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Ich bin viele – die Bedeutung des humanen Mikrobioms für Gesundheit und Krankheit

Vortrag am Campus Schwenningen

Der menschliche Körper beherbergt die unglaubliche Anzahl von 10 Billionen Mikroorganismen. Damit enthält ein Mensch ebenso viele mikrobielle wie menschlichen Zellen. Die Gesamtheit dieser Mikroorganismen wird als humane Mikrobiota oder humanes Mikrobiom bezeichnet. Der mit Abstand größte Teil dieser famosen Gemeinschaft ist im Verdauungstrakt, und dort vor allem im Dickdarm lokalisiert.

Die aktuelle biomedizinische Forschung zeigt eindrucksvoll, dass das humane Mikrobiom von immenser Bedeutung für menschliche Gesundheit und Wohlbefinden ist. Viele Krankheiten, auch solche, die nicht unmittelbar den Verdauungstrakt betreffen, werden heute mit Veränderungen des Mikrobioms in Verbindung gebracht, darunter Morbus Parkinson, Morbus Alzheimer oder Depression. Auch wenn die funktionellen Zusammenhänge oftmals noch wenig verstanden sind, wird das humane Mikrobiom heute als ein eigenes Organ angesehen, dessen Zustand sich, ähnlich einem Blutbild, für die Diagnostik einer Vielzahl von Krankheiten nutzen lassen kann. Auch als Target für therapeutische Ansätze wird das Mikrobiom zunehmend interessant. Darunter sind klassische Ansätze, wie z.B. Probiotika - lebende Mikroben mit positiver Wirkung für den Wirt, die mit der Nahrung aufgenommen werden - aber auch auf den ersten Blick ekelig anmutende Therapien wie die Stuhltransplantation.

Zur Person
Prof. Dr. Markus Egert lehrt an der Fakultät Medical and Life Sciences der HFU im Bereich Mikrobiologie. Bekannt wurde er unter anderem durch seine Studien zu Hygiene-Themen, etwa Keimen im Küchenschwamm, in der Waschmaschine oder auf dem Smartphone, und über sein Buch „Ein Keim kommt selten allein“ (im Ullstein Verlag, mit Frank Thadeusz).

  • Datum
  • - Uhr
  • Veranstaltungsort
  • E 0.02
  • Campus Schwenningen
 (I25946)

Foto: Silicya Roth