Millionenförderung für vier Transferprojekte

Hochschulforschung stärkt regionale Innovationskraft

Die Hochschule Furtwangen erhält rund 1,9 Millionen Euro für vier neue Transferprojekte. In den kommenden zwei Jahren erforschen Wissenschaftler der Hochschule Furtwangen Blockchain-Anwendungen zur Verbesserung des Datenaustauschs zwischen Unternehmen (Projekt BISS:4.0) und entwickeln ein Echtzeit-Analysesystem zur Qualitätssicherung bei Fertigungsverfahren wie dem Schleifen (SensoGrind). Zudem werden neuartige, mikrosystemtechnisch hergestellte, optische Systeme erforscht (SmartOptics) und ein Testsystem für die Krebsforschung etabliert, das mittels Bioprinting umgesetzt werden soll (3DTuMo-Print).

Alle Projekte werden in Kooperation mit regionalen Industriepartnern, insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen, durchgeführt. Durch die Zusammenarbeit unterstützt die Hochschule die Unternehmen beim Aufbau neuer Kompetenzen in zukunftsweisenden Technologiefeldern und leistet so einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Innovations- und Wirtschaftskraft.

„Baden-Württemberg ist die innovativste Region in Europa. Zu dieser Innovationstärke tragen auch die Hochschulen für angewandte Wissenschaften wesentlich bei. Mit ihrer anwendungsorientierten Forschung, die sie gemeinsam mit den regionalen kleinen und mittelständischen Unternehmen durchführt, leistet die Hochschule Furtwangen einen wichtigen Beitrag zum Wissens- und Technologietransfer in die Wirtschaft. Das wollen wir weiter stärken. Deshalb fördern wir gemeinsam mit dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) die Forschungsprojekte BISS:4.0, SensoGrind, SmartOptics und 3DTuMo-Print“, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer.

Insgesamt wurden in dem Förderprogramm 43 Projektanträge eingereicht. Nur dreizehn Vorhaben erhalten eine Förderung.


Die geförderten Projekte der Hochschule Furtwangen

BISS:4.0 – Blockchain-Technologien im Schaltschrank
Die digitale Transformation erfordert eine stärkere digitale Vernetzung von Unternehmen. Dies führt zur Entstehung von neuen, unternehmensübergreifenden Geschäftsmodellen. Eine wichtige Voraussetzung hierbei ist die Gestaltung eines sicheren, verlässlichen und nachvollziehbaren Daten- und Informationsaustauschs, zum Beispiel zwischen Werkzeugmaschinen, Betreibern und Dienstleistern.

Ziel des Projekts ist der Aufbau einer durchgehenden Vertrauenskette, die mit Blockchain-Technologien umgesetzt werden soll. Anhand konkreter Anwendungsfälle werden die Forschungsergebnisse umgesetzt und anhand der im Projekt realisierten Plattform demonstriert. Das Projekt wird unter Leitung von Professor Dr. Christoph Reich in Kooperation mit der Hochschule Offenburg durchgeführt.

SensoGrind – In situ-Qualitätsbeurteilung von Schleifprozessen mittels MST-basierter Sensorfusion
Ziel des Vorhabens unter Leitung von Professor Dr. Bahman Azarhoushang ist die Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung von Schleifprozessen. Dazu werden optische und elektromagnetische Sensortechnologien kombiniert und in den Fertigungsprozess integriert. Die Prozessdaten werden in Echtzeit in einer Cloud analysiert. Es entsteht ein intelligentes und selbstlernendes Regelsystem zur optimalen Wahl von Schleifparametern mit dem Ziel, möglichst hohe Abtragsraten bei gleichzeitig zuverlässigen und beherrschten Prozessbedingungen zu erreichen. Das Projekt wird in einer internen Hochschulkooperation mit Professor Dr. Christoph Reich und Professor Dr. Ulrich Mescheder durchgeführt.

SmartOptics – MOEMS-basierte smarte optische Systeme
MOEMS sind komplexe, miniaturisierte Systeme mit optischen, mechanischen und elektronischen Funktionen. Für ihre Herstellung müssen verschiedene mikrotechnische Verfahren kombiniert werden. MOEMS bergen ein enormes Potential für optische Anwendungen, welche über herkömmliche linsenbasierte Optiken weit hinausgehen. In dem Forschungsprojekt sollen diese Möglichkeiten exemplarisch für ein bildgebendes Laserprojektionssystem erarbeitet werden. Zudem sollen für einen hochwertigen optischen Filter im mittleren Infrarotbereich entsprechende MOEMS-Konzepte erprobt werden. Projektleiter ist Professor Dr. Ulrich Mescheder.

3DTuMo-Print – Bio-printable 3D in vitro Gewebemodell zur Hochdurchsatztestung von Tumortherapeutika
Die Entwicklung neuer Tumortherapeutika ist langwierig und kostspielig und kann nur durch eine frühe Reduktion auf relevante Substanzen und eine bessere Voraussagbarkeit ihrer therapeutischen Wirksamkeit verschlankt werden. Hierfür ist eine Analyse in Gewebemodellen notwendig. Im Rahmen des Projekts wird die Arbeitsgruppe von Professorin Dr. Margareta Müller ein Hochdurchsatztestsystem für Tumortherapeutika etablieren. Die Basis des Testsystems bildet ein standardisiertes 3D-Tumorgewebemodell, das für die automatisierte Herstellung im Bio-Printer aufbereitet wird.