Transfermanager Rudolf Merz (links) und Prof. Dr. Frank Allmendinger vertragen die HFU beim Heubergforum.
Impulse für Transformation, Transfer und Weiterbildung
Ende Juni hat sich die Hochschule Furtwangen beim 4. Heubergforum in der Schlossberghalle Wehingen als starke Partnerin der regionalen Industrie präsentiert. Rund 160 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Kommunen, Politik und regionalen Netzwerken diskutierten dort über Künstliche Intelligenz, Führung, digitale Geschäftsmodelle, innere Sicherheit und industrielle Transformation – Themen, die für die Zukunftsfähigkeit einer industriell geprägten Region entscheidend sind. Für die Hochschule Furtwangen nahmen Prof. Dr. Frank Allmendinger, Projektleiter des HFU-Teilprojekts im Transformationsnetzwerk AuToS SW-BW, HFU-Transfermanager Rudolf Merz und Victoria-Katharina Martinelli teil.
Der Heuberg gehört zu den industriell besonders leistungsfähigen Regionen Baden-Württembergs, steht aber zugleich vor tiefgreifenden Veränderungen durch Digitalisierung, neue Technologien, veränderte Lieferketten, Fachkräftebedarf und Nachhaltigkeit. Das vom Wirtschaftsverband Heuberg veranstaltete Forum bietet einen wichtigen Rahmen, um diese Herausforderungen gemeinsam zu betrachten, betriebliche Bedarfe sichtbar zu machen und neue Kooperationen anzustoßen.
Die Beiträge des Forums machten deutlich, wie eng technologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Fragen miteinander verbunden sind. Fachleute aus Unternehmen, Beratung und Verwaltung zeigten, wie Künstliche Intelligenz verantwortungsvoll eingesetzt werden kann, welche Rolle Führung und mentale Gesundheit für nachhaltige Leistungsfähigkeit spielen, wie digitale Plattformen industrielle Beschaffungsprozesse verändern und warum verlässliche Rahmenbedingungen für Sicherheit und Investitionen wichtig sind. Einen besonderen Akzent setzte der Vortrag von Martina Merz, ehemalige Vorstandsvorsitzende der thyssenkrupp AG. Sie sprach über strategische Führung, Wettbewerbsfähigkeit und die Gestaltung industrieller Veränderungsprozesse – mit der klaren Botschaft, dass Transformation klare Ziele, belastbare Entscheidungen und die aktive Einbindung der Mitarbeitenden braucht.
Die Hochschule Furtwangen nutzte das Heubergforum, um Kontakte zu Unternehmen und Netzwerkpartnern zu vertiefen, betriebliche Fragestellungen aufzunehmen und ihre Unterstützungsangebote vorzustellen. Prof. Dr. Frank Allmendinger vertrat das HFU-Teilprojekt im Transformationsnetzwerk AuToS SW-BW – Automotive Transformation Strategy für den Südwesten Baden-Württembergs. Das von der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg koordinierte und vom Bund geförderte Netzwerk unterstützt insbesondere kleine und mittlere Unternehmen der Automobil- und Zulieferindustrie bei technologischer Transformation, Vernetzung, Qualifizierung und der Erschließung neuer Geschäftsfelder.
Victoria-Katharina Martinelli informierte über aktuelle Weiterentwicklungen im Projekt und stellte gemeinsam mit der HFU Akademie entwickelte Weiterbildungsangebote vor, die konkrete Kompetenzbedarfe der Industrie aufgreifen und wissenschaftliches sowie technologisches Wissen in praxisnahe Formate übertragen. Rudolf Merz präsentierte die hochschulweiten Transferaktivitäten und das am Campus Tuttlingen angesiedelte Innovations- und Forschungs-Centrum (IFC). Als Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Hochschule nimmt das IFC Fragestellungen aus Unternehmen auf, vermittelt passende Kompetenzen und unterstützt gemeinsame Forschungs-, Transfer- und Innovationsvorhaben. AuToS SW-BW, HFU Akademie und IFC bilden damit komplementäre Bausteine einer Transferkette, die von der betrieblichen Herausforderung über Forschung und Vernetzung bis zur konkreten Qualifizierung reicht.
Das Heubergforum machte deutlich, dass technologische Transformation und Fachkräftequalifizierung nicht getrennt voneinander betrachtet werden können. Neue Technologien entfalten ihren Nutzen erst, wenn Beschäftigte sie verstehen, bewerten und in betriebliche Prozesse übertragen können. Wissenschaftliche Weiterbildung stärkt deshalb nicht nur individuelle Kompetenzen, sondern auch die Innovations- und Anpassungsfähigkeit der Unternehmen. Die Hochschule Furtwangen versteht sich dabei als aktive Partnerin der Region: Sie bringt anwendungsorientierte Forschung, Transferstrukturen und passgenaue Weiterbildungsangebote zusammen und spiegelt zugleich betriebliche Bedarfe in Forschung und Lehre zurück.