Katastrophen kennen keine Grenzen

Hochschule Furtwangen als Gastgeber beim Bevölkerungsschutzkongresses

Wie wichtig es ist, in Katastrophenszenarien vorbereitet, überlegt und gut vernetzt zu agieren, wurde beim ersten Kongress zum Bevölkerungsschutz klar, den die Hochschule Furtwangen (HFU) veranstaltete. Viele internationale Experten und Expertinnen diskutierten über grenzüberschreitende Zusammenarbeit und entwickelten gemeinsame Strategien. Der Landesbranddirektor Baden-Württembergs, Thomas Egelhaaf, und Prof. Dr.-Ing. Marion Meinert von der HFU freuten sich, neben Vertretenden der Feuerwehren und Hilfsorganisationen auch Teilnehmende aus Katastrophenschutzbehörden in ganz Baden-Württemberg im O-Bau des Campus Furtwangen begrüßen zu dürfen.

Der Fokus des Kongresses lag insbesondere auf der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Katastrophenschutz. Unter den eingeladenen Experten befanden sich beispielsweise Kommandant François Trost, Leiter der Abteilung für operative Planung im französischen Departement Bas-Rhin, sowie Roland Bollin, Leiter des Bereichs Internationale Angelegenheiten des Schweizer Bundesamtes für Bevölkerungsschutz (BABS). Sie gaben den deutschen Teilnehmenden einen wertvollen Einblick in die Katastrophen- und Zivilschutzstrukturen Frankreichs und der Schweiz.

Florian Gaedtke, Absolvent des Studiengangs Security & Safety Engineering der HFU und hauptamtlicher Referent der DLRG Landesverband Baden, demonstrierte eindrucksvoll, wie gut grenzüberschreitende Wasserrettungseinsätze auf dem Rhein im Dreiländereck Mulhouse und Basel bewältigt werden, denn Wasserströmungen halten sich nicht an Landesgrenzen. Er zeigte auf, wie sich schweizerische, französische und deutsche Einheiten in Suchabschnitten organisieren, detaillierte Meldeketten und gemeinsame Einsatzpläne miteinander abstimmen und in regelmäßigen Übungen kooperieren.

Als motivierendes Beispiel gelebter freundschaftlicher Feuerwehrverbindungen stellte Dominik Rotzinger (ebenfalls Absolvent der HFU) als Kreisbrandmeister Waldshut ein von deutschen und Schweizer Gemeinden gemeinsam besetztes Feuerwehrboot vor.

Den Europäischen Katastrophenschutzmechanismus UCPM (Union Civil Protection Mechanism) stellte Bastian Druschinski vom deutschen Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe vor; HFU-Professor Ernst-Peter Döbbeling konnte in diesem Zusammenhang von einer Vielzahl an internationalen Einsätzen berichten.

Es wird stetig daran gearbeitet, die Zusammenarbeit in Europa bei Katastrophen zu verbessern: Nächstes Jahr findet erstmals eine europäische Katastrophenschutzübung in Deutschland statt. In Baden-Württemberg werden dann Einheiten aus Frankreich, Österreich, Griechenland und der Schweiz zu Gast sein.

„Ich freue mich, dass Vorträge und Diskussionen auf großes Interesse trafen und wir diesem Thema eine anregende Austauschplattform bieten konnten“, sagt Organisatorin Prof. Dr.-Ing. Marion Meinert. Sie möchte den Bevölkerungsschutzkongress an der HFU gerne als regelmäßigen Dialog etablieren.