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Drei Partner starten alternatives Verfahren zur Systemreakkreditierung

Qualität der Studiengänge im Fokus – bundesweit Pioniere

Die Hochschule der Medien Stuttgart (HdM), die Hochschule Furtwangen (HFU) und die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) packen gemeinsam die Reakkreditierung ihrer Qualitätsmanagementsysteme an. Sie planen, die kontinuierliche Weiterentwicklung ihrer Qualität künftig gemeinsam mit einem hochschulspezifischen Beirat voranzutreiben. Mit diesem Vorhaben betreten sie Neuland und zählen bundesweit zu den Pionieren.

Der Akkreditierungsrat hat das Verbundvorhaben der drei Partner Ende September 2020 eröffnet. Es ist das erste, das nach den Regelungen eines alternativen Akkreditierungsverfahrens zur Systemakkreditierung konzipiert wurde. Ebenso ist es das erste gemeinsame alternative Akkreditierungsverfahren dreier Hochschulen für Angewandte Wissenschaften und das zweite alternative Verfahren überhaupt.

Im Mittelpunkt des neuen Qualitätsbeiratsmodells steht die regelmäßige und dauerhafte Begleitung der drei Hochschulen durch externe, unabhängige Expertinnen und Experten, die die Qualitätsbeiräte bilden. Im Dialog zwischen den Qualitätsbeiräten und den Hochschulen werden die Qualitätsmanagementsysteme der Partnerhochschulen fundiert analysiert und deren Entwicklungspotenziale aufgezeigt.

"Die Qualitätsentwicklung der Hochschulen unseres Landes ist einmal mehr bundesweit wegweisend. Hier werden Erfahrungen gemacht, die letztlich allen Studierenden zugutekommen“, erklärte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. Mit der Genehmigung des Qualitätsbeiratsmodells schaffen das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst als zuständige Aufsichtsbehörde und der Akkreditierungsrat die Rechtsgrundlage für die Überprüfung der Qualitätsmanagementsysteme an den antragstellenden Hochschulen durch externe Qualitätsbeiräte. „Alle Hochschulen haben die Erfahrung gemacht, dass der Austausch mit externen Gutachtergruppen stimulierend auf die interne Qualitätsentwicklung wirkt. Diesen Effekt wollen wir mit der traditionellen Systemakkreditierung kombinieren und mit der kontinuierlichen Beratung und Begleitung der Qualitätsbeiräte verstetigen. Unser Konzept soll für andere Hochschulen als Modell dienen", erläutert Prof. Dr. Mathias Hinkelmann, Prorektor Lehre an der HdM den neuen Ansatz.

Beste Voraussetzungen
Die HdM, die HFU und die HfWU bieten beste Voraussetzungen für die gemeinsame Umsetzung: Sie haben eine vergleichbare Anzahl an Studiengängen und Studierenden und alle drei Hochschulen haben 2013 und 2014 die Systemakkreditierung ihrer Qualitätsmanagementsysteme für den Bereich Studium und Lehre erfolgreich durchlaufen und so nachgewiesen, dass sie über funktionsfähige Systeme zur Sicherung der Qualität in Lehre und Studium verfügen. Sämtliche grundständigen und weiterführenden Studiengänge wurden fortlaufend intern akkreditiert.

Die Verbundpartner planen die Umsetzung ihres alternativen Modells in Kooperation mit der Evaluationsagentur Baden-Württemberg (evalag) als Qualitätssicherungsagentur. Dem Qualitätsbeirat sollen mindestens drei Hochschullehrerinnen oder Hochschullehrer mit einschlägiger Erfahrung in der Qualitätssicherung im Bereich Studium und Lehre angehören, eine Vertreterin oder ein Vertreter aus der beruflichen Praxis und eine Studierende oder ein Studierender. Unterstützt werden die Qualitätsbeiräte durch eine Vertreterin oder einen Vertreter der betreuenden Qualitätssicherungsagentur. Sie nehmen unter anderem Stellung zu den Stärken und Schwächen des Qualitätsmanagementsystems und geben Impulse zur Qualitätssicherung und Weiterentwicklung des Qualitätsmanagementsystems der Hochschulen. Die Beiräte werden vom Stiftungsrat der evalag bestellt. Mindestens eine Beiratssitzung pro Kalenderjahr ist vorgesehen.

Das Modellprojekt ist auf einen Zeitraum von acht Jahren angelegt. Dies entspricht dem regulären Akkreditierungszeitraum. Während dieser Laufzeit soll nach drei Jahren eine interne und nach sechs Jahren eine externe Evaluation des Modellprojekts erfolgen. Für den regelmäßigen Austausch zu Qualitätsthemen auf Verbundebene wird eine hochschulübergreifende Koordinierungsstelle eingerichtet. Eine ihrer zentralen Aufgaben wird es sein, das wechselseitige Best-Practice-Sharing sowie Best-Practice-Learning sicherzustellen, um regelmäßig und nachhaltig Optimierungsimpulse für die Qualitätsmanagementsysteme der drei Verbundhochschulen zu gewinnen.

"Jeder für sich – das ist die alte Welt; die neue Welt wird die Koordinierung zwischen den Hochschulen sein“, sagt Prof. Robert Schäflein-Armbruster, Prorektor Lehre an der Hochschule Furtwangen. „In unserem gemeinsamen Modell entsteht erstmals ein systematischer und enger Austausch zwischen Hochschulen im für die Zukunft so wichtigen Bereich Qualitätsmanagement. Ich freue mich darauf, dass wir nun wechselseitig von unseren Erfahrungen profitieren können und zusammen die Weiterentwicklung der Lehre vorantreiben.“ Prorektor Prof. Dr. Dirk Stendel von der HfWU Nürtingen-Geislingen erwartet einen weiteren Mehrwert für die hochschulbezogene Qualitätssicherung. "Wir wollen voneinander und miteiander kontinuierlich lernen.“

Wie geht es weiter?
2021 ist eine gemeinsame Kick-Off-Veranstaltung unter Beteiligung der Hochschulen, des Akkreditierungsrats, des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und der evalag sowie anderer Hochschulen geplant. Die HdM, die HFU und die HfWU arbeiten auch bei der gemeinsamen Einführung eines Campus-Managements-Systems zusammen. Dieses soll die bisherigen Verwaltungsprozesse in Studium und Lehre modifizieren.

Hintergrund
Die Stiftung Akkreditierungsrat ist eine gemeinsame Einrichtung der Länder für die Qualitätssicherung in Studium und Lehre an deutschen Hochschulen. Der Akkreditierungsrat entscheidet auf der Grundlage von Gutachten über die Akkreditierung von Studiengängen (Programmakkreditierung) und über die Akkreditierung von Qualitätsmanagementsystemen (Systemakkreditierung). Die Planung alternativer Verfahren, mit denen neue Wege in der Qualitätsentwicklung erprobt werden, bedarf der Zustimmung des Landes und des Akkreditierungsrates.
Die konkrete Durchführung der Begutachtungsverfahren in der Programm- und Systemakkreditierung liegt in den Händen hierfür zugelassener Akkreditierungsagenturen (etwa der evalag in Baden-Württemberg). In Baden-Württemberg ist die Akkreditierung aller Bachelor- und Masterstudiengänge verpflichtend.

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