Musik, Klang und Technologie
Das HFU Musikdesign Labor entwickelt und begleitet Projekte in Forschung, Design und Medienkunst. Hier bei geht es um ein relativ breites Spektrum von Themen zu Klang und Musik:
- Musiktechnologie zur Unterstützung von Musizieren und Musikhören
- Interaktive Klang- and Musikanwendungen
- Klang in virtuellen Räumen und immersiven Medien
- Klangökologie
Die Anwendungsfelder der Projekte des Labor umfassen dabei Kunst und Kultur, Bildung und Vermittlung, Gesundheit und Wellbeing sowie industrielles Design und Engineering.
Das Musikdesign Labor hat in an der HFU keine eigenen Räumlichkeiten; es trägt zum Link öffnet sich im gleichen Fenster:Media Synthesis Lab und dem Link öffnet sich im gleichen Fenster:Spiellabor bei. Eine enge Zusammenarbeit verbindet das Labor mit der Hochschule für Musik Trossingen und seinem Landeszentrum Musik, Design, Performance. Hochschulintern ist das Musikdesign Labor über verschiedene Projekte mit dem Link öffnet sich im gleichen Fenster:IMeRT Hub, dem Link öffnet sich im gleichen Fenster:IMTT, dem Link öffnet sich im gleichen Fenster:IIIUS und dem Externer Link wird in neuem Fenster geöffnet:Deutschen Uhrenmuseum vernetzt.
Austattung
Zur Ausstattung des Labors gehören folgende Systeme:
- 28.4 Klangdom auf der Basis von Fohhn Area Lautsprechern (im MSL)
- 24.2 Klangdom auf der Basis von WHD Lautsprechern (mobil mit geodätischem Dom aus Holz)
- vernetzte mobile Endgeräte und Lautsprecher
- Prototyping-Elektronik für Audioanwendungen (Bela.io, Raspberry Pi, Arduino, etc.)
- Sensorik und musikalische Controller
Kooperationen
Weitere Kooperationsprojekte verbinden das Labor mit nationalen und internationalen Akteuren, die sich intensiv mit Klang, Musik und Medienkunst beschäftigen:
- Kunstverein Global Forest, St Georgen im Schwarzwald
- LandFrust, Agentur für urbane Adaptionen, Schwenningen
- Klangerfinder, Agentur für Sound-Design und Audio-Branding, Stuttgart
- Sonic Space, Hochschule für Musik Basel
- Fachbereich Audiokommunikation, TU Berlin
- IRCAM – Cente Pompidou, Paris
Laborleitung
Geleitet wird das Musikdesign Labor von Prof. Dr. Norbert Schnell. Die projektabhängigen Kooperationspartner und Mitarbeiter werden in den Beschreibungen der einzelnen Projekte genannt.
Fragen und Interesse an Musikdesign? Klingt für mich toll!
Stellv. Studiendekan Games & Immersive Media (B.A.) (GMB)
Auslandsbeauftragter
Projekte
Forschungsprojekte DIDEM und KlangDem
Im Rahmen der Forschungsprojekte Link öffnet sich im gleichen Fenster:DIDEM und Link öffnet sich im gleichen Fenster:KlangDem entwickelt das Musikdesign Labor mehrere Prototypen, die es in der Pflege von Menschen mit Demenz ermöglichen, immersive Klangumgebungen aus verschiedenen Lebenssituationen (Arbeit, Hobby, Sport, Festlichkeiten, Urlaub, etc.) erlebbar zu machen. Beide Projekte werden vom IMTT initiiert und geleitet.
Als finalen Prototyp des Projekts DIDEM entsteht die interaktive Klangauflage. Die Klangauflage bietet eine glatte Holzoberfläche, die es den umsitzenden Personen erlaubt, durch Auflegen von Holzfiguren und bebilderten Holzkarten gemeinsam immersive Klangumgebungen zu gestalten und zu erleben. Mit entsprechender Begleitung durch eine Betreuungskraft unterstützt die Klangauflage Erinnerungsarbeit und Erzählungen sowie spielerische und musikalische Anwendungen. Jede Figur oder Karte steht dabei für einen Klang wie Vogelgezwitscher, einen Zug oder ein Musikinstrument, der durch Platzieren auf der mit Markierungen versehenen Holzoberfläche einer Position zugeordnet wird. Die so entstehenden räumlichen Klangkompositionen können mit aufgelegten Händen zusätzlich auch haptisch wahrgenommen werden. Die Tischauflage integriert mehrere Körperschallwandler, kontaktlose Sensoren und einen Einplatinencomputer in einem geschlossenen Holzgehäuse.
Die interaktive Klangauflage wird im Nachfolgeprojekt zunächst im Projekt KlangDem und dann in einem Start-up-Projekt weiterentwickelt. Das Start-up „Externer Link wird in neuem Fenster geöffnet:Kokea Board” wurde 2026 von Philipp Wandel, Patrizia Held und Oliver Grether (Alumni des Studiengangs Musikdesign der HfM Trossingen) gegründet und hat ein EXIST-Gründungsstipendium erhalten.
Das Projekt „DIDEM –Digitale Technologien für die Versorgung von Menschen mit Demenz” wurde im Rahmen des Programms „Transfer” von der Carl-Zeiss-Stiftung gefördert. Das Projekt „KlangDem – Transfer und Implementierung von digitalen Klanginterventionen für Menschen mit Demenz“ wurde im Rahmen des Programms „DATIPilot-Sprint“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.
Mitwirkende:
- Prof. Dr. Norbert Schnell, Koordinator Musikdesign, Konzeption und Entwicklung
- Florian Röhrl, Mitarbeiter für Sounddesign, Gestaltung und Entwicklung
- Philipp Wandel, Wissenschaftliche Hilfskraft für technische Konzeption und Entwicklung, Masterthesis im Studiengang Design interaktiver Medien über „Die Entwicklung interaktiver multimodaler Anwendungen zur multisensorischen Stimulation durch akustische und haptische Reize für Menschen mit Demenz” (2023), Mitgründer Kokea-Board
- Patrizia Held, Koordinatorin des Forschungsprojekts DIDEM am IMTT, Mitgründerin Korea-Board
- Katharina Reinhart, Koordinatorin des Forschungsprojekts KlangDem am IMTT
- Oliver Grether, Alumni des Studiengangs Musikdesign der HfM Trossingen, Mitgründer Kokea-Board
Literatur:
- P. Held, F. Röhrl, N. Schnell, „Interactive Soundscape Tabletop to Promote Immersive Sound Experiences for People Living With Dementia and Their Caregivers” in Mensch und Computer 2023, Rapperswil, Sept 2023.
- N. Schnell, P. Held, F. Röhrl und P. Wandel, „Design einer Tischauflage zur Interaktiven Gestaltung Immersiver Klangumgebungen in der Sozialen Betreuung von Menschen mit
Demenz” in „Klang menschzentriert gestalten” in der Reihe „Theorie und Praxis der Musikvermittlung" des Lit-Verlags, Oktober 2026.
Bildergalerie:
- 01: Präsentation eines Prototyps der interaktiven Klangauflage mit interessierten Unternehmern (Stefan Huber von WHD und Konrad Gießibl von Resono), Foto: Philipp Wandel
- 02: Technischer Aufbau der interaktiven Klangauflage
- 03: Erster Prototyp einer immersiven Klanginstallation im Rahmen des Projekts DIDEM (der „Klangschirm"), Foto: Norbert Schnell
Digitale Musikinstrumente für Menschen mit Behinderung
Das Thema der digitalen Musikinstrumente für Menschen mit Behinderung startet bereits 2018 an der damaligen Fakultät Digitale Medien als Studienprojekt, das von Andreas Brand (HfM Trossingen) und Prof. Dr. Norbert Schnell betreut wird.
Bereits in diesem Rahmen tut sich Andreas Förster mit der Konzeption und prototypischen Entwicklung zweier Projekte hervor. Bei der Sternenhimmel-Installation „SnoeSky” können mit einer Taschenlampe kleine Lichter an der Zimmerdecke in Sternenkonstellationen sowie elektronische Klänge ausgelöst werden. Die Installation „SonicDive" erweitert ein Bällebad um audiovisuelle Effekte, die über eine Kamera durch die Bewegungen der Personen in den Bällen gesteuert werden. Aber auch andere Studierende entwickeln interessante Projekte.
2021 beginnt Andreas Förster seine Dissertation über „Zugängliche digitale Musikinstrumente im sonderpädagogischen Kontext" mit einem Stipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung. Das Promotionsprojekt wird von Prof. Dr. Norbert Schnell und dem Promotionskolleg der HFU betreut und ist bei Prof. Dr. Stefan Weinzierl im Fachbereich Audiokommunikation der TU-Berlin angesiedelt.
Teil der Dissertation sind eine qualitative und eine größere quantitative Erhebung über die Verwendung von digitalen Musikinstrumenten in deutschen Förderschulen sowie eine Designstudie über die Entwicklung mehrerer digitaler Musikinstrumente für Schüler und Schülerinnen einer Förderschule, die Andreas Förster über ein Jahr begleitet hat.
Am 21. Juli 2025 verteidigt Andreas Förster seine Dissertation „mit Auszeichnung" an der TU Berlin. Im gleichen Jahr wird seine Arbeit mit dem Link öffnet sich im gleichen Fenster:Gips-Schüle-Sonderforschungspreis ausgezeichnet.
Im Anschluss gründet Andreas Förster mit Mathias Komesker und Christina Komesker das Start-up Klingklusion, das ein EXIST-Gründungsstipendium erhält. Ziel ist es, den interaktiven Sternenhimmel sowie eine vereinfachte Gitarre, die während Andreas Försters Promotionsprojekt entstanden ist, weiterzuentwickeln. Das Projekt wird 2026 mit einer Förderung im Rahmen des Programms „Junge Innovatoren“ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit der HFU weitergeführt.
Mitwirkende:
- Dr. Andreas Förster, Dissertation „Zugängliche digitale Musikinstrumente im sonderpädagogischen Kontext", Mitgründer Klangklusion
- Prof. Dr. Norbert Schnell, Betreuung Doktorat Förster
- Prof. Dr. Stefan Weinzierl, Audiokommunikation TU-Berlin, Betreuung Doktorat Förster
Literatur:
- A. Förster, C. Komesker, N. Schnell, „SnoeSky and SonicDive - Design and Evaluation of Two Accessible Digital Musical Instruments for a SEN School", New Instruments of Musical Expression, Birmingham UK, July 2020.
- A. Förster, N. Schnell. Harmonizing Abilities : Collaborative Digital Musical Instruments for Students with Complex Disabilities Using the Some for Many Strategy. Extended Abstracts of the 2024 CHI Conference on Human Factors in Computing Systems, Honolulu, USA, 2024.
- A. Förster, N. Schnell. Accessible guitar playing: Exploring participatory design of digital musical instruments in a special educational needs school. International Journal of Human-Computer Studies, 2025.
- A. Förster, „Zugängliche digitale Musikinstrumente im sonderpädagogischen Kontext", Dissertation an der Technischen Universität Berlin, 2025.
Links:
- Beitrag von Andreas Brand über „Kulturelle Teilhabe im Kontext digitaler Medien" auf der Webseite der HfM Trossingen: www.hfm-trossingen.de/hochschule/landeszentrum/selbstwirksamkeit-kulturelle-teilhabe-im-kontext-digitaler-medien
- Präsentation von „SnoeSky" auf Bela.io: blog.bela.io/snowsky-installation/
- Webseite zum Gips-Schüle-Sonderforschungspreis 2025: gips-schuele-stiftung.de/musizieren-ohne-grenzen-wenn-technik-tueren-oeffnet/
- „Das Unmögliche möglich machen" – Magazin der Gips-Schüle-Forschungspreise 2025: gips-schuele-stiftung.de/wp-content/uploads/2025/12/GSS-Magazin_Forschungspreise_2025_web.pdf
- „So klingt Inklusion" – Pressmitteilung der TU-Berlin: www.tu.berlin/news/detail/so-klingt-inklusion
Bildergalerie:
- 01: Prof. Dr. Norbert Schnell und Andreas Förster mit zwei Varianten einer vereinfachten Gitarre, Foto: HFU
- 02: Tests mit dem interaktiven Bällebad „SonicDive" in der Bretalschule (2019), Foto: Andreas Förster
- 03: Installation des interaktiven Sternenhimmel „SnoeSky” an der Decke des Snoezelen-Raums der Bregtalschule (2019), Foto: Andreas Förster
Interaktiver LED-Boden für das TOCCARION
Das Musikdesign Labor hat für das Externer Link wird in neuem Fenster geöffnet:TOCCARION im Festspielhaus Baden-Baden einen interaktiven LED-Boden entwickelt. Das TOCCARION ist eine Musik-Erlebniswelt für Kinder und bietet Führungen und Workshops für Schulklassen und private Gruppen an. Kinder und Erwachsene werden hier von Lotsen und Lotsinnen beim Musizieren und Lernen mit Musikinstrumenten und interaktiven Installationen begleitet und angeleitet.
Der für das TOCCARION entwickelte interaktive LED-Boden „Tap'n'Dance" ersetzt und erweitert die vorherige Installation eines interaktiven Bodens mit 32 x 32 Leuchtpunkten durch einen hochauflösenden 3⨉3 Meter großen in den Boden eingelassenen Bildschirm (1200⨉1200 Pixel) mit optischen Sensoren. Die für den Boden entwickelten Anwendungen sind Musikspiele und kollektive Musikinstrumente, die die Nutzenden zur Bewegung und zum Musizieren einladen.
Im Rahmen des Projekts beschäftigen sich auch Studierende mit der Konzeption und Gestaltung von Anwendungen für den LED-Boden. Studierende des Studiengangs Design interaktiver Medien gestalten mit „Die 12 tanzenden Blumen" eine Anwendung, deren musikalische und graphische Gestaltung von einer Szene eines Animationsfilms aus dem Jahr 2006 inspiriert ist.
Nach einer einjährigen Test- und Entwicklungsphase im Musikdesign Labor (Latent Space) im Gründer- und Kreativzentrum DIE HALLE in Schwenningen, wird der LED-Boden im August 2024 im TOCCARION in Baden-Baden installiert und in Betrieb genommen. Die Anwendungen werden im Rahmen der Masterarbeit von Jule Heizmann evaluiert und angepasst.
Weitere Entwicklungen sind geplant.
Mitwirkende:
- Prof. Dr. Norbert Schnell, Konzeption und Entwicklung, Betreuung von Projekten mit Studierenden
- Roland Sproll, Konzeption und Entwicklung
- Jule Heizmann, Masterthesis im Studiengang Design interaktiver Medien über die „Evaluation und Weiterentwicklung des Interaktionsdesigns interaktiver Musikanwendungen für einen LED-Boden" (2025/2026)
- Studierende des Masterstudiengangs Design interaktiver Medien (Rebecca Chemata, Alexander Gritzfeld, Bao Han Nguyen, Jule Heinzmann, Alida Kohler, Lucia Rothweiler, Sven Schirmaier), Konzeption und Gestaltung der Anwendung „Die 12 tanzenden Blumen"
- Studierende des Projektstudiums der Fakultät Digitale Medien (Adis Talic, Daniel Kelesov, Evelin Sinner, Bushra Radi, Güney Koçyiğit), Gestaltung und Entwicklung verschiedener Anwendungsprototypen und Visualisierungen
Bildergalerie:
- 01: Test eines Anwendungsprototypen („Kreistanz") im TOCCARION
- 02: LED Boden mit „Beat Machine" Anwendung
- 03: LED Boden mit „Rhythmuslauf" Spiel
- 04: LED Boden mit „12 tanzenden Blumen" entworfen von Studierenden
- 05: LED Boden mit „Active Grid" Spiel
- 06: LED Boden mit einer Prototyp-Anwendung mit Orgel-Klängen im Musikdesign Labor
- 07: LED Boden mit verschiedenen von Studierenden entworfenen Visualisierungen
- 08: Aufbau des LED Bodens im TOCCCARION