Holger Conzelmann: neuer Professor

An Fakultät Medical and Life Sciences

Meine Stelle als Professor für Mathematik an der Fakultät für Medical & Life Science habe ich am 1. März 2018 angetreten. Von meiner Ausbildung her bin ich Ingenieur. In vielen Bereichen wird mein Studienfach der Technischen Kybernetik jedoch eher der angewandten Mathematik als den Ingenieurwissenschaften zugeordnet. Die Mathematik hat mich auch nach Abschluss meines Studiums in meinen beruflichen Tätigkeiten stetig begleitet. So habe ich mich zunächst im Rahmen meiner Dissertation und als wissenschaftlicher Angestellter im In- und Ausland damit beschäftigt, wie man hochkomplexe Signalübertragungsvorgänge in biologischen Zellen in mathematische Modelle packen und simulieren kann. Eine wichtige Rolle spielte hierbei auch die Frage welche Versuche am besten geeignet sind, das erstellte Modell zu validieren. Nach meiner Promotion habe ich als Projektingenieur in der chemischen Industrie gearbeitet und chemische Produktionsprozesse modellgestützt analysiert und optimiert. In den letzten Jahren habe ich mathematische Methoden für die modellgestützte Bedatung von Motorsteuergeräten für PKW entwickelt, verbessert und in Softwareprogramme implementiert. Nun freue ich mich sehr auf meine neue Aufgabe an der HFU. Vor allem auf die Arbeit mit den Studierenden und auch darauf viel Neues dazulernen zu können und hierbei von der Erfahrung meiner Kollegen zu profitieren.
 
Im Bereich der Lehre möchte ich versuchen den Studierenden das oft sehr ungeliebte Fach der Mathematik möglichst anwendungsbezogen näher zu bringen. In der konkreten Anwendung ist Mathematik nämlich alles andere als trocken, sondern kann höchst spannend sein. Im Bereich der modellgestützten Prozessoptimierung kann die Mathematik enorme Einsparpotentiale aufzeigen. In der Forschung helfen mathematische Modelle komplexe Vorgänge, etwa in der Biologie oder Medizin, besser zu verstehen und unser Wissen auf diesen Gebieten zu erweitern. Ich freue mich daher auch schon sehr auf die Vorlesung Bioinformatik, in der Biologie, Mathematik und Informatik zusammenarbeiten. Was die Forschung betrifft, so möchte ich mich auf die Bereiche Bioinformatik, Systembiologie und mathematische Modellbildung konzentrieren. Ich kann hier auf meine systembiologischen Arbeiten während meiner Dissertation und meine damals geknüpften Kontakte aufbauen und hoffe auch hier an der HFU mit vielen Kollegen gemeinsam an neuen, interdisziplinären Projekten arbeiten und forschen zu können.
 
Da ich nicht allzu weit von Furtwangen und meinem Hauptcampus Schwenningen entfernt aufgewachsen bin, ist mir die Hochschule Furtwangen und ihr guter Ruf schon seit vielen Jahren bekannt. Die Breite der Forschungsprojekte und auch das Niveau, auf dem an der HFU geforscht wird, sind beeindruckend. Als ich dann den Campus zum ersten Mal näher erkundet habe, fühlte ich mich auch sofort wohl. Ich verbinde mit der HFU ein Gefühl von Heimat. Ebenfalls sehr angesprochen hat mich die angenehme und entspannte Arbeitsatmosphäre. Alle Kollegen, die ich bisher kennengelernt habe, sind sehr nett.