Studierende lernen das Destillieren

Der auf Flaschen gezogene HFU-Spirit

Verkostung des neuen Jahrgangs mit Mitgliedern des Rektorats, Partnern und Apfel-Stiftern

Vier verschiedene Apfelbrände traten gegeneinander in den Wettstreit: Welcher hat den besten Geschmack entwickelt? Seit Oktober 2017 haben Studierende der Studiengänge Bio- und Prozesstechnologie sowie Molekulare und Technische Medizin (Fakultät Medcial and Life Sciences) am HFU-Campus Schwenningen im Wahlfach "HFU Brennerei" gelernt, wie der Destilliervorgang zu beeinflussen ist. Als Ausgangsmaterial standen Äpfel von Streuobstwiesen zur Verfügung. Rund 35 Kilo Äpfel wurden pro Brand verwendet.

Nun ging es darum herauszufinden, wie man einen vielversprechenden, verkehrsfähigen Brand herstellt. Ist eine schnelle oder eine langsame Destillation besser? Im Wintersemester 2017/18 war die spezielle Aufgabe für die Studierenden beim Herstellprozesses des Destillats zu klären, ob verschiedene Enzyme, welche man der Maische beimischt, einen Einfluss auf den Methanolgehalt, die Ausbeute und nicht zuletzt den Geschmack haben. Selbstverständlich erfolgte die Zumischung der Enzyme nach Lebensmittelrecht. Mitglieder des Rektorats der Hochschule beteiligten sich an der Verkostung. Das Ergebnis: Zwei Brände teilen sich mit der identischen Gesamtnote Platz 1.

Alte Sorten, wie Berner Rosenapfel, Roter Ziegler oder Bohnapfel, wurden verwendet. Da es im Erntejahr 2017 auf den gepachteten Flächen der Stadt aufgrund des späten Frostes im Frühjahr keinen Ertrag gab, wurden Äpfel von Freunden der HFU-Brennerei bereitgestellt: Prof. Dr. Waldemar Reule, Frau und Herr Liebermann von der Bücherstube in Schwenningen sowie von Studierenden. "Unsere Bäume in Dauchingen sind teilweise 80 Jahre alt", erzählte Werner Liebermann - der selbst 1993 sein Diplom an der Hochschule Furtwangen abgelegt hatte.

Damit ist mittlerweile der fünfte Jahrgang des HFU-Spirits entstanden. Der Schnaps geht nicht in den Verkauf, sondern dient als besonderes Geschenk für Hochschulgäste aus dem In- und Ausland. Das Brennerei-Team - Stephanie Schäfer, Prof. Dr. Holger Schneider und Prof. Dr. Ulrike Salat - hat für die kommenden Semester viele weitere Projekte für die Studierenden in Planung. Aus dem Ausgangsprodukt Apfel oder Birne sollen künftig auch Gummibärchen, Kosmetik oder sogar Whiskey hergestellt werden.

Dass die Hochschule Furtwangen unter die Schnapsbrenner gegangen ist und ein gemeinsames Naturschutzprojekt zum Erhalt und der Pflege von Streuobstwiesen mit der Stadt Villingen-Schwenningen, dem Umweltzentrum Schwarzwald-Baar-Neckar und dem BUND Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg durchführt, wurde 2015 mit dem Landesnaturschutzpreis gewürdigt.