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Details zum Studiengang

Aktuelle Studiengangsmodelle in Deutschland

Die in Deutschland angebotenen Bachelorstudiengänge für Hebammenwissenschaft folgen einem der drei Studiengangsmodelle:

  • primärqualifizierend = grundständiges Studium vom ersten Tag an inklusive einer Berufsqualifizierung/Berufszulassung
  • ausbildungsintegrierend = zusätzlich zur bisher üblichen berufsfachschulischen Ausbildung
  • berufsbegleitend = im Anschluss an die berufsfachschulische Ausbildung / während des Berufslebens

Der an der Hochschule Furtwangen angebotene Studiengang gehört zur ersten Gruppe der primärqualifizierenden Bachelorstudiengänge. Das bedeutet: Sie können ohne vorausgehende Fachschulausbildung die Berufszulassung als Hebamme (w,m,d) sowie den akademischen Grad Bachelor of Science erlangen. Die akademische Verantwortung für Konzeption und Durchführung des Studienganges liegt bei der Hochschule Furtwangen. Sie studieren in Vollzeit. Mindestens 2.200 Stunden praktische Ausbildung sind in den Studienverlauf integriert.

Unser Studiengang Hebammenwissenschaft

Die Hochschule Furtwangen vermittelt im Studiengang Hebammenwissenschaft fachliche und personale Kompetenzen, die für die selbstständige und umfassende Hebammenarbeit im stationären sowie im ambulanten Bereich erforderlich sind.

Studierende lernen alles rund um die Begleitung von Frauen und deren Familien während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Darüber hinaus eigenen sich die Studierenden Fähigkeiten an, Schwangere individuell und umfassend zu beraten und zu betreuen, Neugeborene auf dem Weg ins Leben zu unterstützen und für die Familien in ihrer neuen Lebensphase da zu sein.

Die theoretische und praktische Lehre

Studium zur Hebamme (I26197-1)

Die theoretischen und praktischen Lehrveranstaltungen finden am Campus Furtwangen statt. Für Studierende im ersten Semester beginnt das Studium bereits im September. Die Vorlesungen starten jeweils in der dritten Septemberwoche. Ggf. kann im Vorhinein eine erste Einführung bei der verantwortlichen Praxiseinrichtung erfolgen.

Für die praktischen Studienphasen werden Studierende künftig einen Studierendenvertrag mit einer kooperierenden Praxiseinrichtung (Krankenhaus) schließen. Ihre berufspraktische Ausbildung wird überwiegend in diesen Krankenhäusern stattfinden und auch über diese vergütet werden. Außerdem erhalten Studierende die Möglichkeit, Erfahrungen in weiteren Kreißsälen zu sammeln und lernen das außerklinische Setting kennen. So lernen die Studierenden den spannenden Berufsalltag von erfahrenen Hebammen im Kreißsaal, auf der Wochenbettstation, in Geburtshäusern oder hebammengeleiteten Einrichtungen möglichst frühzeitig und umfassend kennen und können ihre an der Hochschule erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten im realen Praxiseinsatz anwenden.

Qualifikationsziele

Fachliche Qualifikationsziele
Die Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs ...

  • erlangen fachliche und personale Kompetenzen, die für die selbstständige und umfassende Hebammentätigkeit im stationären sowie im ambulanten Bereich erforderlich sind
  • können Frauen während der Geburt betreuen und das ungeborene Kind mit Hilfe geeigneter klinischer und technischer Mittel überwachen sowie Geburten bei Schädellage und im Notfall Steißgeburten durchführen
  • können über Risikoschwangerschaften, Regelwidrigkeiten sowie Komplikationen in einer Schwangerschaft aufklären, diese erkennen und angemessene Maßnahmen für eine ärztliche Behandlung ergreifen
  • können Frauen und Familien in belastenden Lebenssituationen, psychosozialen Problemlagen, insbesondere bei Totgeburten und Fehlgeburten sowie Abbrüchen von Schwangerschaften unterstützen, betreuen, begleiten und ggf. erforderliche Maßnahmen ergreifen
  • können ärztlich angeordnete Maßnahmen eigenständig durchführen. Dies beinhaltet Maßnahmen der Erstversorgung von Mutter und Neugeborenem nach geburtshilflichen Eingriffen und Operationen
  • analysieren komplexe geburtshilfliche Situationen kritisch, erkennen die individuellen Bedürfnisse und Interessen der betreuten Frauen und Familien und richten das weitere, evidenzbasierte Handeln im Rahmen einer partizipativen und vertrauensvollen Beziehung daran aus
  • können im Notfall bei Abwesenheit einer Ärztin oder eines Arztes medizinische Maßnahmen einleiten und durchführen sowie Wiederbelebungsmaßnahmen bei der Frau und dem Neugeborenen durchführen
  • können die konkreten Lebenssituationen und die persönlichen Hintergründe der zu betreuenden Frauen und Familien sowie die besonderen Belange von Menschen mit Behinderung oder chronischen Erkrankungen in ihrer täglichen Arbeit einordnen, entsprechend berücksichtigen und ggf. Maßnahmen ergreifen
  • können erforderliche Untersuchungen und Assessments zur Feststellung, Beobachtung und Überwachung einer physiologischen Schwangerschaft anwenden sowie Frauen und Familien entsprechend auf die Geburt, das Wochenbett und die Elternschaft vorbereiten
  • können Frauen und Neugeborene nach der Geburt und im Wochenbett unterstützen, pflegen und deren Gesundheitszustand überwachen, den Verlauf dokumentieren sowie die Beratung und Anleitung zu Ernährung, Pflege, Hygiene und Versorgung des Neugeborenen durchführen

 

Überfachliche Qualifikationsziele
Die Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs ...

  • werden dazu befähigt, die Verantwortung für die geburtshilfliche Versorgung von Frauen, ihren Neugeborenen und ihren Familien während Familienplanung, Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und erstem Lebensjahr des Kindes zu übernehmen.
  • können grundlegende Kompetenzen bezüglich Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens, einschließlich der Fertigkeit zur systematischen Erhebung, Analyse und Interpretation von Datensätzen, zur qualitätsbezogenen Weiterentwicklung der eigenen Vorgehensweise anwenden
  • erlangen kommunikative Fähigkeiten um Frauen und Familien in partnerschaftlicher, respektvoller Zusammenarbeit zu beraten, sie zu begleiten und zu Belangen der Familienplanung, Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit adäquat aufzuklären. Sie handeln dabei empathisch lösungsorientiert und respektieren bzw. berücksichtigen dabei soziale, religiöse und kulturelle Hintergründe der Klienten

 

Berufliche Qualifikationsziele
Die Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs ...

  • entwickeln eine kritisch-reflexive Grundhaltung, um sich mit dem eigenen Handeln auf Grundlage von theoretischem und praktischem Wissen auseinanderzusetzen, es zu reflektieren und zu begründen. Dies beinhaltet das Anwenden von evidenzbasiertem Wissen zur Planung, Steuerung, Verbesserung und Gestaltung von hochkomplexen Betreuungsprozessen, sowie bei Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung
  • machen eine Persönlichkeitsentwicklung durch und erwerben dadurch ein berufliches Selbstverständnis auf den Grundlagen eines fundierten Wissens der Hebammenwissenschaft
  • besitzen angemessene Kenntnisse und Reflexionsfähigkeit der Berufsethik und der Rechtsvorschriften, die für die Ausübung des Berufs einschlägig sind
  • erlangen Grundkenntnisse und Fähigkeiten sich mit berufspolitischen Aspekten auseinanderzusetzen, mit dem Ziel das Berufsbild weiterzuentwickeln und das Ansehen des Berufsstandes zu fördern
  • erwerben Kenntnisse und Fertigkeiten um an der Entwicklung von Qualitätsmanagementkonzepten, Risikomanagementkonzepten, Leitlinien und Expertenstandards mitzuwirken
  • können aktuelle Forschungsgebiete der Hebammenwissenschaft und forschungsgestützte Problemlösungen wie auch neue Technologien in das berufliche Handeln übertragen und erkennen berufsbezogene Forschungs-, Fort-und Weiterbildungsbedarfe
  • erlangen die Fähigkeit zur persönlichen Berufs- und Lebensplanung und verinnerlichen, dass lebenslanges Lernen als ein Prozess der eigenen Biographie angesehen werden soll und erkennen fortlaufende Weiterentwicklung als notwendig an
  • können Maßnahmen zur Prävention und Gesundheitsförderung planen, durchführen und evaluieren
  • können interprofessionell mit anderen Berufsgruppen fachlich kommunizieren und effektiv zusammenarbeiten mit dem Ziel der optimalen Versorgung von Mutter, Kind und Familie. Bei der Zusammenarbeit mit anderen sind sie in der Lage individuelle, multidisziplinäre und berufsübergreifende Lösungen vor allem für regelwidrige Schwangerschafts-, Geburts-, und Wochenbettverläufe zu entwickeln und teamorientiert umzusetzen.