Deutsch-Nachhilfe für Flüchtlinge (Projekt 2017)

Eine studentische Projektgruppe, bestehend aus Mathias Kolbinger, Akila Speicher, Emre Sahin, Patrick Frick und Mike Putnik, entschied sich dazu die im vorhergehenden Sommersemester erstmals durchgeführte Deutsch-Nachhilfe für Flüchtlinge weiterzuführen. Einmal pro Woche trafen sich sowohl die freiwilligen Nachhilfelehrer als auch die Flüchtlinge aus dem Umkreis, um gemeinsam in lockerer Atmosphäre Deutsch zu lernen.

Zunächst einmal musste das Projekt publik gemacht werden, etwa über die Monitore an der Hochschule, um Freiwillige anzuwerben. Um die Flüchtlinge zu informieren, wurden in den Flüchtlingsunterkünften und an der Volkshochschule Flyer verteilt.

Wie kann man sich den Unterrichtsablauf vorstellen? Jeder Schüler bekam seinen eigenen Nachhilfelehrer. Manche wurden sogar richtig gute Freunde und trafen sich auch in ihrer Freizeit. In den Treffen lag der Fokus darauf, die Kommunikationsfähigkeit der Schüler zu verbessern. Diskussionen aber auch ganz normaler Small Talk waren dabei ein fester Bestandteil der Unterrichtseinheiten. Dadurch konnten die Schüler Deutsch lernen und die Studierenden hatten die Möglichkeit, mehr über fremde Kulturen zu lernen und Vorurteile abzubauen. Obwohl es hauptsächlich um aktives Sprechen ging, brachten Schüler hin und wieder Hausaufgaben und Fragestellungen von der Volkshochschule mit, welche wir dann versuchten zusammen zu lösen.

Das Projekt war ein voller Erfolg. Die Studierenden sagen: "Wir sind uns nicht ganz sicher, ob die Schüler mehr von uns oder wir mehr von ihnen gelernt haben!"

Erlebnistag für Flüchtlingsfrauen und –Kinder

Aufgrund positiver Rückmeldungen des im vorherigen Semester durchgeführten Internationalen Frauenfrühstücks mit Flüchtlingsfrauen entschied sich eine Projektgruppe, bestehend aus Lisa-Marie Merkel, Stephanie Möbius, Iza Hoffmann, Verena Schwarz Rosado, Viola Dukaj und Thanh Lan Pham, im Rahmen des Fachs Projektmanagement ebenfalls für ein soziales Projekt mit Flüchtlingen.

Dafür gestalteten sie einen gemeinsamen Tag für Flüchtlingsfrauen und deren Kinder im Gemeindesaal in Schwenningen, der von der Stadt zur Verfügung gestellt wurde. Es nahmen etwa 20 Kinder und 10 Frauen aus verschiedenen Flüchtlingsheimen teil. Es gab Essen und Trinken sowie Musik. Für eine Menge Spaß sorgte die Freiwillige Feuerwehr Schwenningen, die es den Kindern ermöglichte ein Feuerwehrauto genauestens zu begutachten sowie mit der Drehleiter hoch hinaus zu fahren, um die Aussicht über Schwenningen zu genießen.

Leserunde für Flüchtlinge

Sechs Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Studienvorbereitungskurses für Flüchtlinge äußerten den Wunsch, ein ganzes Buch auf Deutsch zu lesen. Dr. Lucy Lachenmaier, Lehrbeauftragte für Interkulturelles im Studienvorbereitungskurs für Flüchtlinge, hat ihnen ehrenamtlich nach ihren Vorlesungen diesen Wunsch erfüllt.

Sie entschied sich für den Titel „Aus dem Leben einer Matratze bester Machart“ von Tim Krohn, einem kurzen Roman, der die europäische Entwicklung von 1935 bis 1992 umfasst. Interessante Sprache, verschiedene Figuren und Orte, Aufteilung in kurze Kapitel - dies waren ausschlaggebende Gründe für ihre Wahl.

Ziel war es, die deutsche Sprache miteinander zu erleben, Literatur in einer Fremdsprache zu genießen und die Kultur näher zu bringen. Es wurde vorgelesen, Redewendungen erklärt und die geschichtlichen Hintergründe erläutert. Ein freier Umgang mit verschiedenen Themen, kulturelle Vergleiche und freie Meinungsäußerung wurden in der Runde praktiziert.

Die Lesenden bekamen je ein Exemplar kostenlos dank Spenden von verschiedenen Personen, der Bücherstube und der Diakonie Schwenningen.

Studenteninitiative für Kinder Villingen-Schwenningen e.V.

Die Studenteninitiative für Kinder Villingen-Schwenningen e.V. engagiert sich für eine Gesellschaft, in der alle Kinder unabhängig von ihrer finanziellen Situation Zugang zu guter, kostenloser und herzlicher Nachhilfe haben.Seit der Gründung im März 2015 hat sich dasTeam stetig vergrößert. Der Verein besteht mittlerweile aus zehn Studierenden im Organisationsteam und 15 Studierenden im Nachhilfeteam, die in sechs Schulen in Villingen-Schwenningen aktiv sind.

Das Nachhilfeangebot wurde für Flüchtlingskinder erweitert. Sie richtet sich an Kinder zwischen  6 und 11 Jahren und findet in der Friedensschule in Schwenningen (Grund- und Werkrealschule) statt. Es werden 15 Flüchtlingskinder dreimal in der Woche in den Fächern Deutsch und Mathematik unterrichtet.

Website: www.sfk-vs.de

Projekt "Kulturelles Zusammenkommen"

Eine studentische Projektgruppe aus deutschen Studierenden und französischen Austauschstudenten, bestehend aus Céline Schmitt, Nicolas Robert, Elena Kanzler, Anton Baker, Felix Loth, Friederike Hartleb, Alain Abbaz und André Gaupp, hat einen Tag für Flüchtlinge organisiert. Die Idee war: die Flüchtlinge kennen lernen und in Kontakt mit Gleichaltrigen bringen, die aus verschiedenen Ländern und Orten kommen. Zusätzlich sollten sie die HFU und ihre Studiengänge kennenlernen.

An der HFU gab es am 13. Juni 2017 eine Präsentation vonseiten der Studierenden. Sie stellten sich und ihre Herkunftsorte vor und präsentierten anschließend die HFU mit ihren Standorten und ihrer hohen Anzahl an verschiedenen Studiengängen. Im Anschluss konnten sich die elf teilnehmenden Flüchtlinge vorstellen. Die Mehrheit kam aus Gambia und vom Profi-Fußballer über Taxifahrer bis zum IT-Studenten zwischen 19 und 25 reicht das Spektrum.

Nachdem das Buffet eröffnet war, ergaben sich vielfältige Gespräche. "Es war schön zu sehen, wie offen und engagiert die Flüchtlinge sind und wie dankbar sie für das Zusammentreffen und das Buffet waren", sagen die Studierenden.

Web-Plattform www.SharityOnline.de

Studierende aus dem Studiengang eBusiness (Wirtschaftsnetze) an der Fakultät Wirtschaftsinformatik haben im Rahmen der Unterrichtsveranstaltung "Business Projekt" von Prof. Dr. Pavel Rawe ein Projekt vorgeschlagen, konzipiert und realisiert: Sie haben das Portal www.SharityOnline.de entwickelt.

Es handelt sich um eine Web-Plattform, die gemeinnützige Organisationen und freiwillige Helfer zusammenführt, um Flüchtlinge bei ihrer Integration in Deutschland zu unterstützen. SharityOnline.de ist das erste Portal seiner Art in Deutschland, das Organisationen und Helfern die Möglichkeit bietet sich zu vernetzen.

Beim Elevator Pitch des Landes Baden-Württemberg (hier das YouTube-Video) hat es mit großem Abstand den Publikumspreis gewonnen. Die gemeinnützigen Organisationen, wie Deutsches Rotes Kreuz, schreiben dort Aufgaben und Gesuche aus, damit sich freiwillige Helfer darauf gezielt melden können. Das reicht von Kleiderspenden über Begleitung bei Behördengängen, Deutschunterricht bis hin zu gemeinsamer Freizeitgestaltung. Die Kommunikation zwischen registrierten Helfern und Organisationen findet direkt auf dem Portal statt.

Fünf Studierende bilden den Vorstand, tragen unternehmerische Verantwortung und vertreten das Portal und Unternehmen in der Rechtsform eines eingetragenen, gemeinnützigen Vereins. SharityOnline e.V. finanziert sich ausschließlich durch Spenden.

Das erste Startkapital haben die Studierenden durch den Verkauf von Kuchen und Waffeln eingenommen. Mit der SAP AG konnte erstmals ein Unternehmen als Spender gewonnen werden, und das Portal weiteren Funktionstests unterzogen werden. Mittlerweile verfügt der Verein über ausreichend Kapital, um Werbemaßnahmen in Baden-Württemberg und Deutschland durchzuführen.

Deutsch-Nachhilfe für Flüchtlinge (Projekt 2016)

Vier Studierende des Studiengangs International Business Management, Anna Schroo, Rutendo Motsi, Anupong Tumjanda und Jeounggu Shim organisierten im Zuge ihres Projektstudiums Deutsch-Nachhilfe für Flüchtlinge in Schwenningen, um ihnen eine schnellstmögliche Integration zu ermöglichen.

"Die Anfänge gestalteten sich ein wenig schwierig, da wir keinerlei Kontaktdaten der Flüchtlinge hatten", erzählen die Studierenden. Nach mehrmaligen Besuchen in den Flüchtlingsunterkünften und direktem Kontakt sowie zahlreichen Treffen mit ihren Betreuern kam das Ganze schließlich ins Rollen. "Wir informierten die Flüchtlinge mithilfe von Übersetzern, Händen und Füßen über unser Vorhaben und das Interesse schien groß."  Es war sehr einfach freiwillige Nachhilfelehrer unter den HFU Studierenden zu finden. Doch zur ersten  Nachhilfestunde erschienen nur zwölf Flüchtlinge und etwa 18 Freiwillige (von insgesamt rund 40 Freiwilligen). "Wir waren sehr besorgt, da wir mehr Leute erwartet hatten." Nach einer Woche löste sich diese Besorgnis allerdings in Luft auf, da immer mehr Flüchtlinge kamen. Die Anzahl der Teilnehmer auf der Seite der Flüchtlinge verdoppelte sich, und dann verdreifachete sie sich sogar. Doch was genau machten die Leute 1-1,5 Stunden lang? Es wurde fleißig der Akkusativ erklärt, die Kommunikationsfähigkeiten verbessert und der Spaß kam auch nicht zu kurz. Die Freiwilligen mussten sehr flexibel sein: Da nicht immer genau dieselben Flüchtlinge erschienen, mussten sich einige spontan auf einen neuen Schüler einlassen. Verschiedene Schüler bedeuten auch verschiedene Deutschkenntnisse. "Das Projekt war ein Erfolg", sagen die Studierenden.

HFU Refugee Buddy

Fünf Studierende des Studiengangs Internationale Business Management wollten zu einer besseren Integration der Flüchtlinge beitragen und gleichzeitig den Studierenden der HFU eine Möglichkeit geben die Perspektive eines Flüchtlings kennenzulernen. Dafür riefen sie das „HFU Refugee Buddy Project“ ins Leben. Ähnlich wie beim bereits existierenden Buddy Projekt bekommen die teilnehmenden Studenten bei erfolgreicher Teilnahme ein offizielles Zertifikat, welches ihr soziales Engagement bescheinigt. Mitmachen konnte jeder, unabhängig von Fakultät, Studiengang oder Sprachkenntnissen, der bereit war sich mindestens vier Mal mit dem zugeteilten Buddy zu treffen. Zunächst war das Projekt nur für die Teilnahme von erwachsenen Flüchtlingen gedacht. In Zusammenarbeit mit der örtlichen Sozialstation und der verantwortlichen Sozialarbeiterin wurden dann entschieden, auch Flüchtlingskinder mit in das Projekt einzubeziehen.

Das Projekt bestand aus drei Gruppen: Frauen, Männer und Kinder. Bevor die Buddies zugeteilt wurden, haben die fünf Studierenden einen  Vorbereitungsabend für die insgesamt 37 teilnehmenden Studierenden organisiert. Dabei erhielten sie Informationen über die Hintergründe der sogenannten „Flüchtlingskrise“, die momentane Situation und die Rechte eines Flüchtlings. Eine Teilnehmerin hatte Arabischkenntnisse, so dass die restlichen Teilnehmer einen Crash-Kurs in Arabisch bekamen. Um Probleme zu vermeiden und um eine bessere Basis für gleiche Interessen zu schaffen, erhielten weibliche Flüchtlinge nur Studentinnen als Buddies und männliche Studenten nur männliche Flüchtlinge.

Leo Weißer, einer der Teilnehmer, sagt: „Mein Buddy Muaz und ich haben uns von Anfang an super verstanden. Obwohl er noch gar nicht lange hier ist, können wir uns mittlerweile sogar auf Deutsch unterhalten. Für mich ist es besonders interessant, wenn er von Deutschland aus seiner Perspektive berichtet. Ich habe mich entschlossen an dem Programm teilzunehmen, da ich mir ein persönliches Bild zur angeprangerten „Flüchtlingskrise“ machen wollte.“

Internationales Frauenfrühstück

Am 7. Mai 2016 fand im "Mauritius" in Schwenningen ein internationales Frauenfrühstück mit Flüchtlingsfrauen und deutschen Frauen statt. Das Frauenfrühstück wurde von drei Studentinnen des Studiengangs Internationale Betriebswirtschaft, Dajana Kopelmann, Elena Pinzon und Kerstin Frick, im Rahmen ihres Projektmanagementkurses veranstaltet.

Ziel des Frühstücks war die Förderung der Integration von Flüchtlingsfrauen mit einheimischen Frauen und die Kulturen vorzustellen. Insgesamt haben 45 Personen an dem Frühstück teilgenommen. Zur Auswahl stand deutsches sowie arabisches Essen, welches gemeinsam mit einer Flüchtlingsfrau eingekauft und zubereitet wurde. Ein syrischer Gitarrist spielte syrische Lieder und erklärte deren Bedeutung. Dazu wurde gesungen und einige Frauen haben getanzt. Ebenfalls gab es eine Tombola, bei der drei Frauen Geschenke gewonnen haben.

Das Mauritius, Sultan Kebap, Ali Baba Kebap, Kebap House und Herr Hofmann von der Evangelisch-Methodistischen Kirche haben das Projekt finanziert und das Mauritius hat die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt.

Sprachkurse zur Studienvorbereitung

Im Sommersemester 2016 und im Wintersemester 2016/17 bot die Hochschule Furtwangen über ihr Language Center in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit Villingen-Schwenningen/Rottweil studienvorbereitende Sprachkurse für Flüchtlinge an. Sie konnten vom Ausgangs-Sprachniveau B1 bzw. B 2 bis zu dem für ein Studium nötigen Niveau C1 kommen.

Wahlpflichtveranstaltung „HFU für Flüchtlinge“

Um zu unterstreichen, dass die Hochschule Furtwangen sich solidarisch mit Flüchtlingen zeigt, wurde die Pilot-Wahlpflichtveranstaltung „HFU für Flüchtlinge“ von Professoren und Akademischen Mitarbeitern verschiedenster Fakultäten ins Leben gerufen. Mit experimentellem Charakter sollten Lösungen für Flüchtlingsprobleme konzipiert werden. Was macht ein Mensch, wenn er sein Studium in seinem Heimatland wegen der Flucht abbrechen musste? Diesen und andere Fragen stellten sich die einzelnen Gruppen der WPV.

Einen Beitrag von GLFtv finden Sie hier: glftv.de/sendungsbeitrag/hfu-fuer-fluechtlinge/

Hochbeet-Bau

Wie man für den eigenen Bedarf Kräuter und Gemüse anbaut, indem man ein Hochbeet errichtet, brachten die Wirtschafts-Studentinnen Jessica Kompalla, Lisa Schandelmeyer und Sabrina Gantert im Herbst 2015 Flüchtlingen aus Gambia bei, die in Maria Thann wohnen. Gebaut wurden die Beete mit Hilfe eines ehrenamtlichen Bürgermentors.

Es entstand zunächst ein Hochbeet in Maria Thann, danach eines für die Senioren im "Haus der Betreuung und Pflege" am Deutenberg in Schwenningen und dann ein weiteres in der Nähe des Umweltzentrums auf der Möglingshöhe in Schwenningen.