Tag der offenen Tür – Fakultät MLS

Ein interessiertes Publikum versammelte sich am vergangenen Freitag im E-Gebäude des Campus Schwenningen zum ersten Tag der offenen Tür der Fakultät Medical and Life Sciences (MLS). An die Begrüßung durch Prodekanin Professor Katja Kumle, die die Fakultät und die Studiengänge vorstellte, schloss sich ein abwechslungsreiches Vortragsprogramm an.

Zuerst präsentierte Professor Holger Conzelmann den neuen Bachelor-Studiengang „Angewandte Biologie“, der zum Wintersemester 2019/20 startet. Danach berichtete Professor Andreas Fath von seinem Projekt „Rheines Wasser“, bei dem er nicht nur den Rhein von der Quelle bis zur Mündung durchschwommen, sondern auch anhand zahlreicher Wasserproben dessen Verschmutzungsgrad analysiert hat. Mikroplastik war dabei das zentrale Thema: Die Belastung unserer Gewässer mit winzigen Plastikteilchen nimmt immer mehr zu, mit unabschätzbaren Risiken für Mensch und Umwelt. Professor Markus Egert war ebenfalls mit von der Partie und klärte die Zuhörer darüber auf, dass Bakterien nicht gern alleine sind, sondern in großen Gemeinschaften zusammenleben – egal ob in der Umwelt, auf Brillen oder in unserem Darm. Er zeigte, wie man diese Bakteriengemeinschaften untersucht und deren Mitglieder identifiziert.

Anlässlich des Tages der offenen Tür waren einige Alumni der Fakultät an ihre Hochschule zurückgekehrt und zeigten in ihren Vorträgen, in welchen sehr unterschiedlichen Berufsfeldern Absolventen der MLS-Studiengänge nach ihrem Abschluss arbeiten können.

Peter Winkler erzählte begeistert, wie er bei Betrieb, Wartung und Optimierung von Kläranlagen sein in den Studiengängen Bio- und Prozesstechnologie und Nachhaltige Bioprozesstechnik erworbenes Wissen in die Praxis umsetzt. Dabei hat es ihm die Kombination von Biologie und Technik besonders angetan. Eine ganz andere Berufung hat Nicola Kwapil (Molekulare und Technische Medizin / Technical Physician) gefunden: Er kümmert sich als Kardiotechniker in der Kinderklinik Erlangen um kleine Patienten mit Herzproblemen. Während Herzoperationen bedient er die Herz-Lungen-Maschine und sorgt so dafür, dass der Körper weiter mit Sauerstoff versorgt wird. Stephan Vilgis ist seiner Fakultät, an der er Molekulare und Technische Medizin sowie Medical Diagnostics Technologies studiert hat, treu geblieben. Neben seiner Arbeit als akademischer Mitarbeiter promoviert er über eine neue Technologie, die auf Nanoporen basiert und mit der er den Stoffwechsel von Zellen anhand ihrer Metabolite messbar machen möchte. Last but not least referierte Vincenza Milazzo über ihren Werdegang, der sie nach dem Studium in Bio- und Prozesstechnologie zunächst in die humangenetische Diagnostik führte. Von dort aus kehrte sie an die Hochschule zurück, um den Master als Technical Physician zu erwerben. Auch sie arbeitet heute in der Kardiotechnik, nämlich an der Entwicklung und Qualitätssicherung für Geräte, die zur Wiederbelebung von Patienten nach einem Herzstillstand eingesetzt werden.

Die Fakultät MLS unterhält weltweit zahlreiche Verbindungen zu Partneruniversitäten, so dass immer wieder Studierende Teile ihres Studiums im Ausland absolvieren können. Karina Epting (Bio- und Prozesstechnologie) berichtete von ihrem Auslands- und Praxissemester in Argentinien, wo sie als Austauschstudentin in Buenos Aires Erfahrungen in Universitäts- und Laboralltag sammeln durfte.

In den Pausen zwischen den Vorträgen versorgten die engagierten Studierenden der Fachschaft MLS die Gäste mit Getränken und einem großartigen Kuchenbüffet. Daneben konnten sich Interessierte mit Informationsmaterial zu den Studiengängen eindecken und Fragen zu Vorträgen, Studienalltag und Studiengängen stellen. Der Tag der offenen Tür schloss mit Führungen durch die Labore. Die Tour führte vom Technikum in die biochemischen und molekularbiologischen Labors bis in die Medizintechnik und die Brennerei und bot damit einen vielseitigen Einblick in die Themengebiete von Lehre und Forschung an der Fakultät.