Eintrag (I27228)

Constructive Alignment

Lehre gestalten

Es gibt bestimmt eine Frage, die Sie nicht mehr hören können: "Ist das klausurrelevant"?
Und es gibt einen Satz, den Lernende nicht mehr hören können:
"Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir!"

Ist es nicht verständlich, dass Lernende bei der Masse an Lernstoff primär priorisiert die Inhalte lernen, die auch abgeprüft werden?
Wie kann man die oben stehenden, ja fast konträren Ausgangssituationen, nun auf einen gemeinsamen Nenner bringen?

Ein Ansatz ist das sogenannte Constructive Alignment (von John Biggs):
Eine konstruktive Abstimmung von Lernzielen, Lernmethoden und Prüfungsmethoden.

Wird das geprüft, was sich aus den eigenen Lehrzielen ergibt, wird vielleicht am ehesten das gelernt, was einer Lehrperson vorschwebt - aber mit der konstruktivistischen Offenheit, dass Lernende sich Wissen aktiv und selbstständig aneignen und auch unbeabsichtigte Lernergebnisse zu tragen kommen können.

Beispiel

Lehr-/Lernziel: Medizinstudierende können am Ende der Veranstaltung ein Anamnesegespräch führen.
Lernaktivität/Lernmethode: In Gruppenarbeiten werden Bestandteile eines Anamnesegesprächs zunächst erarbeitet. Anschließend erfolgt eine Videoaufnahme eines Anamnesegesprächs anhand eines Fallbeispiels, das im Plenum diskutiert wird.
Prüfmethode: In einer mündlichen Prüfung wird ein Anamnesegespräch simuliert.

Keine Prüfmethode im Sinne des Constructive Alignment wäre hingegen:
Studierende benennen die Phasen eines Anamnesegesprächs.

Weiterführende Literatur

Biggs J. & Tang, C. (2011). Teaching for Quality Learning at University: What the Student Does (4. Aufl.). Maidenhead: Open University Press.

E-Teaching. Constructive Alignment. Online abrufbar unter https://www.e-teaching.org/didaktik/konzeption/constructive-alignment