Der Mensch als unsicherer Teil der Sicherheitsfunktion

HFU stellt Forschungsansatz auf der ESREL-Konferenz vor

Julian Zehetner und Ivo Häring (v.l.n.r.) auf der ESREL Konferenz

Vom 17. – 21. Juni 2018 fand die diesjährige European Safety and Reliability Conference (ESREL) in Trondheim, Norwegen statt. Initiator der Konferenz ist die European Safety and Reliability Association. Unter dem Themenfeld „sichere Gesellschaft in einer sich ändernden Welt“ fanden sich über 500 Teilnehmer aus der ganzen Welt zusammen.

Ziel der renommierten Konferenz ist es das Verständnis, die Modellierung und das Management der komplexen Risiko-, Sicherheits- und Zuverlässigkeitsbereiche, die unsere Welt heute und in Zukunft kennzeichnen, voranzutreiben. Mit dem seit vielen Jahren bewährten Wissenschaftsformat wurde eine multidisziplinäre Plattform, welche sich mit den technologischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aspekten des Risikos befasst, geschaffen. Dabei reicht das Spektrum von Risiko, Sicherheit und Zuverlässigkeit von (sozio-) technischen Systemen bis hin zu deren Auswirkung auf natürliche, finanzielle und soziale Systeme. Wesentlicher Schwerpunkt der Konferenz ist es, einem wissenschaftlichen Fachpublikum aktuelle Forschungsvorhaben und -ergebnisse vorzustellen und diese der kritischen Diskussion zu stellen. Julian Zehetner, der eine Promotion im Bereich Sicherheitsingenieurwesen/Maschinensicherheit anstrebt, stellte sich dieser Herausforderung. Sein Beitrag befasste sich mit der Risikominderung durch ergänzende Schutzmaßnahmen, die einen Teil der steuerungsabhängigen Schutzmaßnahmen im Sinne der funktionalen Sicherheit darstellen. Derartige ergänzenden Schutzmaßnahmen erweitern die formal quantifizierbare Sensor-Logik-Aktuator-Kette von Sicherheitsfunktionen um den Bediener im Zusammenspiel mit der Mensch-Maschine-Schnittstelle.

Die bekannten Standardmethoden zur Quantifizierung gelten ausschließlich für die Zuverlässigkeitsbestimmung des technischen Teils dieser ergänzenden Schutzmaßnahmen. Der Forschungsansatz der HFU befasst sich mit der Herausforderung, die Mensch-Maschine-Schnittstelle und den Bediener quantitativ zu berücksichtigten. Dafür wurde ein systematischer Ansatz entwickelt, der eine Kombination von verschiedenen Methoden zur quantitativen Bestimmung der Risikominderung der gesamten ergänzenden Schutzmaßnahme vorsieht.
 
Mit der Vorstellung der systematischen Bewertung von ergänzenden Schutzmaßnahmen und der Einordnung in die funktionale Sicherheit konnte Julian Zehetner in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Ulrich Weber (Fakultät Gesundheit, Sicherheit, Gesellschaft der HFU), sowie Dr. Ivo Häring und Prof. Dr. Werner Riedel (Fraunhofer EMI) einen positiven Beitrag zu diesjähriger ESREL Konferenz leisten. Die Diskussion bestätigte den Ansatz und gleichzeitig die Aktualität und das hohe Interesse an der Thematik. Das dazu veröffentlichte Paper kann bei Interesse gerne über Herrn Zehetner (zej(at)hs-furtwangen.de) bezogen werden