Bewegungsanalyse und Training
Für Berufstätige aus den Arbeitsfeldern der Gesundheitsförderung, Prävention und Rehabilitation
Sowohl im Leistungssport als auch in der Prävention und Rehabilitation ist es notwendig die menschliche Bewegung analysieren und durch gezieltes Training verbessern zu können.
Für die Konzipierung wirksamer Trainingsmaßnahmen und deren Effektbeurteilung bedarf es speziell ausgebildeter Experten.
Details zum Weiterbildungsangebot
Lernziele und Inhalte
Das CAS „Neuromuskuläre Funktion – Bewegungsanalyse und Training“ verleiht Ihnen die notwendige Handlungskompetenz menschliche Bewegungen detailliert analysieren und Trainingsmaßnahmen zielgerichtet auf Basis fundierter wissenschaftlicher Kenntnisse entwickeln und durchführen zu können. Hierdurch gewährleisten Sie Ihren Patientinnen und Patienten, Sportlerinnen und Sportlern eine bessere Betreuung und fördern deren optimale Regeneration und Leistungsentwicklung.
Das CAS Neuromuskuläre Funktion - Bewegungsanalyse und Training besteht aus den Einzelmodulen “Neuromechanik menschlicher Bewegung” und “Evidenzbasiertes Training”.
Inhalte Fach Neuromechanik menschlicher Bewegung
Fundierte biomechanische und neurophysiologische Kenntnisse sind die Voraussetzung, um menschliche Bewegung sowohl im Leistungssport als auch in der Therapie analysieren, bewerten und verbessern zu können. Im Modul „Neuromechanik menschlicher Bewegung“ werden biomechanische und neurophysiologische Analysemethoden in Theorie und Praxis erarbeitet und Kernkompetenzen für die eigenständige Durchführung von ganzheitlichen Bewegungsanalysen vermittelt.
Um darüber hinaus Veränderungen in Bewegungsmustern interpretieren und beeinflussen zu können, wird das Verständnis motorischer Kontroll- und Lernprozesse benötigt. Im Laufe des Moduls werden die neuronale Organisation von Bewegung und die Repräsentation verschiedener Organisationsinstanzen im zentralen Nervensystem näher betrachtet. Ein Verständnis der Rolle verschiedener Arten von Feedback bei motorischem Lernen bietet die Möglichkeit zur gezielten Einflussnahme auf motorische Lernprozesse in Sport und Therapie.
Bewegung aus neuromuskulärer und biomechanischer Perspektive
- Erläuterung zentraler biomechanischer Begriffe (z.B. Kinematik, Kinetik, Translation, Rotation, Hebel)
- Neuromechanik des Stehens: Theoretische Modelle, neuromotorische und biomechanische Aspekte, Probleme & Pathologien
- Neuromechanik der menschlichen Lokomotion: Theoretische Modelle des Gehens und Laufens, neuromotorische und biomechanische Aspekte
- Neuromechanik reaktiver und hochdynamischer Bewegungen: Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus, neuromuskuläre Gelenkkontrolle, Kräfte und Belastungen, Verhalten der Muskel-Sehnen-Einheit
- Risikofaktoren und Mechanismen von Sportverletzungen: Theoretische Modelle, aktueller evidenzbasierter Erkenntnisstand zu ausgewählten Sportverletzungen
- Motorische Kontrolle und Erlernen von Bewegung: Motorische Lernprozesse - Formen des motorischen Lernens, Neuronale Organisation und motorische Zentren
- Bedeutung von Feedback beim motorischen Lernen: Formen von Feedback (extern, intern), Nutzen für das Bewegungslernen
Integration sensorischer Information (z.B. Propriozeption oder Schmerzen) in das Bewegungshandeln
- Analyse menschlicher Bewegung: Verfahren der biomechanischen Bewegungsanalyse - Analyse des menschlichen Standes mittels Posturographie
- Analyse der Bewegung mittels 2D- und 3D-Bewegungsanalyse
- Bestimmung von Kräften und Belastung
- Neurophysiologische Ansätze der Analyse menschlicher Bewegung: Bestimmung der Muskelaktivierung mittels Elektromyographie
- Verfahren der peripheren und zentralen Nervenstimulation
- Analyse von Sensorik und Propriozeption
- Gang- und Laufanalyse: Einsatz integrierter biomechanischer Methoden (z.B. 3D-Bewegungsanalyse, Inverse Dynamik, Elektromyographie)
- Anwendung im Feld und in der Praxis (2D-Videoanalyse, quantitative und qualitative Bewertung)
Inhalte Fach Evidenzbasiertes Training
Um Trainingsprogramme effektiv und zielgerichtet gestalten zu können, bedarf es fundierter Kenntnisse über anatomische und physiologische Strukturen und Funktionen des menschlichen Körpers sowie über die durch Training auszulösenden Anpassungsreaktionen.
Zu Beginn des Moduls werden zunächst grundlegende Aspekte der Trainingsphysiologie er-arbeitet bzw. aufgefrischt. Auf dieser Grundlage werden die Anpassungsreaktionen verschiedener Systeme (z.B. kardiopulmonales System, Skelettmuskulatur) als Reaktion auf sportliches Training beleuchtet.
Der Fokus des Moduls liegt auf aktuellen Trainingsformen, welche wissenschaftlich aufgearbeitet und praktisch umgesetzt werden.
- Grundlagen der Trainingsphysiologie: Herz-Kreislauf-System
- Lunge und Gasaustausch
- Aufbau und Funktionsweise der Skelettmuskulatur und des passiven Bewegungsapparates
- Anpassungen an Training: Trainingstechnologie & Trainingsplanung/Trainingssteuerung - Trainingsprinzipien, Belastungsnormative, Trainingsplanung und -steuerung, Periodisierung & Zyklisierung von Trainingsphasen
- Anpassungsreaktionen der Körpersysteme an Training und an Inaktivität
- Präventions- und Rehabilitationskonzepte
- Lesen und interpretieren wissenschaftlicher Arbeiten im sport- und gesundheitswissenschaftlichen Themenfeld
- Spezifische Interventionsmaßnahmen: Krafttraining -Physiologische Grundlagen, Belastungsnormative, Anpassungsprozesse des zentralen Nervensystems und des Bewegungsapparates, Anwendungen zur Leistungssteigerung und in Prävention und Rehabilitation
- Ausdauertraining: Physiologische Grundlagen, kardiopulmonale und metabolische Anpassungsprozesse, Methoden des Ausdauertrainings, Anwendungen zur Leistungssteigerung und in Prävention und Rehabilitation
- Dehnen: Neuronale und strukturelle Grundlagen, Anpassungsmechanismen, aktuelle evidenzbasierte Erkenntnisse zur Wirksamkeit von Dehnen
- Sensomotorisches Training: Definition, zentrale und periphere Anpassungsprozesse, Anwendungen zur Leistungssteigerung und in Prävention und Rehabilitation
- Funktionelles Training: Definitionen, Merkmale und Konzepte, Bedeutung und Anwendung in der Sportpraxis
Zielgruppe und Voraussetzungen
Sie bewegen sich beispielsweise in Arbeitsfeldern wie der Physiotherapie, Sportmedizin, Orthopädie oder diverser Heil- und Hilfsberufe und möchten die Betreuung Ihrer Patientinnen und Patienten bzw. Breiten- und LeistungssportlerInnen weiter optimieren? Dann sind Sie bei uns richtig!
Voraussetzungen
Die Zulassung zu einem Angebot im Kontaktstudium setzt in der Regel ein Hochschulstudium oder eine Berufsausbildung in einem einschlägigen Beruf sowie eine mindestens einjährige Berufserfahrung voraus.
Ablauf
Das berufsbegleitende Zertifikatsstudium „Neuromuskuläre Funktion – Bewegungsanalyse und Training“ erstreckt sich über eine Dauer von zwei Semestern mit Präsenz- und Onlinephasen und beinhaltet zwei Weiterbildungsmodule.
Abschluss
Mit erfolgreicher Absolvierung beider Weiterbildungsmodule schließt das Zertifikatsstudium mit dem Certificate of Advanced Studies (CAS) „Neuromuskuläre Funktion – Bewegungsanalyse und Training“ ab. Insgesamt werden 15 ECTS vergeben.
Dozierende
Prof. Dr. Urs Granacher
Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Freiburg
urs.granacher(at)sport.uni-freiburg.de
Anmeldung
Bitte füllen Sie das Datei herunterladen:Anmeldeformular aus und senden Sie es an:E-Mail Anwendung wird gestartet: info(at)igf-studium.de
Kontakt: Link öffnet sich im gleichen Fenster:Karen Markowski
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