Agentur für Arbeit in der Lantwattenstraße in Villingen statt.
  • Bei Abschluss des Kurses können die Teilnehmer und Teilnehmerinnen die TestDaF-Prüfung an der HFU ablegen.

Bei Erreichen der erforderlichen Niveaus C1 erfüllen sie die sprachlichen Voraussetzungen für die Zulassung zum Studium an deutschen Hochschulen.

Ansprechpersonen:

Für anerkannte Flüchtlinge (jeweils nach Wohnort):

Für Asylbewerber, Personen mit einer Duldung:

Sprachtest onSET für Flüchtlinge
Möchten Sie vorab Ihr Sprachlevel testen? Das TestDaF-Institut bietet kostenlos den Sprachtest onSET für Flüchtlinge für die Sprachen Deutsch und Englisch an. Der Online-Test ermittelt den Sprachstand und kann jederzeit selbstständig von jedem Computer mit Internetanschluss abgelegt werden. Er bietet studieninteressierten Deutsch- und Englisch-Lernenden die Möglichkeit, ihre Sprachkenntnisse schnell und zuverlässig einzustufen. So können Flüchtlinge den passenden Sprachkurs belegen, der sie auf ein Studium in Deutschland vorbereitet. Informationen über Testversionen, Registrierung, Teilnahmevoraussetzungen und Zugang zu den Tests finden Sie auf der Webseite refugees.onset.de.

Wahlpflichtveranstaltung „HFU für Flüchtlinge“

Um zu unterstreichen, dass die Hochschule Furtwangen sich solidarisch mit Flüchtlingen zeigt, wurde die Pilot-Wahlpflichtveranstaltung „HFU für Flüchtlinge“ von Professoren und Akademischen Mitarbeitern verschiedenster Fakultäten ins Leben gerufen. Mit experimentellem Charakter sollten Lösungen für Flüchtlingsprobleme konzipiert werden. Was macht ein Mensch, wenn er sein Studium in seinem Heimatland wegen der Flucht abbrechen musste? Diesen und andere Fragen stellten sich die einzelnen Gruppen der WPV.

Einen Beitrag von GLFtv finden Sie hier: glftv.de/sendungsbeitrag/hfu-fuer-fluechtlinge/

Hochbeet-Bau

Projektteam Hochbeet auf der Möglingshöhe

Wie man für den eigenen Bedarf Kräuter und Gemüse anbaut, indem man ein Hochbeet errichtet, brachten die BWL-Studentinnen Jessica Kompalla, Lisa Schandelmeyer und Sabrina Gantert Flüchtlingen aus Gambia bei, die in Maria Thann wohnen. Gebaut wurden die Beete mit Hilfe eines ehrenamtlichen Bürgermentors.

Es entstand zunächst ein Hochbeet in Maria Thann, danach eines für die Senioren im "Haus der Betreuung und Pflege" am Deutenberg in Schwenningen und dann ein weiteres in der Nähe des Umweltzentrums auf der Möglingshöhe in Schwenningen.

Eine Pressemitteilung zu dem Projekt auf der Möglingshöhe finden Sie hier.