Studienprojekte, Praxis- und Auslandssemester

Studienprojekte

Im Modul "Studienarbeit", das sich über zwei Semester erstreckt, sollen die Studierenden das bereits erlernte Fachwissen durch die Durchführung eines Praxisprojektes anwenden und umsetzen. Meist werden Fragestellungen mit externen Kooperationspartnern bearbeitet, was eine wertvolle Rückmeldung aus der "realen" Praxis für die Studierenden mit sich bringt.

  • Anwendung von Methoden des Projektmanagements 
  • Entwicklung und Bearbeitung von Forschungsfragen 
  • Anwendung wissenschaftlicher Arbeits- und Schreibtechniken
  • Eigenständige Organisation und Arbeit im Team
  • Kontaktaufnahme zu potenziellen Arbeitgebern

Projektbeispiele

Thematisch sind die Studienprojekte an den interdisziplinären Handlungsfeldern des Studiengangs ausgerichtet. Hier ein paar Projektbeispiele:

Inclusive Design - Die Küche fürs Leben

Das interdisziplinär angelegte Projekt wurde in Kooperation mit "Der Kreis Anja Schaible Stiftung Leonberg" und der Hochschule Wismar durchgeführt und fokussierte die Frage, wie Küchen in Reihenhäusern so gestaltet werden können, dass sie ressourcenschonend und nachhaltig für alle Lebensphasen genutzt werden können. Während sich die beteiligten Studierenden der Richtungen Design und Innenarchitektur aus Wismar mit der Gestaltung innovativer Konzepte und Techniken beschäftigten, hatten die Studierenden der HFU den Auftrag, typische Beeinträchtigung bei Behinderung, Krankheit und fortgeschrittenem Alter zu identifizieren. Die daraus entstandenen Analyseinstrumente sowie Personas und Szenarien dienten bei der Entwicklung der Musterküche zur Anpassung der technischen und konzeptionellen Entwürfe.

Besonders beeindruckend für die Studierenden war, dass die theoretisch erarbeiteten Konzepte zusammen mit Küchenhersteller in einer realen Musterküche auf der Küchenmesse "Living Kitchen" präsentiert werden konnten. Dort erhielt die AGW-Studiengruppe Gruppe unter der Leitung von Prof. Dr. König am 20. Januar 2015 zusammen mit Studierenden der Hochschule Wismar den Stiftungspreis 2014.

Weitere Informationen siehe: http://www.anja-schaible-stiftung.de/projekte/20142015/

Einsatzmöglichkeiten von mobilen Informationsgeräten in der onkologischen Jugendrehabilitation

In diesem Projekt untersucht eine Projektgruppe, wie sich Tabletcomputer und Smartphones mit geeigneten Anwendungen dazu nutzen lassen, die Versorgung von Jugendlichen mit kognitiven Problemen  in einer Rehabilitationsklinik zu verbessern. Gemeinsam mit den Akteuren vor Ort und betroffenen konzipieren und evaluieren sie Anwendungen zum kognitiven Training sowie Erinnerungs- und Orientierungshilfen zur Unterstützung im Alltag.

Gesundheitliche Versorgung von Migrantinnen und Migranten im Kinzigtal

Dass Menschen mit Migrationshintergrund einen schlechteren Zugang zum Gesundheitssystem aufweisen, bestätigen zahlreiche Studien. Da es sich bei der Zielgruppe um eine vulnerable Population handelt, die in Teilbereichen einen schlechten Gesundheitszustand aufweist, ist es wichtig, prioritäre Gesundheitsprobleme zu identifizieren und Lösungsstrategien zu entwickeln.

Mit Hilfe des Bottom-up-Ansatzes war es das Ziel, bedarfsgerechte Angebote für die Zielgruppe zu schaffen, um so bestehende Barrieren im Zugang zum Gesundheitssystem zu senken und die Gesundheitssituation der Migranten zu verbessern. Eine deutsch-türkische Informationsveranstaltung im Bereich Pflege  wurde im Rahmen des Projektes bereits umgesetzt: Weitere Maßnahmen könnten - im Fall der Weiterführung des Projektes - angestrebt werden.

Betriebliches Gesundheitsmanagement - Bedarfserhebung und Interventionskonzeption

Psychische, muskuloskeletale und kardiovaskuläre Erkrankungen sind häufige die Ursachen für einen erhöhten Krankenstand. Weitere negative Folgen für Unternehmen sind erhöhte Fluktuation bzw. Verlust an Produktivität und Leistungsfähigkeit durch Absentismus oder Präsentismus. Betriebliches Gesundheitsmanagement ist seit mehreren Jahren ein Thema mit steigender Relevanz für Unternehmen.

Während des Studienprojektes hat sich die Gruppe, in Kooperation mit einem Furtwanger Unternehmen, mit dem Bedarf an gesundheitsfördernden Maßnahmen in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) auseinander gesetzt. Mittels einer Bedarfserhebung und einem Kreativ-Workshop mit den Beschäftigten wurde dieser Fragestellung nachgegangen. Als Ergebnis wurden vier gesundheitsfördernde Maßnahmen erarbeitet, die über ein Potenzial verfügen, in diesem Unternehmen erfolgreich implementiert zu werden.

Praxissemester

Ziel des Praxissemesters ist es, dass die Studierenden die im Studium erworbenen Kenntnisse festigen, erweitern und in der praktischen Arbeit anwenden - z.B. durch Einbindung in ein Projekt. Die Studierenden sollen zudem konkrete Vorstellungen für den späteren Berufseinstieg entwickeln und Ideen für Themen einer praxisbezogenen Tesisarbeit gewinnen.

Lena Weilguni, Praxissemester bei Demenz Support Stuttgart

"Im Praxissemester habe ich meine Stärken und auch Schwächen besser kennengelernt, aber vor allem konnte ich meine beruflichen Interessen besser differenzieren"

Als Praktikantin bei Demenz Support Stuttgart hat Lena Weilguni hauptsächlich im KuKuK-Projekt (KunstKulturKreativität) mitgewirkt und war zum einen als Begleiterin von Menschen mit Demenz in Workshops mit Künstlern tätig, zum anderen hatte sie die Aufgabe, in Gesprächen mit Menschen mit kognitiven Veränderungen Texte für eine Rap-CD zu erstellen.

Interview mit Lena Weilguni im 'Making of' zum Rap-Video auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=5dNPzYX-4bo

Selina Eberhart, Praxissemester bei der HUGO BOSS AG

"Ich war Ansprechpartnerin für Fitnesstrainer, die Betriebsarztpraxis und Mitarbeiter, bei Fragen zum Thema Familie, Gesundheit und Fitness. Das Praktikum hat mich bestärkt, meine weitere Laufbahn im Bereich BGM fortzuführen"

Selina Eberhart war im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) tätig und konnte während des Praktikums bei der Organisation, Planung und Ausführung vieler Projekte und Angebote mitarbeiten, welche die Gesundheit der Mitarbeiter im Unternehmen erhalten und verbessern.

Senta Wahl, Praxissemester im Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg in Stuttgart

"Das Praktikum hat mich motiviert, weiterhin im Bereich der Gesundheitsförderung aktiv zu werden. Die eigenverantwortliche Arbeitsweise wird mir ebenso wie die tolle Atmosphäre in positiver Erinnerung bleiben."

Zu den Aufgaben von Senta Wahl gehörten eine umfangreiche Bestands- und Bedarfsanalyse zur aktuellen Wohn- und Lebenssituation von Seniorinnen und Senioren innerhalb einer Partnerkommune,  die Mitgestaltung des Newsletters „Infodienst Gesundheitsförderung“ sowie die Mitarbeit bei der Redaktion und dem Layout verschiedener Handlungsempfehlungen, die vom Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg veröffentlicht werden. Auch die Organisation von Veranstaltungen, Tagungen, Besprechungen oder Netzwerktreffen gehörte zu den Tätigkeiten.

Sarah Stempfle, Praxisssemster in der Universitätsklinik Freiburg

Sarah Stempfle absolvierte ihr Praxissemester in der Stabstelle "Qualität und Entwicklung in der Pflege" an der Universitätsklinik Freiburg und beschäftigte sich dort in einem kleinen Projekt mit dem Thema "Entlassmanagement". In einem Interview mit der Pflegezeitschrift des Springer-Verlags (Jg. 70, Heft 2/3) berichtet sie über ihre Erfahrungen: "Kommen Sie gut nach Hause"(PDF).

Auslandssemester

Für Studierende der Angewandten Gesundheitswissenschaften besteht die Möglichkeit, ein Semester im Ausland an einer der zahlreichen Partnerhochschulen der Hochschule zu verbringen. Die HFU kann viele renommierte Partnerschaften mit Universitäten in Australien, Mexiko, England, USA und anderen Ländern vorweisen. Für den Studiengang Angewandte Gesundheitswissenschaften versucht die Auslandsbeauftragte kontinuierlich die Partnerschaften zu erweitern.

Der günstigste Zeitpunkt für einen sechs- bis zwölfmonatigen Auslandsaufenthalt liegt im Allgemeinen nach Abschluss des Grundstudiums, vorzugsweise im 6. Semester. Außerdem bietet sich aber auch die Gelegenheit, das praktische Studiensemester bei einem Unternehmen im Ausland zu absolvieren. Ebenso kann die Bachelor-Thesis in Kooperation mit einem Unternehmen oder einer Hochschule aus dem Ausland angefertigt werden. In jedem Fall sollte der Auslandsstudienaufenthalt langfristig geplant und gut vorbereitet werden.

Bitte informieren Sie sich zunächst z.B. auf der HFU-Homepage über das Studium im Ausland. Zu Beginn jeden Semesters bietet das International Center eine Info-Veranstaltung an. Der genaue Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben. Die Auslandsbeauftragte für den Studiengang Angewandte Gesundheitswissenschaften ist Prof. Dr. Kirsten Steinhausen. Sie steht für die Klärung spezieller Fragen zur Verfügung.

Auslandserfahrungen von AGW-Studierenden

Jana Jäckle, Ausslandssemester an der University of Malta

"In meinem Auslandssemester habe ich aus dem umfangreichen Pool der Universitätsangebote neues Wissen und Pfiff für mein persönliches und berufliches Leben mitnehmen können. Mein Lieblingsfach auf Malta: Social Wellbeing."

Das Fazit von Jana Jäckle: Fremde Kulturen - lebendige Länder und Städte - neue Freunde - neue Perspektiven finden!

Über die Weihnachtszeit auf Malta hat sie einen Beitrag auf Facebook verfasst.

Julia Hohl, Auslandssemester an der Napier Univsersity in Edinburgh

"Ich konnte ein vollkommen positives Auslandssemester verbringen, welches ich nun nicht mehr missen möchte. Ein Auslandssemester in Edinburgh ist in jedem Falle weiterzuempfehlen!"

Daniel Engler, Auslandssemester an der Maastricht University

"Besonders interessant an der Uni Maastricht sind das innovative Lernkonzept "Problem Based Learning" sowie der internationale Charakter, der durch meine Kommilitonen aus der ganzen Welt meinen Aufenthalt zu einer tollen Erfahrung gemacht hat!"