Start-up-Förderung: Interaktive Medien für die Betreuung von Menschen mit Demenz

Das BMBF fördert im Rahmen des Projektes RemeMTI mit 270.000€ ein Gründungsteam an der Hochschule Furtwangen, das interaktive digitale Technologien für die Erinnerungspflege und soziale Betreuung von Menschen mit Demenz entwickelt.

Die Betreuung von Menschen mit Demenz wird in den kommenden Jahren eine große soziale Herausforderung darstellen. Biografiearbeit und Erinnerungspflege haben sich dabei als wertvolle, personenzentrierte Möglichkeiten erwiesen, um das Wohlbefinden der Betroffenen zu stabilisieren. Im Rahmen des kürzlich abgeschlossenen Forschungsprojektes InterMem haben Wissenschaftler am Institut Mensch, Technik und Teilhabe (IMTT) der HFU bereits mit vielversprechenden Ergebnissen erforscht, wie digitale Technologien die Erinnerungsarbeit unterstützen können.

Das Gründungsteam bestehend aus Alexander Bejan, Ramona Kienzler und Christian Plotzky erhält nun eine Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, um die Ergebnisse des Projektes zu einem marktfähigen Produkt weiterzuentwickeln. Die drei wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen am IMTT wollen dazu eine Software entwickeln, die den gesamten Prozess der digitalen Biografiearbeit und Erinnerungspflege unterstützt. Mit Tablet-PCs oder interaktiven Bildschirmen kann dann eine individuelle Betreuung einfach und mehrwertbringend umgesetzt werden. Dabei können sowohl komplexe virtuelle, gestengesteuerte 3D-Umgebungen als auch maßgeschneiderte multimediale 2D-Inhalte genutzt werden, die die Menschen mit Demenz individuell ansprechen und so positive und identitätsstabilisierende Erinnerungen hervorrufen. Betreuungskräfte sollen so in der Vorbereitung und Durchführung von gemeinsamen Aktivitäten erheblich entlastet werden, sodass sie sich stärker als sonst auf den Beziehungsaufbau und auf ein gemeinsames Erleben mit den betreuten Menschen konzentrieren können. In Ergänzung zur Weiterentwicklung der Technik werden im Projekt auch darauf abgestimmte Betreuungs- und Organisationskonzepte entwickelt und getestet.

Die Projektergebnisse sollen ab 2020 durch eine Ausgründung vermarktet werden. Das Gründungsprojekt wird am IMTT durch Professor Christophe Kunze und Professor Peter König betreut. Die beiden Professoren forschen seit vielen Jahren im Bereich Pflegetechnologien und digitale Versorgungskonzepte.

 

Weiterführende Informationen:

Zur Förderlinie: Mit dem Förderprogramm „Start MTI - Innovative Start-ups für Mensch-Technik-Interaktion“ will das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das Innovationspotenzial von Start-ups im Bereich Spitzenforschung zur Mensch-Technik-Interaktion stärken. Dazu sollen die Chancen für die Gründung von Start-ups durch gezielte Förderung geeigneter Forschungsteams an Hochschulen und Forschungseinrichtungen verbessert werden.

Forschung an der Hochschule Furtwangen: Forschung an der HFU ist in sechs Forschungsschwerpunkte gegliedert. Um die wachsende Forschungsleistung der Hochschule abzubilden, wurden Forschungsinstitute mit spezifischem Forschungsprofil gegründet. Das IMTT ist eines von insgesamt zehn Forschungsinstituten der HFU (weitere Informationen siehe www.forschung.hs-furtwangen.de).

Zum Institut Mensch, Technik und Teilhabe (IMTT): Am IMTT werden anwendungsnahe interdisziplinäre Forschungsprojekte an der Schnittstelle zwischen Mensch-Technik-Interaktion und gesellschaftlicher Teilhabe bearbeitet. Kennzeichnend für das IMTT ist die enge Verzahnung technik- und pflegewissenschaftlicher Kompetenzen. Zu den Forschungsinteressen zählen u.a. die Technikunterstützung von pflegerischen Versorgungsprozessen, technische Assistenzsysteme für ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen, sowie nutzerzentrierte und partizipative Forschungsmethoden (weitere Informationen siehe www.mensch-technik-teilhabe.de).