Wald-Klima-Emotionen

zu den Forschungsprojekten

Der Wald leidet, wir auch

Die spannende Kombination von Waldpädagogik und den Gesundheitswissenschaften!

Im Projekt „Wald-Klima-Emotionen“ bringen die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) und die Hochschule Furtwangen (Fakultät Health, Medical & Life Sciences) bewährte methodische Herangehensweisen aus der Waldpädagogik und den Gesundheitswissenschaften zusammen. 

Nach der Identifizierung und Analyse bestehender Konzepte, sollen darauf aufbauend waldpädagogische Ansätze für den Umgang mit Klimaemotionen in der Erwachsenenpädagogik entwickelt und erprobt werden. Ergänzend wird in einem weiteren Schritt eine Verknüpfung mit Ergebnissen des Mensch-Wald-Monitors (laufende Bevölkerungsbefragung der FVA zur Wahrnehmung von Wald und Waldwirtschaft mit Vertiefungsstudie zu Klima- und Transformationsemotionen) durchgeführt. 

Hintergrund: Warum der Wald so wichtig für uns ist

Über Wälder in Baden-Württemberg ist bekannt, dass Menschen sich der Waldlandschaft emotional sehr verbunden fühlen, sodass die Sorge um das Wohlergehen der Wälder groß ist. Die klimabedingten Waldveränderungen machen Wälder zu einem unmittelbar erfahrbaren Ausdruck für die Klimakrise (FVA, Mensch-Wald-Monitor). Zugleich haben Wälder in Baden-Württemberg ihre Bedeutung als wichtige Orte für die Bewältigung von Angst und psychischer Belastung unter Beweis gestellt – dies zeigte sich besonders während der Corona-Pandemie. Mit drohenden Waldverlusten steht daher der Zugang zu einer wichtigen Gesundheitsressource für viele Menschen zur Disposition. Während sich verschiedene Akteurinnen und Akteure im Gesundheitssektor diesem Themenfeld zuwenden, verfügt die Waldpädagogik über spezifische Ansätze zur Sensibilisierung für Transitionsprozesse im Wald, die bisher zu wenig genutzt werden. Sie hat etabliertes Handwerkszeug entwickelt, um im Wald mit Menschen über deren Waldbeziehungen zu sprechen und das persönliche Erleben in einen größeren Kontext (Waldbewirtschaftung, Multifunktionalität, klimabedingte Waldveränderungen) zu stellen. Im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) vermittelt Waldpädagogik Transformations-Kompetenzen und befähigt Menschen zu positivem Erleben von (kollektiver, nachhaltiger) Handlungsfähigkeit. Damit kann die Waldpädagogik als bedeutende Schnittstelle zwischen Akteurinnen und Akteuren aus dem Forstbereich, dem Gesundheitssektor und der Bevölkerung fungieren, indem sie Strategien entwickelt, Klimaemotionen im Kontext Wald zu begegnen. Darüber hinaus entspricht das Projekt mit dieser Schwerpunktsetzung auch dem Koalitionsvertrag (Stärkung der Erholungs- und Heilfunktion des Waldes, Weiterentwicklung der Waldpädagogik) und knüpft an bundesweite Bestrebungen zur Qualitätssicherung von Gesundheitswissen in der Waldpädagogik an.

Im Projekt „Wald-Klima-Emotionen“ bringen die FVA und die Hochschule Furtwangen (Fakultät Health, Medical & Life Sciences) bewährte methodische Ansätze aus der – Waldpädagogik und den Gesundheitswissenschaften zusammen. Politische Rahmenbedingungen Im Rahmen der Evaluierung der Waldpädagogik-Konzeption Baden-Württemberg wird Gesundheit als wichtiges Handlungsfeld der Zukunft identifiziert. Die Waldstrategie Baden-Württemberg bietet im Bereich Wald und Gesundheit umfangreiche Vorarbeit als Grundlage, weist jedoch im Bereich Waldpädagogik noch deutliche Lücken auf. Hier setzt das Kooperationsprojekt an und greift gezielt bestehende Leerstellen auf, die im Kontext des Dialogforums „Miteinander Wald Erleben“ wiederholt benannt wurden: Die Bearbeitung der Themen Waldpädagogik, Umweltkommunikation, Emotionen und Klimawandel.

Projektziel:

Ziel ist es, auf Basis bestehender Konzepte Formate zu entwickeln und zu erproben, die Klimaemotionen erlebbar und besprechbar machen. Damit entstehen praxiserprobte Formate, die waldpädagogische und gesundheitswissenschaftliche Ansätze im Umgang mit Klimaemotionen verbinden. Der Wald fungiert dabei als therapeutischer Raum, in dem einerseits Themen im Zusammenhang mit Klimawandel sinnlich erlebbar werden und sich andererseits unmittelbar positive Wirkungen auf die psychische und mentale Gesundheit entfalten können. So entstehen Räume, in denen Klimasorgen nicht länger sprachlos machen, sondern in konkrete Handlungsfähigkeit verwandelt werden können.

Die Nachrichten über aktuelle oder zukünftige Folgen des Klimawandels lassen mich oft verzweifeln.
Patrick Ruppel et.al. im "Ratgeber für mentale Gesundheit im Klimawandel"
Projektpartner

VA Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) Baden-Württemberg

Förderung

Wir sind dankbar für die Unterstützung durch Mittel der „Waldstrategie Baden-Württemberg“ der FVA, die dieses Projekt finanziell ermöglichen

  • Logo der FVA

Projektleitung

Ich informiere gerne zu diesem wichtigen Projekt!

Prof. Dr. Nicole Weydmann
Prof. Dr. Nicole Weydmann
+49 7723 920-2825 Schreiben nicole.weydmann@hs-furtwangen.de
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