Maike Wochner (links) und Katja Mattes wurden im Rahmen des Tags der Wissenschaft vom Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten (IFK e. V.) ausgezeichnet. Bild: privat
Doppelter Erfolg für Studierende der HFU beim Wissenschaftspreis Physiotherapie 2026
Gleich zwei Auszeichnungen beim Wissenschaftspreis 2026 des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten (IFK e. V.) gingen an Absolventinnen des Studienzentrums Freiburg der Hochschule Furtwangen. Damit würdigte die Fachjury die hohe wissenschaftliche Qualität zweier Bachelorarbeiten aus dem Studiengang Physiotherapie.
Maike Wochner erhielt den 1. Bachelorpreis in der Kategorie „Klinisch/Experimentell“ für ihre Arbeit „RelaquaMED als innovativer Therapieansatz für Long COVID – Evaluation der Auswirkungen auf Fatigue, Schlafqualität und die körperliche Belastbarkeit“. Die ausgezeichnete Bachelorarbeit untersucht einen innovativen Therapieansatz für Menschen mit Long- und Post-COVID-Syndrom. Sie liefert wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse für die Weiterentwicklung und Evaluation neuer physiotherapeutischer Behandlungsansätze und trägt dazu bei, die Evidenz für die Versorgung von Menschen zu stärken, die häufig noch lange nach einer COVID-19-Erkrankung unter Fatigue, Schlafstörungen und eingeschränkter körperlicher Belastbarkeit leiden.
Die Bachelorarbeit entstand im Rahmen eines interdisziplinären Forschungsprojekts unter Beteiligung von zehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Instituts für Bewegungs- und Arbeitsmedizin des Universitätsklinikums Freiburg, des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit Mannheim, der Keidel Therme Freiburg sowie des Apnoetauchers Nik Linder. Betreut wurde die Arbeit von HFU-Professorin Dr. Marie Ottilie Frenkel und Jan-Simon Rentschler.
Bereits vor der Preisverleihung stieß die Arbeit auf großes fachliches Interesse: Maike Wochner präsentierte ihre Forschungsergebnisse auf der sportpsychologischen Jahrestagung der asp 2026 in Heidelberg im Rahmen eines wissenschaftlichen Vortrags. Gemeinsam mit ihren Betreuenden leitete sie zudem einen Workshop im und unter Wasser, in dem das im Forschungsprojekt entwickelte Interventionssprogramm RelaquaMED vorgestellt und praktisch vermittelt wurde.
In ihrer Laudatio würdigte die achtköpfige IFK Jury insbesondere die herausragende wissenschaftliche Qualität der Bacelorarbeit: „Die Autorin demonstriert in ihrer Arbeit ein besonders hohes Maß an methodischer Kompetenz und statistischem Verständnis, das weit über das üblicherweise zu erwartende Bachelorniveau hinausgeht.“ Die Auszeichnung unterstreicht damit nicht nur die wissenschaftliche Exzellenz der Absolventin, sondern auch die Relevanz ihrer Forschung für die Weiterentwicklung einer evidenzbasierten Versorgung von Menschen mit Long- und Post-COVID.
Ebenfalls ausgezeichnet wurde Katja Mattes, die den Posterpreis für ihre Bachelorarbeit „Schmerzerfassung und Schmerzbehandlung bei Demenz: Herausforderungen und Strategien aus Sicht von Physiotherapeut:innen und Angehörigen - eine qualitative Analyse“ erhielt. Demenz erschwert nicht nur die Schmerzerfassung und -bewertung, sie ist auch ein Risikofaktor für Schmerzen. Die Arbeit von Katja Mattes untersucht die Erfahrungen von Expert*innen zur Schmerzerfassung bei Menschen mit Demenz und verminderter Kommunikationsfähigkeit. Sie schließt mit gestuften Praxisempfehlungen sowie einem klaren Votum für interdisziplinäre Zusammenarbeit ab. Die Arbeit wurde von HFU-Professorin Dr. Angela Dieterich und Kathrin Betting betreut.
Die Preise wurden im Rahmen des Tags der Wissenschaft Anfang Juli an der Hochschule 21 in Buxtehude verliehen. Die doppelte Auszeichnung unterstreicht die hohe Qualität der physiotherapeutischen Ausbildung und Forschung am Studienzentrum Freiburg der Hochschule Furtwangen sowie das große Engagement der Studierenden, ihrer Betreuenden und der beteiligten Forschungspartner.