LAUFENDE LOGISTIKPROJEKTE:

PreparedNet BMBF-Forschungsprojekt PreparedNET

 

Teilprojekt: Referenzmodellbildung und Simu­lation von GVZ-Pro­zes­sen zur Unter­stützung eines Supply Chain Risk Mana­gements (Förder­kenn­zeichen: 13N11136)

Motivation

Die mit der Pro­duktion von Gütern ver­bundene Wert­schöpfung wird in der Regel räumlich und orga­nisato­risch verteilt von mehreren Part­nern erbracht. Zudem ist die Waren­versor­gung zu einem hohen An­teil global orga­nisiert: Dies bedeutet, dass Be­schaffungs­material und Halb­fabrikate heute welt­weit einge­kauft und die daraus herge­stellten Produkte wiederum welt­weit vertrie­ben werden. Gleich­zeitig steigen die Anforde­rungen der Kun­den: so sind z.B. kurze Liefer­zeiten und ein breites Spek­trum an Service­leistun­gen wichtig, anderer­seits werden kunden­seitig aber auch niedrige Logistik­kosten erwar­tet. Um dies zu ge­währ­leis­ten, sind leis­tungs­fähige Logistik­netzwerke er­forder­lich.

Mit dem Bedeutungs­gewinn der Logistik, rücken aber auch ver­stärkt die Risi­ken in den Vorder­grund: Welche Risi­ken bestehen für zen­trale logis­tische Knoten­punkte in diesen Net­zen und welche Hand­lungs­optionen bieten sich, wenn etwa eine gra­vierende Stö­rung ein­tritt?

Gesamtprojekt und Teil­vorhaben

Ziel dieses Teil­vorhabens ist es, Ent­scheidungs­prozesse bei Ein­tritt von Schadenss­zenarien in komplexen Logistik­netzwerken zu unter­stützen, wobei der Fokus hier auf der kurz­fristigen Planung liegt. Mittels Simulations­studien werden die defi­nierten Schaden­szenarien hinsicht­lich ihrer Wir­kung auf das be­trof­fene GVZ bzw. GVZ-Netzwerk eva­luiert. Zudem wird nach Gestal­tungsalter­nativen ge­sucht, die es ermög­lichen, den ope­rativen Be­trieb nach der Beein­trächti­gung wieder­herzu­stellen. Grund­lage für das Prozess­verständnis ist ein prozess­orien­tiertes Referenz­modell, das spe­ziell für GVZ ent­wickelt wurde. 

Mit dieser Vorgehensweise werden zwei Unterziele verfolgt:

  1. Es ist beabsichtigt, Norm­strate­gien für fest­geleg­te Ab­läufe (Rou­tinen) auf Basis der Simu­lations­ergebnisse zu iden­tifi­zieren, die in Form von Hand­lungs­anwei­sungen weiter konkre­tisiert werden.
  2. Die Simulations­umgebung steht als Werk­zeug zur Ver­fügung, um bei Ein­tritt eines Schadens­falls situations­abhängige Handlungs­empfehlungen ab­zulei­ten. Im Gegen­satz zu 1. werden die Be­rechnun­gen nach Ein­tritt des Schadens­falls angestoßen, wobei die Modell­umgebung (model­liertes GVZ-Netz­werk) zur Ver­fügung steht.

Wichtige Kon­zepte sind in diesem Zusammen­hang Business Continuity An­sätze und Not­fallkon­zepte. Mit dem hier vor­geschla­genen Teil­vor­haben wird somit auch ein Bei­trag für ein effek­tives Supply Chain Risk Mana­gement auf tak­tischer und vor allem ope­rati­ver Pla­nungs­ebene ge­leistet. Der­zeit kon­zentrie­ren sich die meisten Publi­katio­nen und Unter­suchun­gen in diesem For­schungs­gebiet stärker auf die stra­tegische Ebene.

Projektförderung und -partner

Im Rahmen des Verbundprojekts "PreparedNET - Agenten­basier­te Simu­la­tion und Er­forschung eines Not­fall­konzep­tes zum Schutz von sen­siblen Logistik­knoten" werden diese Ri­siken ana­lysiert. Das Forschungs­pro­jekt wird ge­fördert vom Bundes­mini­sterium für Bil­dung und For­schung (BMBF) im Pro­gramm "For­schung für die zivile Sicher­heit" unter der Bekann­tmachung "Siche­rung der Waren­ketten". In das Pro­jekt sind neben der Hoch­schule Furt­wangen, Fakul­tät für Wirt­schafts­informatik, mehrere Part­ner aus den Be­reichen For­schung und Praxis ein­ge­bun­den:

Projektträger ist die VDI Technologiezentrum GmbH.

Aufgabe des HFU-Teams ist es, in einem ersten Schritt die Prozesse in und zwischen aus­gewähl­ten sen­siblen Logistik­knoten zu er­fas­sen. In Koope­ration mit den be­teilig­ten Forschungs­part­nern wird dies exempla­risch an zwei Güter­verkehrs­zentren - in Bre­men und Dres­den - durch­geführt. Im nächs­ten Schritt werden die Ergeb­nisse aus­ge­wer­tet und in ein ver­all­gemeinertes Modell für Güter­verkehrs­zentren über­tragen.
Im weiteren Projektverlauf sind Simulations­studien geplant, um alter­native Re­aktions­weisen auf Schadens­fälle zu testen.

Wissenschaftliche Publikationen
  • Altendeitering, M., Breuer, C., Dotzlaff, R., Prinzbach, J., Reusch, M., Scherer, A., Siestrup, G. (2011): Kon­zeptio­nie­rung eines prozess­orien­tierten Referenz­modells für sen­sible Logistik­knoten - dar­gestellt am Bei­spiel von GVZ, in: Furt­wanger Bei­träge zur Logistik, Heft 1 [mehr]
  • Breuer, C., Siestrup, G., Haasis, H.-D. (2014): Decision-Support for Responsible Risk Handling in Logistics Agglomerations, in: Pawar, K. S. und M. Nkhoma (Hrsg.): Proceedings of the 19th International Symposium on Logistics (ISL 2014): “Designing Responsible and Innovativ Global Supply Chains", S. 271-277
  • Breuer, C., Haasis, H.-D., Siestrup, G. (2015): Operational Risk Response for Business Continuity in Logistics Agglomerations, in: Dethloff, J., Haasis, H.-D., Kopfer, H., Kotzab, H. und J. Schönberger (Hrsg.): Logistics Management: Products, Actors, Technology - Proceedings of the German Academic Association for Business Research, Bremen, 2013, Cham: Springer International Publishing, S. 107-120
  • Breuer, C., Castine, J. D., Siestrup, G., Haasis, H.-D., Wildebrand, H. (2013): Risk-oriented decision support in sensitive logistics nodes, in: Pawar, K. S. und H. Rogers (Hrsg.): Proceedings of the 18th International Symposium on Logistics (ISL 2013): “Resilient Supply Chains in an Uncertain Environment”, S. 213-221
  • Breuer, C., Haasis, H.-D., Plöger, M., Siestrup, G., Wildebrand, H. (2011): Support of an opera­tional supply chain risk mana­gement for sensitive logistics nodes, in: Pawar, K. S. und H. Rogers (Hrsg.): Proceedings of the 16th International Symposium on Logistics (ISL 2011): "Re­building Supply Chains of the future for a Glo­balised World", S. 335-339 [mehr]
  • Breuer, C., Wildebrand, H., Haasis, H-D., Reusch, M., Siestrup, G., Wunsch, A. (2012): Reactive Risk Management Using a Combined Multi-Agent Simulation Approach, in: Pawar, K. S. und A. T. Potter (Hrsg.): Proceedings of the 17th International Symposium on Logistics (ISL 2012): ?New Horizons in Logistics and Supply Chain Management?, S. 319-326 [mehr]
  • Breuer, C., Siestrup, G., Haasis, H-D. (2012): Operational Risk Issues and
    Time-Critical Decision-Making for Sensitive Logistics Nodes, in: Chan, H.
    K., Lettice, F., Durowoju, O. (Hrsg.): Decision-Making for Supply Chain
    Integration, London: Springer, S. 123-143
  • Breuer, C., Dotzlaff, R., Siestrup, G. (2012): Risikomanagement für sensible Logistikknoten, in: Forschungsbericht 2012/2013 der Hochschule Furtwangen, Augsburg: vmm Wirtschafts­verlag, S. 54-58
  • Breuer, C., Siestrup, G., Haasis, H.-D., Wildebrand, H. (2013): Collaborative risk management in sensitive logistics nodes, in: Team Performance Management, Volume 19, issue 7/8, S. 331-351
  • Siestrup, G., Breuer, C., Wildebrand, H., Haasis, H-D. (2012): A Risk
    Management Approach for Logistics Agglomerations, in: Proceedings of the 25th European Conference on Operational Research, S. 251

Ansprechpartner

Ehemalige Mitarbeiter

  • Frau Dipl.-Kffr. Claudia Breuer
  • Herr Robert Dotzlaff (M.Sc.)
  • Herr Marcel Altendeitering (Studentische Hilfskraft)
  • Herr Joachim Prinzbach (Studentische Hilfskraft)
  • Herr Marius Reusch (Studentische Hilfskraft)
  • Herr Oliver Rövekamp (Studentische Hilfskraft)
  • Herr Anton Scherer (Studentische Hilfskraft)

__________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

 

Furtwanger Beiträge zur Logistik ISSN 2192-2926

Die Schriftenreihe Furtwanger Beiträge zur Logistik fokussiert inhaltlich auf innovative Themenstellungen der Logistik und des Supply Chain Managements.

Primär werden Problemstellungen erörtert, die eine Nähe zur Wirtschaftsinformatik aufweisen.

Ziel der Schriftenreihe ist es, Forschungsergebnisse zeitnah zu publizieren und damit einen Beitrag zum Austausch und wissenschaftlichen Diskurs mit Forschungspartnern und anderen Forschungsinteressierten zu leisten.

Die Forschungsergebnisse resultieren zum einen aus drittmittelfinanzierten Forschungsprojekten, die in der Regel einen hohen Anwendungsbezug aufweisen.

Andererseits stellt diese Publikationsplattform auch ein Angebot für andere wissenschaftliche Problemstellungen dar, die insbesondere im Rahmen von Studien- und

Thesisprojekten bearbeitet werden. Mit dieser Schriftenreihe ist somit auch das Anliegen verbunden, forschungsinteressierten Studierenden der Hochschule Furtwangen eine Plattform zu bieten, sich an wissenschaftlichen Publikationen zu beteiligen.

Ausgaben

 2011Heft 1

__________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

ParkMyTruck

Motivation
Quelle: www.eurotransport.de
Quelle:

Quelle: www.eurotransport.de

Unfälle, Bußgelder, Stress - das sind die Folgen von überfüllten Parkplätzen wie sie nachts auf den Autobahnen vorzufinden sind. Da es auf Deutschlands Autobahnen zu wenige Parkmöglichkeiten für LKW-Fahrer gibt, sind die vorhandenen sehr schnell belegt und es wird auf dem Seitenstreifen oder in Ein- und Ausfahren von Parkplätzen geparkt. Für LKW-Fahrer beginnt daher schon früh abends der Kampf um eine Parkmöglichkeit, um die gesetzlich vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten einzuhalten.

Probleme:

  • Zu wenig Stellplätze für LKWs auf Autobahnen
  • Schlechte Parkplatzauslastung (überfüllte Parkplätze)
  • Parken aus Platzmangel auf jedem möglichen Platz: Seitenstreifen, Einfahrt Parkplatz/Rasthof/Autohof) -> Unfallgefahr
  • Zeitverlust beim Ein- und Ausfahren von Rasthöfen auf der Suche nach Parkplätzen
  • Unnötige Umweltbelastung und Emissionen durch Parkplatzsuche
  • Lenk- und Ruhezeiten können nicht eingehalten werden
  • Hohe Bußgelder bei minimalsten Überschreitungen
Projekt
Skizze des Logos

Skizze des Logos

Diesen Problemen widmet sich das Logistik-Projektteam der Hochschule Furtwangen:

Anhand einer Smartphone-App soll in Zukunft direkt vom LKW aus ein Parkplatz reserviert werden können, um so den beschriebenen Folgen zu entgehen. Die App wird mit einem Backend-System verbunden werden und sollte dann von der jeweiligen geografischen Position des Fahrers Parkmöglichkeiten in der Nähe vorschlagen.

Ziele

Schematische Darstellung der App.

Schematische Darstellung der App.

Hauptziel dieses Projekts ist vor allem die Unterstützung des LKW-Fahrers in seinem Arbeitsalltag. Weitere Ziele werden im Folgenden aufgelistet:

  • Verbesserung der Verkehrssicherheit
  • Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs
  • Reduktion der Umweltbelastung durch geringere Emissionen
  • Effizienz beim Betrieb der Rastanlagen

App  (noch nicht vorhanden, Abbildung zeigt schematische Darstellung):

  • Intuitive Bedienung
  • Verlässliche Aussagen
  • Leicht zugängliches System
  • Finanzieller Anreiz

Die App soll darauf ausgerichtet werden, für den LKW-Fahrer leicht und intuitiv bedienbar zu sein, um auch während der Fahrt schnell navigieren zu können. Der Fahrer soll dann während der Fahrt die ihm vorgeschlagenen (und ständig aktualisierten) Parkmöglichkeiten überblicken und bei Bedarf reservieren können

Geplante Funktionsweise

Vor Abfahrt muss sich der Fahrer an der App registrieren bzw. anmelden. Die Smartphone-App kommuniziert dann gegen Fahrtzeitende per GPS mit dem Zentralsystem und sendet den aktuellen Standort des LKWs. Das Zentralsystem schickt daraufhin eine Liste mit den in der Nähe liegenden und nicht besetzten Parkmöglichkeiten. Der Fahrer kann dann aus der Liste einen Parkplatz auswählen und diesen dann reservieren. Die App sendet den Parkwunsch des Fahrers an das Zentralsystem, dieses reserviert den Parkplatz und loggt diesen aus, damit er nicht mehr für andere Fahrer zur Verfügung steht. Die teilnehmenden Parkplätze müssen aus diesem Grund mit einem Schrankensystem ausgestattet sein. Diese werden dann über das Zentralsystem gesteuert und ermöglichen so eine kontrollierte Parkplatzvergabe.

Projektförderung & Projektpartner

Hier könnten SIE stehen!

Publikationen und Presse

Studie Berufskraftfahrer

www.parkmytruck.de

Leitung

__________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

ABGESCHLOSSENE LOGISTIKPROJEKTE

Suculog

Kurzbeschreibung Projekt

Die Integration von Produktions- und Logistikprozessen zwischen Unternehmen schreitet weiter voran. Damit nehmen auch die Anforderungen, die an Bereitstellungs- und Sequenzierungssysteme gestellt werden, weiter zu. Im Verbundprojekt SUCULOG (Sustainable Net-by-Cube Logisitics) werden die Potenziale einer neu entwickelten und patentierten Sortierzelle (Cube-Sorter) analysiert und bewertet. Begleitend zur Entwicklung eines Demonstrators (vgl. Bild 1), werden rechnergestützte Simulationsanalysen durchgeführt, um die Leistungsfähigkeit von Supply Chains mit eingebetteter Sortierzelle zu ermitteln. Als Anwendungspartner steht hierfür ein Automotive-Zulieferer zur Verfügung. Für dessen Bereitstellungsprozess soll eine neue Lösung auf Basis des Cube-Sorter-Konzepts erarbeitet werden. Über diesen Anwendungsfall hinaus werden weitere Einsatzmöglichkeiten für die Cube-Sorter-Technologie geprüft.Das Verbundprojekt SUCULOG (Sustainable Net-by-Cube Logistics) wird aus Mitteln der BMBF-Fördermaßnahme „Innovationen als Schlüssel für Nachhaltigkeit in der Wirtschaft“ finanziert.

Projektleitung und Projektpartner
HFU im Verbundprojekt

Aufgabe der Hochschule Furtwangen (HFU) im Projekt ist die Vorbereitung, Durchführung und Auswertung simulationsbasierter Szenariountersuchungen (Bild 2). Gegenstand der Untersuchungen sind verkettete und synchronisierte Supply Chains bzw. Supply Networks mit eingebettetem Cube-Sorter. Die interne Steuerungslogik des Cube-Sorters wird vom Projektpartner Green IT entwickelt und bereitgestellt.

Auf Basis der mit den Projektpartnern festgelegten Szenarien werden Materialflüsse am Rechner virtuell nachgebildet. Im Anwendungsfall wird u.a. ein Materialflusssystem aus dem Automotive-Zulieferbereich betrachtet. Das Produktspektrum umfasst eine Baugruppe eines Fahrzeugsitzes. Es werden Experimente mit den erstellten Modellen durchgeführt und ausgewertet.

Veröffentlichungen
  • Siestrup, G.; Bartkowiak, J. (2006): Simulationsgestützte Szenarioanalysen im Projekt Suculog - Sustainable Net-by-Cube Logistics. In: Forschungsbericht der Hochschule Furtwangen University 2006/2007, S. 110-112.
  • Siestrup, G.; Bartkowiak, J,: Haasis, H.-D. (2007): Simulation-based Design of Sequencing Processes in Automotive Supply Chains. In: Pawar, K.S.; Lalwani, C.S.; Muffatto, M. (Editors): Proceedings of the 12th Internation  Symposium on Logistics (ISL) - Developing Sustainable Collaborative Supply Chains, Nottingham, pp. 120-125