Multiprofessionelles Skills-Lab

Simulationen unterstützen das Lernen und Lehren von erforderlichen Kompetenzen ohne Patienten einem direkten Risiko auszusetzen. Mithilfe von praxisorientierten Anwendungsfällen soll neben dem kritischen Denken und Handeln so auch die Selbsterfahrung geschult werden. Im Multiprofessionellen Skills Lab (MPSL) haben Studierende der Studiengänge Angewandte Gesundheitswissenschaften, Physiotherapie und Security & Safety Engineering die Möglichkeit, in einer Simulationsumgebung eben diese Erfahrungen zu üben.

Ausgestattet ist das Labor mit verschiedenen Pflegebetten wie sie im Krankenhaus oder einer Pflege-/ Reha-Einrichtung zu finden sind. Für praktische Übungen stehen außerdem eine Simulationspuppe sowie verschiedenste medizinische und pflegerische Verbrauchsmaterialien und Hilfsmittel zur Verfügung. Ergänzt wird die Einrichtung durch eine physiotherapeutische Behandlungsbank.

Das Skills Lab verfügt zudem über einen Empfangsbereich mit nachgelagertem Stationsbüro, wie in Kliniken und Praxen üblich ist. Zur Ausstattung gehören hier Medikamentenschränke, Ablagesysteme für Patientenakten sowie Arbeitsflächen für hygienisches Arbeiten. Hinzu kommen ergonomische Möbel und ein zirkadianes Lichtsystem zur Simulation des Tag-Nacht-Rhythmus.

Die Studierenden können im Labor klinisch-praktische Kompetenzen erwerben, darüber hinaus kann das Multiprofessionelle Skills-Lab auch für Forschungsarbeiten – z.B. im Masterstudiengang Angewandte Gesundheitsförderung – genutzt werden.

Raum

O 1.02b Campus Furtwangen

„Ab ins Lab“ heißt „ab ins Bett“

Es riecht nicht so beißend sauber wie in Klinikräumen. Und es laufen auch keine Menschen ganz in Weiß durch die Flure. Doch wer auf dem Gelände der HFU am Standort Furtwangen das „Multiprofessionelle Skills Lab“ betritt, fühlt sich sofort in ein stationäres Patientenzimmer versetzt. Von Krankenbetten bis Katheterschlauch, von der Beatmungsmaschine zum Infusionsständer, von der OP-Ausrüstung bis zu einem tracheotomierten „Patienten“ – hier tauchen Studierende ein in die Welt der Medizin und Pflege, auf die sie an der Fakultät „Gesundheit, Sicherheit, Gesellschaft“ unter anderen der Studiengang „Angewandte Gesundheitswissenschaften“ vorbereitet.

„Unsere Studierenden werden später im weitesten Sinne im Gesundheitswesen tätig sein und in Berufsfeldern arbeiten, in denen Beratung eine große Rolle spielt“, sagt Prof. Dr. Peter König, Studiendekan für „Angewandte Gesundheitsförderung“ und Vorstand des Instituts für Mensch, Technik und Teilhabe. „Deshalb muss hier jeder einmal ins Bett liegen. Es ist unerlässlich, dass die Studierenden eigene Erfahrungen machen wie zum Beispiel ‚Wie fühlt es sich an, umgelagert zu werden? Was bedeutet Pflege für die Wahrnehmung von Nähe und Distanz? Wie ist es, in einem Rollstuhl zu sitzen?‘“.

Das Multiprofessionelle Skills Lab wird sowohl für die Lehre als auch in der Forschung eingesetzt. Im zweiten Semester bekommen Studierende hier einen Einblick in die Handlungsabläufe der Praxis. Dazu gehört auch, eine OP zu simulieren (meist etwas gruselig), sich über die Notwendigkeit von Hygienevorschriften klar zu werden (schon vor Corona einleuchtend wichtig) und mit dem Rollstuhl auszuprobieren, wie behindertenfreundlich Furtwangen ist und wie auf „Menschen auf Rädern“ reagiert wird (zuweilen ernüchternd).

Wer solche Erfahrungen machen durfte, gewinnt nicht nur Fachkompetenz, sondern oft eine völlig neue Motivation für die Erarbeitung von Verbesserungen, für neue Ideen und somit den Bereich der Forschung. Zehn laufende Projekte gibt es derzeit am Institut für Mensch, Technik und Teilhabe, in denen unter anderem in Feldern wie der Kinderpalliativversorgung oder der Demenzforschung gearbeitet wird.

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