Technologietag in Tuttlingen

Trends aus den Bereichen Werkstofftechnik, Fertigungstechnik und Verfahrenstechnik

Am Donnerstag, 14. November 2019 findet erstmals der Technologietag des Hochschulcampus Tuttlingen der Hochschule Furtwangen (HFU) in der Stadthalle in Tuttlingen statt. Der Tag geht auf zukünftige Trends aus den Bereichen Werkstofftechnik, Fertigungstechnik und Verfahrenstechnik ein. Er umfasst ein Vortragsprogramm mit Fachausstellung.
 
Der Startschuss für die Besucher und Fachaussteller fällt um 9 Uhr. In elf  Vorträgen, einer Podiumsdiskussion und an 30 Ständen erhält das Publikum Informationen zu aktuellen technischen Entwicklungen und die Gelegenheit zum Austausch. Die Raumschaft Tuttlingen wird insbesondere von den Branchen  Medizintechnik, Elektromobilität, Leichtbautechnik, Maschinen- und Anlagentechnik dominiert. „Es ist uns als Hochschule ein Anliegen, den Wirtschafts- und Technologie-Standort Tuttlingen zu stärken sowie regionale Themen und unsere Fähigkeiten mit dem Technologietag über die Landesgrenzen hinweg sichtbar zu machen“, sagt HFU-Rektor Professor Dr. Rolf Schofer. „Der Technologietag Tuttlingen ist Plattform und Begegnungsstätte für den Wissens- und Technologietransfer zwischen Wissenschaft und Industrie“, meint Veranstaltungsinitiator und HFU-Professor Dr. Hadi Mozaffari-Jovein.
 
Die Veranstaltungsorganisation haben der Hochschulcampus Tuttlingen und der AWT – Arbeitsgemeinschaft Wärmebehandlung und Werkstofftechnik e. V. – inne. Unterstützung erhalten sie von der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg und den Clusterorganisationen TechnologyMountains und MedicalMountains.

 

Wir sprachen mit Prof. Dr. Fritz Klocke, einem der Redner am Technologietag.
 
Der Technologietag Tuttlingen steht unter dem Motto ‚Werkstoff-, Fertigungs- und Verfahrenstechnik‘. Welche wirtschaftliche Relevanz haben diese Bereiche ‚fürs Ländle‘?

Professor Klocke: „Die genannten Bereiche sind extrem wichtig für den Produktionsstandort Deutschland, für die produzierende Industrie in der Gesamtheit, insbesondere für Baden-Württemberg. Ohne Produktion keine Produkte, ohne Produkte kein Markt.“ Welche Rolle spielen Veranstaltungen wie der Technologietag in diesem Zusammenhang? Professor Klocke: „Ich halte Technologietage, wie diesen, für extrem wirkungsvoll. Technik kann sich nur insoweit in der Praxis realisieren, wie sie von den Menschen akzeptiert wird. Und deshalb müssen wir die Türen öffnen, Industrie und Gesellschaft einladen und mit verständlichen Worten und überzeugenden Beispielen Motivation und Begeisterung auslösen.“

Sie halten den Vortrag „Integrierte Modelle zur Vorhersage von Bauteilfunktionalitäten – Möglichkeiten und Grenzen“. Worum geht es dabei im Kern und warum ist dieses Thema wichtig für Unternehmen?

 ProfessoKlocke: „Lassen Sie es mich so ausdrücken: Die Mikrostruktur, das Gefüge metallischer Werkstoffe, bestimmt die Funktionalität des Bauteils. Wenn diese These richtig ist, dies will ich im Vortrag zeigen, dann müssen bei der Gestaltung von Bauteilen Konstrukteure, Produktionsingenieure und Werkstoffingenieure eng zusammenarbeiten. Die Schnittstellen zwischen diesen Disziplinen müssen elegant überbrückt werden. Hier können Modelle helfen, wenn sie nur aussagefähig sind und praxisnah programmiert auch den Weg in die Anwendung geschafft haben. Modelle helfen, die wesentlichen Zusammenhänge allgemeingültig abzubilden, Optionen zu bewerten und Systeme zu steuern. Das Zusammenspiel von Erfahrung und Gestalten sowie systematisches Forschen und generalisiertes Modellieren ist das Erfolgsgeheimnis der Technikwissenschaften, insbesondere der Ingenieurwissenschaften.“

Warum sollten Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft den Technologietag Tuttlingen besuchen?

Professor Klocke: „Ein Technologietag wie dieser ist neben dem fachlichen Austausch immer auch eine Plattform, ins Gespräch zu kommen, mit der Wissenschaft, mit Wettbewerbern, mit der Politik. Dies ist vielleicht ein Mehrwert, den jeder für sich sofort nutzen und dessen Ergebnisse er direkt für seine Problemlösungen anwenden kann. Man kann also nur gewinnen, wenn man an einem Technologietag teilnimmt.“

 

Unternehmen präsentieren ihr Know-how – Besucher entwickeln Ideen

In Anbetracht der Globalisierung und Digitalisierung nehmen Veranstaltungen wie der Technologietag Tuttlingen einen immer höheren Stellenwert ein. Unternehmen und Experten transferieren ihr Know-how und Besucher profitierten von den Impulsen: „Vernetzen sich Partner untereinander, können sie sich gegenseitig inspirieren und den ständig steigenden globalen Herausforderungen mit innovativen Lösungsansätzen entgegenwirken“, meint  Hadi Mozaffari-Jovein. „Durch Wissenserweiterung entstehen neue Ideen und Perspektiven – persönlich, für die Unternehmen und für die Gesellschaft.“
 
Anmeldung für Besucher und Aussteller
Eine Registrierung für den Technologietag Tuttlingen ist für Besucher und Aussteller bis zum 31. Oktober 2019 unter www.hfu-campus-tuttlingen.de/technologietag möglich.