Promotionsrecht für Verband der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften

Neu in Baden-Württemberg

Promotionsrecht für Verband der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (I26886)

Die Kanzlerinnen und Kanzer und die Rektorinnen und Rektoren der HAWs. Foto: HAW BW e.V.

Promovieren – das war in Baden-Württemberg bislang ausschließlich in Verbindung mit einer Universität möglich. Nun eröffnet sich für die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) – wie es die Hochschule Furtwangen ist – und insbesondere ihre Absolventinnen und Absolventen ein neuer Weg: Ein Promotionsverband der HAW wird künftig Doktortitel verleihen können. Auf der konstituierenden Sitzung des neuen Promotionsverbands Baden-Württemberg haben 24 Hochschulen den Grundstein für ein eigenständiges Promotionsrecht gelegt. Volker Reuter, Rektor der Technischen Hochschule Ulm, wird erster Vorsitzender des Verbands.

Andrea Linke nahm als Kanzlerin der Hochschule Furtwangen (HFU) an der Sitzung teil: „Die Gründung dieses Promotionsverbands war ein bewegender Moment für mich als Kanzlerin und ein wichtiger Meilenstein für die Hochschulen insgesamt, da die Möglichkeit zur Promotion gleichzeitig auch die Anerkennung der Forschungsleistung der Hochschul-Professoren bedeutet. Die HFU betreut bereits seit Jahren über ein eigenes Promotionskolleg Promovierende und wir hoffen, dass dies nun weiter ausgebaut werden kann.“
Prof. Dr. Ulrich Mescheder, Prorektor für Forschung, Entwicklung und Technologietransfer an der HFU, unterstreicht: „Als eine der forschungsstärksten HAW in Baden-Württemberg wird sich die HFU aktiv an dem Promotionsverband und dem Promotionszentrum beteiligen. Wir erwarten, dass viele Professorinnen und Professoren der HFU die hohen Qualitätsanforderungen zur Mitgliedschaft im Promotionszentrum erfüllen und ihre Forschungskompetenz für die Betreuung von Promotionen in dem Promotionszentrum des Promotionsverbands einbringen. Schon heute arbeiten an der HFU zwar schon rund 70 junge Menschen an ihrer Promotion. Mit dem neuen Promotionsrecht wird aber der Zugang für hochqualifizierte Absolventinnen und Absolventen der HFU zur Promotion deutlich besser und transparenter. Das Promotionsrecht wird auch die Forschung an der HFU stärken.“

Modell BW: Promotionsverband verleiht Doktortitel
Das Promotionsrecht erhält ein als Körperschaft des öffentlichen Rechts gebildeter Hochschulverband, dem alle staatlichen HAW und die drei kirchlichen Hochschulen in Baden-Württemberg – insgesamt 24 Hochschulen – angehören. Nicht die einzelne Hochschule, sondern der Promotionsverband wird also künftig die Doktorgrade an besonders qualifizierte Absolventinnen und Absolventen der HAW verleihen. Zentrale Einrichtung wird das Promotionszentrum sein, an dem besonders forschungsstarke und forschungsaktive Professorinnen und Professoren der baden-württembergischen HAW Mitglieder sein können.

Für die Promotion im HAW-Verband gelten die gleichen Qualitätsanforderungen wie für die Promotion an einer Universität. Ein wissenschaftlicher Beirat wird die Promotionsverfahren begleiten und darauf achten, dass die Evaluierung, auf deren Grundlage im Jahr 2029 über die Verlängerung des Promotionsrechts entschieden wird, die notwendigen Qualitätsstandards aufweist.
Die Verordnung muss im Einvernehmen mit dem Wissenschaftsausschuss des Landtags beschlossen werden, der sich im September mit dem Thema befassen wird. Noch im September soll dann das Promotionsrecht an den Promotionsverband verliehen werden.

Forschungsstarke HFU
Wie forschungsstark die HFU ist, zeigte sich jüngst bei der Veranstaltung zu „25 Jahre Institut für Angewandte Forschung und fünf Jahre Forschung in CoHMed“ äüßerst eindrücklich. Hier stellten sich Forschungsprojekte aus den unterschiedlichsten Bereichen vor. Siehe www.hs-furtwangen.de/forschung/jubilaeum/ „Die Hochschule Furtwangen bildet den gesamten wissenschaftlichen ‚Lifecycle‘ ab: Vom Bachelorstudium über den Masterabschluss bis hin zu Promotion“, unterstreicht Kanzlerin Andrea Linke.