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Von singenden Sternen und sprudelnden Bällen

Eine Projektgruppe der Fakultät Digitale Medien in Furtwangen entwickelt interaktive audiovisuelle Installationen für Kinder mit besonderen Förderschwerpunkten

Ein aktuelles Studienprojekt an der Fakultät Digitale Medien (DM) der Hochschule Furtwangen  (HFU) zeigt, dass Forschung sehr lebensnah sein kann, und dass Digitale Medien auch und gerade im Alltag von Kindern mit besonderen Förderschwerpunkten durchaus gewinnbringend eingesetzt werden können. Unter Leitung von Prof. Dr. Norbert Schnell haben Peter Bandle, Antony Britz, Jaqueline Köchel, Leah Kappelmann, Leonie Eder und Tanita Deinhammer sich der Aufgabe gestellt, für die Schüler der Bregtalschule eine interaktive audiovisuele Installation zu entwickeln, mit deren Hilfe sich die Kinder allein oder in der Gruppe spielerisch mit Klängen, Tönen und Musik beschäftigen können. Dabei soll das Konzept sowohl inklusiv als auch pädagogisch wertvoll sein und Kinder animieren, zusammen zu arbeiten. Die Inhalte der an der HFU und der Musikhochschule Trossingen (MHT)angebotenen Bachelorstudiengänge Medienkonzeption (HFU), OnlineMedien (HFU) und MusikDesign (MHT) greifen dabei perfekt ineinander.

Entstanden sind inzwischen vier Prototypen, die im Laufe des nächsten Semesters weiterentwickelt werden sollen. Mindestens eines davon soll schlussendlich als permanente interaktive und audiovisuelle Installation in der Bregtalschule installiert werden:

1. Ein Ball, der unterschiedliche Töne von sich gibt, je nachdem, wie er geworfen wird. Geschwindigkeit und Länge des Wurfs spielen hierbei beispielsweise eine Rolle. Dadurch werden Kinder animiert, verschiedene Wurf- und Rollgeschwindigkeiten und –längen auszuprobieren.

2. Ein Bällebad, das Wassergeräusche erzeugt, wenn die Bälle bewegt werden. Kinder können in diesem Bällebad alles von einem leisen Plätschern bis hin zum wilden Getöse entstehen lassen, je nachdem wie sie sich im Bad bewegen.

3. Ein eHang (elektronisches Hang), bei dem definierte Flächen mit unterschiedlichen Tönen belegt sind. So kann mit Hilfe eines Makey Makeys durch das Berühren verschiedener Flächen Klang erzeugt werden. Das Makey Makey  funktioniert dabei ähnlich wie das Startkabel eines Autos und integriert den menschlichen Körper in den Stromkreis. Wenn der Nutzer dann eine Fläche berührt, schließt sich der Stromkreis und ein Klang wird erzeugt.

4. Ein Sternenhimmel für den Ruheraum, der mit einer Taschenlampe angeleuchtet werden kann. Die angeleuchteten Sterne geben jeweils einen eigenen Oberton an, wenn sie angesteuert werden. Je länger sie angestrahlt werden, umso länger ist der Ton.

Alle vier Prototypen lassen sich sowohl von einem als auch von mehreren Kindern bespielen und eröffnen dadurch unendliche Möglichkeiten, Klangteppiche oder sogar Lieder zu erzeugen. Dies alles schaffen sechs Studierende im dritten bis fünften Studiensemester natürlich nicht alleine. Aus der Musikhochschule Trossingen bekommen sie Unterstützung von den MusikDesign-Studierenden Andreas Förster und Christina Komesker sowie dem Lehrbeauftragten Andreas Brand. Auch die Ansprechpartner auf Seiten der Bregtalschule, Musiklehrerin Monika Biwald und Schulleiter Jürgen Dicke-Bonk stehen mit Rat und Tat zur Seite. Die Rückmeldungen aus der Schule ist bisher durchweg positiv: Die Kinder freuen sich bereits sehr auf ein neues, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Arbeitsmittel, mit dem sie ihre Talente zeigen können.

Die Projektgruppe hat sich nun zum Ziel gesetzt, am nächsten Tag der Medien am 2. Juli 2019 alle vier Installationen zu präsentieren und anschließend der Bregtalschule zu übergeben. Wir sind sehr gespannt!

 

INFO: Die Bregtalschule Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) mit Internat unterrichtet Kinder und Jugendliche mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Der Unterricht findet in kleinen Klassen statt. Sonderschulpädagogen unterstützen die pädagogische Arbeit. Förderkonzepte und Förderpläne erstellen die Sonderpädagogen gemeinsam mit den Klassenlehrern.

Das angegliederte Internat bietet Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein Zuhause. Die Bewohner werden dabei unterstützt, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten.