Raus aus der Box – rein ins Geschehen!

Die Fakultät Digitale Medien zeigt, dass nicht alles so bleiben muss, wie es war – und dass Menschen tatsächlich noch miteinander reden sollten

Eisige Temperaturen, ein tief verschneites Furtwangen – aber im i-Bau der Hochschule Furtwangen ist es alles andere als kalt. Am Tag der Medien präsentieren die Studierenden der Fakultät Digitale Medien ihre spannendsten und umfangreichsten Projekte aus dem aktuellen Semester. Der Hochschule, der Öffentlichkeit, Unternehmen, Schülern. Denn hier geht es nicht nur darum, Arbeiten auszustellen. Es geht vor allem darum, Kontakte zu potentiellen Arbeitgebern zu knüpfen – sei es für ein Praktikum, eine Thesis oder auch den Berufseinstieg. Und es geht darum, Lust zu machen auf ein Studium im Bereich Digitale Medien. Und der Tag der Medien macht Lust!

Was auffällt: Es geht in sehr vielen Arbeiten darum, Gelerntes und Bekanntes zu hinterfragen und neu zu denken. Und darum, Menschen wieder zu realer Interaktion zu animieren. So entwerfen Studierende beispielsweise ein Telefon, das nur telefonieren soll und dazu 10 Bedientasten braucht. Bei den Lösungsvorschlägen wird schnell klar, dass ein Telefon nicht zwingend rechteckig sein muss. Und dass bei 10 Bedientasten keine Taste übrigbleibt, mit der man den Anruf annehmen könnte. „Think outside the box“ – das ist die Devise! Auch im Bereich Musikdesign und Klang wird über einen neuen Umgang mit Musik und Ton nachgedacht. Wie kann Klang genutzt werden, um Menschen zum gemeinsamen Miteinander zu animieren, anstatt sich hinter Kopfhörern zu verbarrikadieren? Wie kann man selbst in das Klangerlebnis eingreifen? Und über welche Schnittstellen könnte Klang überhaupt generiert werden? Die soziale Komponente kommt besonders in den Spielen zum Tragen, die in den Master-Studiengängen entwickelt wurden: Nur wer als Team gut zusammenarbeitet, hat eine Chance, zu gewinnen. Einzelkämpfer kommen nicht weit.

Die ganze Bandbreite der Projekte zeigt sich dann auch bei den Gewinnern der verschiedenen Preise, welche die Fakultät zum Ende jedes Semesters auslobt: Den Publikumspreis erhält mit großem Abstand eine Projektgruppe im 5. Semester, die einen Stop-Motion-Kurzfilm produziert hat. Das heißt, Dominik Braun, Valentine Deinert, Elyssia Dürr, Joachim Herold, Thomas Le und Maria Morgillo haben zwei Figuren gebastelt, sowie ein komplettes Set, in dem die Geschichte spielt. Für jede Bewegung müssen die Figuren neu gestellt und aufgenommen werden. Indem die Fotos aneinandergereiht werden, entsteht ein Film, der natürlich noch vertont werden muss. Und ja, für jeden Gesichtsausdruck, für jeden gesprochenen Buchstaben bekommt die Figur aus einem Baukastensystem eine eigene Maske.

Den Preis für klassische Medien erhält ebenfalls eine Projektgruppe im 5. Semester. Jasmin Behringer, Jonas Fehrenbach, Julian Fleig, Benjamin Schlegelmilch, Mario Sommer und Melisa Yalcin haben für das Unternehmen Schwarzwaldstahl einen ganzheitlichen Unternehmensauftritt entwickelt und umgesetzt. Die Jury begründet: „Die Vielfalt der zum Einsatz kommenden Medien (Logoentwicklung, Print, Foto, Video, 360-Grad -Aufnahmen) beeindruckt ebenso wie die ästhetische Qualität.“

Mit ihrem Projekt „WebFit“ sichern sich Katharina Eisenhardt, Christian Weisenburger, Katharina Dachs, Katharina Ußling, Lucas Braun und Luisa Geiger den Preis für interaktive Medien. Sie haben eine cloud-basierte App konzipiert, mit der die Ergebnisse verschiedener Pulsuhren zusammengeführt werden können, so dass beim Kauf einer neuen Uhr die alten Gesundheitsdaten nicht verloren gehen.

Johanna Giefer, Alexander Kielwein, Florian Schweitzer und Daniel Leguy-Madzar erhalten den Masterpreis für ihr Team-Spiel „Flashback Neon VR“. Hier wird deutlich, wie die drei Master-Studiengänge der Fakultät sich in den Studienprojekten ergänzen können: „In einer eindrucksvollen Installation, die zugleich im virtuellen Raum und in der realen Welt stattfindet, entsteht nicht nur eine authentische wie detailreiche Spielwelt in der ironisierten populärkulturellen Ästhetik der 1980-er Jahre, sondern auch eine Spielmechanik, die kooperative Kommunikation und lösungsorientiertes Handeln bemerkenswert verbindet. Im Ergebnis realisiert wird eine innovative Umsetzung auf hohem technischen Niveau, die von ambitionierter visueller Gestaltung ebenso getragen wird wie von eigens komponierter Musik.“ Alle Preisträger dürfen sich zudem über einen bezahlten Probe-Arbeitstag im Südkurier Medienhaus freuen.

Und auch der Networking-Aspekt kommt nicht zu kurz. Neben zahlreichen Unternehmensvertretern, die sich auf der Suche nach potentiellen Mitarbeitern die Projekte und Thesisposter anschauen, stellen sich in einem ganz neuen Format auch drei Unternehmen vor. Jung von Matt Neckar, Ray Sono und die Media ?? suchen an ihren Info-Ständen gezielt das Gespräch mit den Studierenden und stellen sich mit einer kurzen Präsentation vor. Eine eigens entwickelte Suchmaschine ermöglicht Unternehmensvertretern, die vielen Steckbriefe von Studierenden gezielt nach Nachwuchs zu durchsuchen. Diese Möglichkeit wird rege genutzt. Trotzdem fällt auf: Schon bald hängen an den Pinnwänden neben der Suchmaschine nicht nur die ausgedruckten Steckbriefe, sondern auch viele Visitenkarten interessierter Unternehmen. Manchmal ist auch Papier einfach schön.

Auf der anschließenden MediaNight wird noch einmal in den Produktionen des vergangenen Semesters geschmökert. Ein letztes Aufatmen bevor es in die Klausurphase geht.