Tuttlinger Studierende entwickeln bewegliche Handprothese

Fünf Studierende des Medizintechnik-Studiengangs Industrial MedTec des Hochschulcampus Tuttlingen entwickelten im Fach „Programmieren 2“ eine Roboterhand. Das Besondere: Die Finger der Hand sind über eine Applikation (App) via Smart-Phone oder Tablet steuerbar. Die Hand kann als Handprothese dienen.
 
Die Studierenden Lukas Baier, Katrin Bihr, Sven Schumayer, Cornelius Machann und Amgad Ashkar entwickelten die Hand mit beweglichen Fingern im dritten Semester. Hierfür nutzten sie einen 3D-Drucker und die Open-Source-Plattform Arduino: Via Android-App wählt ein Nutzer Gesten und Bewegungen durch Anklicken von Symbolen oder per Sprachsteuerung aus. Ein Bluetooth-Modul überträgt die Informationen an die Roboterhand. In der künstlichen Hand steuert ein Mikrocontroller über Servomotoren die Finger. Die angehenden Medizintechnik-Ingenieure programmierten die App mit Android und den Mikrocontroller in der Programmiersprache C.
 
Die künstliche Hand kann als Ersatz für starre Handprothesen dienen. „Dieses Projekt der Studierenden zeigt, dass bereits mit kostengünstigen Werkzeugen beeindruckende digitale Produkte entwickelbar sind, und das bereits im dritten Studiensemester“, meint Betreuer Professor Dr. Sebastian Dörn. Das Entwicklerteam selbst sieht Erweiterungsmöglichkeiten für die Handprothese: „So könnten Sensoren zur Druckkraftmessung die Fingerglieder ab einem bestimmten Widerstand wieder strecken, um Beschädigungen zu verhindern.“ Zum Verhindern von Verbrennungen ließen sich Temperatursensoren in die künstliche Hand einbauen.   
 
Medizintechnik-Entwicklungen der Zukunft
Digitale Entwicklungen wie die Roboterhand sind ohne Programmierkenntnisse undenkbar. Die angehenden Ingenieure des Tuttlinger Standorts der Hochschule Furtwangen lernen das Programmieren im Studium. „Egal ob das Studium Medizintechnik, Mechatronik, Produktionstechnik oder Ingenieurpsychologie heißt, um Programmierkenntnisse kommt heutzutage kein Jung-Ingenieur mehr herum“, meint Mathematiker und Professor Dr. Sebastian Dörn.
 
Roboterhand-Video
https://youtu.be/7qUUWRQ6UhA