Aktuelle Informationen der HFU zum Thema Coronavirus: www.hs-furtwangen.de/coronavirus

Bürgerdialoge in Zeiten von Corona

Forschungsprojekt „Digitaldialog 21“ zur gemeinsamen Gestaltung des digitalen Wandels im ländlichen Raum

Für das Team im Forschungsprojekt Digitaldialog 21, unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Selke, war die besondere Situation der letzten Monate auf der einen Seite auch mit besonderen Herausforderungen verknüpft, eröffnete anderseits jedoch auch neue Möglichkeiten und Perspektiven. Das Projekt der Hochschule Furtwangen, finanziert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg aus Mitteln der Landesdigitalisierungsstrategie digital@bw, versteht sich als Stimmungsbarometer zum digitalen Wandel mit besonderem Fokus auf den ländlichen Raum.

Die Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie haben in den letzten Monaten nicht nur die Bedeutung der Digitalisierung für das öffentliche und private Leben vor Augen geführt, sondern auch das viel zitierte Brennglas auf die Herausforderungen des digitalen Wandels und den Aufholbedarf in vielen Bereichen geworfen. Fast über Nacht wurden digitale Möglichkeiten zu alternativlosen Notwendigkeiten.

Ursprünglich war der Plan des Forschungsteams der Hochschule Furtwangen, die Meinungen und Ideen möglichst vieler Mitbürgerinnen und Mitbürger in zahlreichen Bürgerdialogen und Workshop-Veranstaltungen in Präsenz zu diskutieren. In 2020 war dies leider aufgrund der Beschränkungen nur begrenzt möglich und die Beteiligungsangebote mussten zwangsläufig erweitert werden. Besonders durch das Engagement und die Unterstützung der zwölf Kooperationskommunen aus dem ländlichen Raum wurde hier ein vielfältiges analoges sowie digitales Angebot zur Beteiligung geschaffen. Im Laufe des Sommers beteiligten sich über 2.700 Bürgerinnen und Bürger an einer Haushaltsbefragung zum digitalen Wandel, sowohl online als auch in Papierform. Zudem wurden in den Kooperationskommunen in digitalen und analogen Bürgerdialogen im Herbst diesen Jahres auch unter den besonderen Bedingungen von Videokonferenzen und Präsenzveranstaltungen mit AHA-Regeln konstruktiv zu den Herausforderungen und Potentialen der Digitalisierung diskutiert. Die rege Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger hat gezeigt, dass es hohen Bedarf und auch Bereitschaft an Dialog und Beteiligung bei Themen des digitalen Wandels gibt. Die Mehrzahl der Befragten und Teilnehmenden der Bürgerdialoge steht der Digitalisierung grundsätzlich sehr positiv gegenüber, sieht jedoch auch eine Wichtigkeit darin, alle Bürgerinnen und Bürger einzubinden, um (neue) soziale Ungleichheiten zu vermeiden.

Am 3. Dezember 2020 wurde in einem virtuellen Treffen mit den Vertreterinnen und Vertretern der teilnehmenden Kommunen Erfahrungen ausgetauscht und die weiteren Schritte im Projekt diskutiert. Trotz der besonderen Umstände der zurückliegenden Monate ist die Bilanz sehr positiv und durch die Erweiterungen des Beteiligungsangebotes wurden auch neue Möglichkeiten erprobt, die Bürgerinnen und Bürger zukünftig an Prozessen zu beteiligen. Zu Beginn des nächsten Jahres werden die bisherigen Projektergebnisse online und in Papierform zur Verfügung gestellt. Zudem besteht die Möglichkeit, im Rahmen eines Online-Diskussionsforums dem Team der Hochschule Furtwangen zu den Ergebnissen Rückmeldung zu geben und diese miteinander zu diskutieren. Im Frühjahr 2021 folgt eine Wiederholungsbefragung sowie eine zweite Runde an Bürgerdialogen mit spezifischem Themenfokus. Darüber hinaus ist ein regelmäßiges Treffen eines übergreifenden „Parlaments“ aus Bürgerinnen und Bürgern der zwölf Kooperationskommunen geplant, um Themen des digitalen Wandels im ländlichen Raum zu diskutieren und Handlungsempfehlungen für die Landesregierung zu formulieren.

Weitere Informationen auf https://digitaldialog21.de!