Polarlichter (Bild: Nina Kohler)
Mein Auslandssemester in Skövde (Schweden) im Studiengang Molekulare und Technische Medizin
Schon seit Beginn meines Studiums wollte ich unbedingt ins Ausland, da es nicht nur eine Möglichkeit war, ein anderes Land kennenzulernen und mein Englisch zu verbessern, sondern auch, um englische ECTS für den bilingualen Abschluss in MTZ zu sammeln.
Durch Informationsveranstaltungen wie das iPolis-Seminar, bei dem Studierende von ihren Auslandserfahrungen berichteten, informierte ich mich über verschiedene Partnerhochschulen und entschied mich für Schweden. Da die University of Skövde eine Partnerhochschule der HFU ist, gab es keine großen Probleme bei der Fächerwahl und der Organisation der Anrechnung. Die Partnerhochschule hat mehrere Pre-Departure-Seminare abgehalten, in denen uns Schritt für Schritt die organisatorischen Schritte vor der Anreise erklärt worden sind, wodurch ich mich gut vorbereitet gefühlt habe. Über die Universität läuft zudem auch die Wohnheim-Vergabe, in denen ausschließlich Austauschstudierende untergebracht werden.
Skövde liegt zwischen den beiden großen Seen Vänern und Vättern, etwa drei Stunden von Stockholm und anderthalb Stunden von Göteborg entfernt. Obwohl die Stadt vergleichsweise klein ist, hat sie viele Freizeitangebote. Es gibt zahlreiche Cafés, Einkaufsmöglichkeiten sowie einen großen Park mit See in der Nähe der Universität. Darüber hinaus gibt es Gaming-Restaurants, Karaoke-Bars und ein großes Sportzentrum. Durch die gute Anbindung kann man auch leicht Ausflüge in nahegelegene Städte wie Hjo, Stockholm oder Göteborg machen. Außerdem kann man in Skövde auch kostenlos Sportequipment ausleihen. Direkt neben der Stadt befindet sich der Berg Billingen, wo man im Winter Langlauf fahren und im Sommer wandern oder Rad fahren kann. Rund um den See dort gibt es zahlreiche kleine Hütten mit Feuerstellen, die sich gut für Lagerfeuer eignen. Auch im Winter, der in Skandinavien zwar sehr dunkel ist, wirkt die Stadt durch viele Lichter und Dekorationen dennoch sehr gemütlich.
Der Campus der Universität ist sehr groß und bietet viele Sitz- und Lernmöglichkeiten für Studierende, sowohl innen als auch außen. Besonders cool fand ich die buchbaren Lernräume, die mit einem Whiteboard, einem Beamer und Steckdosen ausgestattet waren. Die belegten Kurse empfand ich insgesamt als sehr spannend, obwohl sich der Stoff zu Beginn etwas wiederholt hat. Ich hatte verschiedene Kurse aus drei verschiedenen Studiengängen, beispielsweise Tumor and Stem Cell Biology oder auch Molecular Genetics. Molecular Genetics setzte inhaltliche Schwerpunkte, die es in meinem Studiengang an der HFU so nicht gibt, und auch die zugehörigen Laborpraktika haben mir sehr viel Spaß gemacht. Zusätzlich habe ich noch ein Fach in Neuropsychology gewählt, das ich sehr spannend fand. Neu für mich war zudem, dass das Semester in Schweden in zwei Terms unterteilt ist und die meisten Fächer entweder in der ersten oder zweiten Hälfte stattfanden. Dadurch gab es auch mehrere Prüfungsphasen. Besonders zu Beginn gestaltete sich das Studium zeitlich sehr aufwendig und stressig, da es nahezu wöchentlich Abgaben und Präsentationen gibt, aber es hilft einem auch dabei, mit dem Stoff mitzuhalten. Allgemein habe ich mich an der University of Skövde sehr gut aufgehoben gefühlt. Das Lernklima war gemütlich und persönlich, es gab immer einen Ansprechpartner, und bei Fragen oder Problemen wurde schnell geholfen.
Nach dem anfänglichen Stress hatte ich zudem Zeit, mit meinen neu gefundenen Freunden Skandinavien zu erkunden. Man kann von Schweden aus leicht in andere Länder wie Dänemark, Norwegen oder Finnland reisen. Ich nahm auch an organisierten Reisen des Erasmus Student Network (ESN) teil, unter anderem einer Reise nach Lappland (Sápmi) im Polarkreis, die für mich eines der schönsten Erlebnisse war.
Ich habe viele, auch sehr enge Freundschaften mit anderen Erasmus-Studierenden geknüpft und viel über andere Kulturen gelernt. Wenn man offen auf Menschen zugeht und sich auf neue Erfahrungen einlässt, kann ein Auslandssemester zu einer der besten Zeiten des Studiums werden. Aus diesem Grund kann ich anderen nur empfehlen, ein Auslandssemester zu absolvieren.
Nina Kohler