Staatssekretärin informiert sich über HFU-Projekte

Die Mitglieder der studentischen Projektgruppe, Lesley Haberer, Annica Bauer und Tanja Mostovic, mit (links) Prof. Dr. Stefan Selke und (rechts) Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch und VHS-Leiterin Karin Kretschmer.

Vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz kam Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch an die Hochschule Furtwangen, um sich über das Forschungsprojekt „Digitales Wälderleben – Internet kennt kein Alter“ wie auch Projekte zur Mobilität im ländlichen Raum zu informieren.

„Das Internet ist längst für alle Altersklassen von großer Bedeutung. Dennoch sind die Jüngeren immer noch stärker im Netz aktiv als ältere Menschen. Es ist daher wichtig, dass die Hochschulen im Land zur Teilhabe von Seniorinnen und Senioren an der digitalen Welt forschen“, sagte Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch. „Gerade die ältere Bevölkerung bekommt zu spüren, dass technische und mediale Neuerungen das Leben unübersichtlicher machen können. Anglizismen und fehlende Erfahrung mit digitalen Anwendungen erschweren Verbrauchersouveränität und einen selbstbewussten Umgang mit diesen Angeboten“, sagte die Staatssekretärin. Daher sei es wichtig zu wissen, wo Barrieren für ältere Verbraucherinnen und Verbraucher bestünden und wie sie gezielt abgebaut werden könnten. Wissenschaftlich basierte Ergebnisse seien daher für die Politik ein wichtiger Indikator.

Genau diese wissenschaftliche Aufarbeitung wird das laufende Projekt ‚Digitales Wälderleben – Internet kennt kein Alter‘ liefern, erklärte der Projektleiter an der Hochschule Furtwangen, Professor Dr. Stefan Selke. Darüber hinaus werde das Projekt exemplarisch aufzeigen, wie Verbrauchersouveränität von Seniorinnen und Senioren in der digitalen Welt nachhaltig gesteigert werden könne. Damit könnten die Ergebnisse der Studie unmittelbar für die verbraucherpolitische Arbeit herangezogen werden, so Selke.

Hierzu wird an der Volkshochschule Oberes Bregtal in Furtwangen eine Lernumgebung „Computer und Internet“ getestet. Projektpartner sind neben der Volkshochschule auch die „Silver Surfer“-Initiative Rheinland-Pfalz und das Netzwerk für Senioren-Internet-Initiativen BW. Neben dem Umgang mit Tablet-PCs oder Unterschieden von Betriebssystemen geht es auch um Themen wie die technische Basis des Internets, Softwarepiraterie und Datenschutz. Ein angstfreier, selbständiger und unabhängiger Technikeinsatz ist das Ziel.

Hintergrund
Das Verbraucherministerium fördert das einjährige Projekt ‚Internet kennt kein Alter – Digitales Wälderleben‘ an der Hochschule Furtwangen mit insgesamt 48.328 Euro. Gegen Ende des Jahres wird der Abschlussbericht erwartet.

Der Begriff ‚Wälderleben‘ bezieht sich auf die vor Ort geläufige Selbstzuschreibung der Bürgerinnen und Bürger als ‚Wälder‘ – Kurzform für Schwarzwälder – und verweist auf einen Kern intensiver regionaler Identität. Das Projekt soll die Potentiale im Bereich Verbraucherschutz und Digitalisierung aufzeigen. Ziel ist es, die Erfahrungen und Ergebnisse zu verallgemeinern und auf vergleichbare Orte und Kontexte zu übertragen. Das Projekt erfolgte in Zusammenarbeit mit den bestehenden Kursen der Volkshochschule Oberes Bregtal.

Nachhaltige Mobiliät
Prof. Dr. Anton Karle erläuterte der Staatssekretärin, vor welche besonderen Herausforderungen Mobiltät im ländlichen Raum gestellt ist - insbesondere in Furtwangen, wo es zwar eine Bahnhofsstraße aber längst keinen Bahnhof mehr gibt. Als Hochschule mit drei Standorten seien Dienstfahrten zwischen den drei Campus ein nicht zu vernachlässigendes Thema. Eine Mitfahr-App ist in Vorbereitung, ein e-Fahrzeug für den internen Postverkehr befindet sich in der Erprobungsphase, die Nutzung von e-Bikes und e-Fahrzeugen ist geplant.