Hintergrund

In der Folge werden die Projekte zum Themenschwerpunkt nachhaltige Mobilität an der HFU sowie die damit zusammenhängenden, wissenschaftlichen Publikationen aufgeführt.

NorOvA

Wie kann die Digitalisierung genutzt werden, um eine nachhaltige Mobilität voranzubringen? Diese Fragestellung werden die Hochschule Furtwangen (HFU) sowie der Verkehrsverbund Schwarzwald-Baar (VSB) über zwei Jahre im Rahmen des Projekts „Nutzer orientierte Optimierung verkehrlicher Angebote“ (NorOvA) untersuchen. Der offizielle Startschuss für die Projektarbeiten von NorOvA erfolgte zusammen mit dem baden-württembergischen Ver-kehrsminister Winfried Hermann in Ulm am 19. Juni 2019.

Die Professoren Dr. Jochen Baier und Dr. Oliver Taminé (Fakultät Wirtschaftsinformatik) sind mit der Projektleitung betreut, und das Engagement von Herrn Pandion als Geschäftsführer des VSB trägt maßgeblich dazu bei, den Praxisbezug der Projektarbeiten zu stärken. Zusätzlich sind Johannes Deyringer und Fabian Wagner als Akademische Mitarbeiter der HFU involviert. Das Projekt NorOvA wird seitens des Verkehrsministeriums in Höhe von kanpp 250.000 € über zwei Jahre gefördert und ist in die übergreifende Projektlinie „Mobilitätsdatenarchitektur für innovative Anwendungen“ (MobiArchBW) eingebettet. Ziel ist es, die Digitalisierung so auszugestalten, dass steigende Mobilitätsbedürfnisse mit weniger Verkehr abgewickelt werden können. Zusammen werden sich VSB und HFU über die nächsten zwei Jahre der Unterstützung dieser Zielsetzung widmen, damit auch im ländlichen Raum die Digitalisierung zeitnah dazu genutzt werden kann, um Verbesserungen für eine nachhaltige Verkehrsabwicklung zu erwirken.

Zunächst werden die Mobilitätsbedürfnisse einer Testgruppe aus Hochschulangehörigen der HFU mit einer eigens entwickelten App abgebildet, woraus abgeleitet werden kann, welche Verkehrsmittel genutzt werden. Zusammen mit den aufgenommenen Bewegungsdaten können im nächsten Schritt zielgerichtet Verbesserungsmöglichkeiten der bereits bestehenden, verkehrlichen Angebote entwickelt werden. Dabei spielt der Datenschutz eine wesentliche Rolle. Abschließend sollen Maßnahmen im tatsächlichen Verkehrsbetrieb validiert werden, wofür die Unterstützung des VSB eine entscheidende Rolle spielt.

Nachhaltige Mobilität an ländlichen Hochschulen

Das Modellprojekt mit dem vollständigen Namen „Nachhaltige Mobilitätskonzepte für Studierende und Beschäftigte an Hochschulen im ländlichen Raum“ (Zeitraum 01.01.2016 bis 31.03.2019) oder kurz „Mobilität an ländlichen Hochschulen“ beschäftigt sich mit der Mobilitätssituation an den teilnehmenden Hochschulen.

Das Modellprojekt läuft seit Anfang 2016 und hat eine Laufzeit von drei Jahren. Im Sommersemester 2016 wurde mit einer Onlineumfrage die Bedarfsanalyse durchgeführt, welche als Grundlage für neue Mobilitätskonzepte dient.

Das Projekt wird von Prof. Dr. Jochen Baier (WI) und Prof. Dr. Anton Karle (WING) koordiniert und geleitet.
Weitere beteiligte Hochschulen: Duale Hochschule Villingen-Schwenningen, Staatliche Hochschule für Musik Trossingen

Projektziele:

  • Verbesserter ÖPNV: abgestimmt auf Hochschulzeiten und Bedarf, Einbindung des Bürgerbusses
  • Elektromobiler Dienstverkehr: Postverkehr, Pendelverkehr zwischen den Standorten für Vorlesungen und Besprechungen
  • E-Carsharing: elektromobile Ergänzung zum ÖPNV
  • Erhöhung des Anteils an Fahrgemeinschaften: Unterstützung durch den Einsatz einer Applikation für PC und Smartphone
  • Einsatz von Elektrofahrrädern: Ausbau der Ladeinfrastruktur und Abstellmöglichkeiten
  • Intermodalität: Integration von ÖPNV, Carsharing und Fahrgemeinschaften in einer Applikation für PC und Smartphone

Ausgangslage

Hochschulen im Ländlichen Raum sind für die Bindung junger, gut ausgebildeter Menschen an ländliche Regionen von zentraler Bedeutung. Sie haben hohen Anteil am Wissenstransfer in die ländlichen KMUs und tragen zu deren nachhaltiger Versorgung mit hochqualifizierten Arbeitskräften und damit letztendlich zur Zukunftssicherung unserer ländlichen Räume bei. Die Erhaltung attraktiver ländlicher Hochschulstandorte muss daher auch weiterhin ein zentrales Anliegen der ländlichen Strukturpolitik bleiben. Hierzu gehört auch, den Mobilitätsbedürfnissen von Studierenden ländlicher Hochschulen in ausreichendem Maße Rechnung zu tragen.
Junge Menschen haben besondere Mobilitätsbedürfnisse. Sie wollen auch ohne eigenes Auto „mobil“ sein und ihr Ziel möglichst rasch, unkompliziert und kostengünstig erreichen. Deshalb ist es kein Zufall, dass die in den Metropolen inzwischen fest etablierten Carsharing-Angebote weit überwiegend von jungen Menschen als Ergänzung zum gut ausgebauten ÖPNV genutzt werden. Studierende an ländlichen Hochschulen ohne eigenes Auto müssen dagegen in puncto Mobilität oft starke Abstriche hinnehmen, da in der Regel kein befriedigendes ÖPNV-Angebot vorhanden ist und Carsharing in ländlichen Regionen bislang nur punktuell im Rahmen von Modellprojekten zur Verfügung steht.

Am Beispiel der Hochschule Furtwangen sollen Lösungen für ein ganzheitliches, innovatives Mobilitätskonzept entwickelt und untersucht werden. Wesentliche Aspekte, wie die optimale Vernetzung bestehender und zu entwickelnder, neuer Mobilitätsangebote, sollen auf Basis der fundierten Bedarfsanalyse zielgruppenspezifisch zu einem Gesamtkonzept integriert werden. Mögliche technische Unterstützungen (Hard- und Software) sollen in die Konzeption einbezogen werden.

Ein weiterer Aspekt des Modellprojekts bezieht sich auf die hochschulspezifischen Besonderheiten der beiden weiteren Hochschulen in der Region, der DHBW Villingen-Schwenningen und der Musikhochschule Trossingen. Die hochschulspezifischen Besonderheiten sollen hinsichtlich ihrer Erfordernisse hinsichtlich Mobilität analysiert werden. Auf dieser Basis werden dann angepasste Lösungsansätze entwickelt und untersucht.
Die gefundenen Lösungsansätze werden anschließend auf die Übertragbarkeit überprüft und in eine Gesamtkonzeption eingebunden.

Publikationen

Mobilität an Ländlichen Hochschulen

2019

2019

Mobilität an ländlichen Hochschulen: Essentials des Abschlussberichts; Projektzeitraum: 01.12.2015 bis 31.03.2019
Fabian Wagner, Jochen Baier, Anton Karle Nachhaltige Mobilität an ländlichen Hochschulen
Fabian Wagner, Jochen Baier, Anton Karle Nachhaltige Mobilität an ländlichen Hochschulen
Nachhaltige Mobilitätskonzepte für Studierende und Beschäftigte an Hochschulen im ländlichen Raum: Projektdokumentation; Projektzeitraum 01.01.2016 - 31.03.2019