Foto "Raumfahrt Agentur Rakete Mondlandung" von antenne

Die Reise von Menschen zum Mond und die Positionierung von astronomischen Teleskopen im Weltraum ist nicht nur eine technische Spitzenleistung, sondern auch die Konsequenz der mathematischen Naturwissenschaft. Die mathematische Naturwissenschaft ist der harte Kern der Kultur des neuzeitlichen Europas - Resultat von Renaissance und Aufklärung.

Die Raumfahrttechnik des 20. Jahrhunderts ermöglichte die Erkundung der Planeten und die Expeditionen zum Mond der Erde. Zwar wurde der Fortschritt der Weltraumfahrt wesentlich durch strategische Interessen bestimmt, aber sie hat doch tiefere Wurzeln und ist eingebettet in den Gesamtzusammenhang von Kultur und Wissenschaft. Astronomie und Weltraumforschung haben ihre Wurzel in dem Bestreben, die Stellung des Menschen in der räumlichen Weite und dem zeitlichen Horizont der Geschichte der Natur zu verstehen.

Wir möchten wissen was jenseits der Grenze  unseres Wissens ist. Dieses Verlangen kennzeichnet den Menschen – so formulierte es der Physiker und Naturphilosoph  Carl Friedrich von Weizsäcker.

Der Impetus zur Erforschung dessen, was sich jenseits der aktuellen Grenzen unseres Wissens befindet, durch präzise Beobachtung und  sorgfältige Experimente, durch authentische Erfahrung und nicht nur mit Roboteraugen, erwächst aus der Weltoffenheit die sich in der Neuzeit ab dem 16. Jahrhundert herausbildet. Weltraumtechnik ist Technologie – auf den ersten Blick wie jede andere auch. Dennoch hat sie von ihrer ursprünglichen Motivation, ihrer Ideengeschichte und der gedanklichen Vorwegnahme von Realität  in der „Science Fiction“ Literatur eine tief in der menschlichen Neugier verhaftete Komponente.  Aber technische Realisierung von Flugträumen erwachsen erst aus der mathematischen Naturwissenschaft und entfalten sich mit ihr.

Nach der intensiven Erkundung der Planeten unseres Sonnensytems sind in Zukunft ergänzend bemannte Expeditionen ein logische Folge, aber die interplanetare Raumfahrt hat auch die Schwierigkeit menschlicher Existenz in einer für den Menschen lebensfeindlichen kosmischen Umwelt offenbart. Der Weg in den Weltraum ist nicht einfach eine Fortsetzung der Entdeckungsfahrten auf dem Planeten Erde, weil der Mensch nicht kosmosfähig ist.

 

Zwar war der  Mindestaufwand für den Menschen der Kosmos in seiner  raumzeitlichen Erstreckung und jetzigen Gestalt, aber seiner Befahrung setzen die Naturgesetze enge Grenzen. Exkursionen zu den Planeten jenseits von Mars oder gar Expeditionen in den interstellaren Raum zu Planeten bei anderen Sternen sind auf absehbare Zukunft  unmöglich.

Aber Weltraumforschung und Weltraumnutzung sind längst Teil unserer technisch geprägten Kultur und von Satelliten getragenen Teleskope werden unser Bild vom Kosmos, auf der Grundlage der uns bekannten Naturgesetze, auch in Zukunft verfeinern und vertiefen.   

 

Informationen zum Vortrag

  • Campus: Furtwangen
  • Raum: I 0.17
  • Datum: 18.01.2018
  • Uhrzeit: 20:00

Referent

Prof. Dr. Hans-Joachim Blome

Hans-Joachim Blome studierte an den Universitäten Clausthal, Bonn und Köln Physik und Astronomie und promovierte an der Universität zu Köln in theoretischer Physik.                                                                   Von 1983 bis 1987 arbeitete er am Ins...

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