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Gefühle und woran man sie erkennt

Computerspiele sollen autistischen Kindern helfen

Emotionen beim Gegenüber zu erfassen ist eine wichtige Grundlage unseres menschlichen Zusammenlebens. Diese Fähigkeit ist jedoch individuell unterschiedlich stark ausgeprägt bis hin zur sogenannten „sozialen Blindheit“ bei autistischen Menschen. Diese sind nicht in der Lage, emotionale Zustände zu erkennen und verstehen, was dazu führen kann, dass die Betroffenen im alltäglichen Umgang mit anderen Menschen Ängste entwickeln.

Um autistischen Kindern eine Hilfestellung dabei zu bieten, ihre sozio-emotionale Kommunikationsfähigkeit zu verbessern, wollen Prof. Dr. Knut Möller und Prof. Dr. Verena Wagner-Hartl spezielle Computerspiele entwickeln, in denen Avatare über Gesten, Mimik und Augenbewegungen realitätsnah mit den Kindern interagieren. Auf diese Weise könnten alltagsrelevante emotionale und soziale Fähigkeiten intensiv trainiert werden.

Damit das Computersystem optimal auf die Kinder reagieren kann, müssen verschiedene Messmethoden eingesetzt werden, die dabei helfen, deren individuelle Reaktionen auf die Virtual-Reality-Umgebung zu dokumentieren – im Prinzip muss auch der Computer lernen, Emotionen zu erkennen. Unter anderem sollen dafür psychophysiologische Methoden zum Einsatz kommen, mit deren Hilfe emotionales Erleben sicht- und messbar gemacht werden kann.

Solche Methoden, zu denen beispielsweise Eye- und Motion-Tracking sowie Messungen der Aktivität von Muskeln und Herz-Kreislauf-System zählen, sind das Spezialgebiet von Prof. Dr. Knut Möller. Er und seine Arbeitsgruppe werden mit Prof. Dr. Wagner-Hartl im Rahmen eines vom Institut für Angewandte Forschung im Rahmen des Forschungstandem 2020-Programms geförderten Gemeinschaftsprojektes zusammenarbeiten – eine Kooperation, die die zwei Fakultäten Industrial Technologies sowie Medical and Life Sciences an den beiden HFU-Standorten Tuttlingen und Villingen-Schwenningen miteinander verbindet.

Auf diese Weise soll ein Messstand entstehen, in dem die nötige Sensorik für die Messung psychophysiologischer Parameter integriert ist und in dem somit die Interaktion von Mensch und Computerspiel untersucht werden kann – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer neuen, innovativen Therapieform.