(von links): Björn Engholm, Mechthild Mäsker, Prof. Dr. Verena Klusmann-Weißkopf und Christoph Giering
Prof. Dr. Verena Klusmann-Weißkopf von der Hochschule Furtwangen zu Gast beim Kirchentalk
Rund 200 Gäste waren kürzlich Teil einer Diskussion zum Thema „Älter werden: Zwischen Lebensweisheit und Zipperlein“ im Rahmen des „OpenGarden“ aus der Kirchentalk-Reihe der Propsteikirche Herz Jesu in Lübeck. Propst Christoph Giering hatte eingeladen, sich dem Thema aus theologischer und persönlicher Perspektive in Beziehung zu Glauben und Leben zu nähern. Für die Podiumsdiskussion konnte er Link öffnet sich im gleichen Fenster:Prof. Dr. Verena Klusmann-Weißkopf von der Hochschule Furtwangen (HFU) und Björn Engholm, den ehemaligen Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, gewinnen. Klusmann-Weißkopf leitet an der HFU das Projekt Link öffnet sich im gleichen Fenster:„KImAge“. Das Projekt forscht zu Altersbildern, also den Vorstellungen vom Älterwerden oder Altsein. Einige der bereits gesammelten Altersbilder aus dem Projekt wurden bei der Veranstaltung im Ausstellungsbereich gezeigt.
Die Moderation der Diskussion übernahm Mechthild Mäsker, die Leiterin des Regionalstudios Welle Nord vom Norddeutschen Rundfunk. Für Björn Engholm ist gutes Älterwerden verbunden mit der Haltung keine unnützen Kämpfe mehr zu führen, sondern in ein gutes Miteinander der Generationen zu investieren; dabei sei besonders soziale Ungleichheit zu berücksichtigen. Klusmann-Weißkopf verwies in ihrer Antwort auf Studien, die den Zusammenhang von Armut, Einsamkeit und geringem politischen Vertrauen belegen. Weiter diskutiert wurden die Wünsche nach mehr Flexibilität in Bezug auf Tätigkeitsbereiche und Arbeitszeitgestaltung sowie das nicht mehr zeitgemäße Rentensystem. „Das rein chronologische Alter als alleiniges Entscheidungs- oder Beurteilungskriterium greift viel zu oft zu kurz. Ein ‚sich jünger fühlen‘ drückt aus, dass wir negative Klischees von unserem eigentlichen Alter haben, von denen wir uns positiv abheben wollen. Realistische, vor allem positive Altersbilder jedoch, sind der entscheidende Faktor für Gesundheit, ein erfülltes Leben und Langlebigkeit“, betonte Klusmann-Weißkopf, mit Verweis auf aktuelle Studien. Die beiden Diskutierenden und das Publikum waren sich einig, dass für gutes Altern auch gute Rahmenbedingungen geschaffen und immer wieder neu justiert werden müssen. Engagement für ein gutes Miteinander und ein gutes Altern beginnt bereits im Kleinen, für Propst Giering im Chor und für Engholm beim Familienessen.
Prof. Dr. Verena Klusmann-Weißkopf unterstrich einen Kommentar aus dem Plenum: „Neugierig, offen und engagiert bleiben, respektvoll und auf Augenhöhe miteinander, das sind zentrale Schlüssel. Frei aus der Bergpredigt nach Matthäus 7,12 bedeutet das: ‚Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut ihnen auch!‘“
Wer selbst dazu beitragen möchte, die Vielfalt des Älterwerdens und des Altseins sichtbar zu machen, der kann auf der Projektseite noch eigene Begegnungen mit dem Älterwerden als Fotos einreichen. Als Prämie für aussagekräftige Fotos winkt eine Reise zur Ausstellungseröffnung: Externer Link wird in neuem Fenster geöffnet:https://www.kimage-hfu.de