Konferenz zu Medizin und Automatisierungstechnik

Internationale Konferenz am Campus Schwenningen

Automed Konferenz in Schwenningen

Hier wird an der Technologie der Zukunft geforscht: 35 Teilnehmer aus Deutschland, der Schweiz, Neuseeland und Jordanien trafen sich zur zweitägigen Konferenz „AUTOMED“ in den Räumen der Hochschule Furtwangen in Schwenningen. Wie können wir die Technologie in der Gesundheitsversorgung besser machen? Welche Fortschritte gibt es bei Beatmung, Wundheilung, Krebsforschung oder Sterilisierungsmethoden? Diskutiert wurde dies nicht aus rein medizinischer Sicht: Verfahren und Systeme der modernen Medizintechnik sind ohne Anteile an Steuerungs-, Regelungs- und Automatisierungsfunktionen nicht mehr denkbar. Der Einsatz von Rechnern mit zugehöriger Software, von kleinen programmierbaren Spezialprozessoren bis hin zu Rechnernetzen, nimmt zu. Hier bot sich das Forum, um die damit auftretenden Probleme und ihre Lösungen vorzustellen und zu diskutieren.

Wie können Computer in naher Zukunft in der medizinischen Diagnostik eine Entscheidungsunterstützung sein? Dies war die Ausgangsfrage des Vortrags von Professor Geoffrey Chase von der University of Canterbury (Christchurch, Neuseeland). Er untersucht mit seinem Team, wie auf Intensivstationen mit ingenieurwissenschaftlichen Methoden eine bessere personalisierte, sensor-gesteuerte Überwachung des Blutzuckergehalts, der Herzfunktion und der künstlichen Beatmung erzielt werden kann.

Um die Überwachung der Lungenfunktionen ging es im Vortrag von Professorin Merryn Tawhai von der Universität Auckland (Neuseeland). Wenn Patienten künstlich beatmet werden, fußt ihre Behandlung häufig auf Erfahrungswerten und nicht auf der Auswertung der individuellen Daten des Patienten. Man müsse bei jedem Atemzug den Zustand der Lunge überwachen, so die Referentin, um das medizinische Personal sofort benachrichtigen zu können, wenn es zu Auffälligkeiten kommt. Dazu werden von Tawhai und ihrem Team Berechnungssysteme entwickelt.

Forschung an der Hochschule Furtwangen
An der Hochschule Furtwangen wird am Institut für Technische Medizin unter anderem in den Bereichen physiologische Modellbildung, elektrische Impedanztomographie, respiratorisches Dauermonitoring, Lichttechnologie und Wundheilung geforscht. Aktuell wird zum Beispiel ein Smartshirt zur Atemkontrolle und ein Licht-emittierendes Gerät zur Verbesserung der Heilung von chronischen Wunden entwickelt – Mitarbeitende des Instituts stellten diese Projekte auf der Konferenz vor.

Prof. Dr. Knut Möller leitet das Institut für Technische Medizin. Zu seinen Arbeitsgebieten zählen unter anderem die medizinische Informatik, die ärztliche Entscheidungsunterstützung in der Intensivmedizin, die medizinische Bildgebung und die Automatisierung in der Medizin. Professor Möller steht international mit führenden Forschern in ständigem Austausch.

Hintergrund
Seit rund 20 Jahren gibt es die „AUTOMED“-Veranstaltung. Sie findet im Turnus von eineinhalb Jahren immer an einem anderen Ort statt. Veranstalter waren in diesem Jahr neben der Hochschule Furtwangen und dem dortigen Institut für Technische Medizin die VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik, die Deutsche Gesellschaft für Biomedizinische Technik im VDE und das Binational Institute of Knowledge Engineering in Medicine – eine Kooperation der Hochschule Furtwangen mit zwei Universitäten in Neuseeland.