Die Mitglieder des Landesnetzwerks für Klimaschutz an Hochschulen ließen sich bei einem Rundgang am Campus Furtwangen die Pläne für den "Green Campus" vorstellen.
Landesnetzwerk und Ministerium tagen am Campus Furtwangen
Anfang Juni besuchte das Landesnetzwerk Klimaschutz der Hochschulen in Baden-Württemberg die Hochschule Furtwangen zu einer Dienstbesprechung. Das Netzwerk trifft sich regelmäßig an wechselnden Hochschulstandorten. In Baden-Württemberg wurden (angelehnt an die neun Bauamtsbezirke der Ämter für Vermögen und Bau) neun Cluster-Klimaschutzmanagerinnen und -manager eingesetzt, die den Klimaschutz an den die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften, Pädagogische Hochschulen, Kunst- und Musikhochschulen sowie die Dualen Hochschulen koordinieren und stärken. An der HFU ist hierfür Dr. Sandy-Cheril Manton zuständig, die in diesem Sinne auch die Musikhochschule Trossingen und die Hochschule Konstanz sowie die DHBW am Standort Schwenningen betreut. Gemeinsam beraten die Klimaschutz-Managerinnen und -Manager die Energie- und Klimaschutzkonzepte der Hochschulen, die gemäß den Vorgaben der Landesregierung den Weg zur Klimaneutralität bis 2030 beschreiben.
Bei der Tagung am Campus Furtwangen war das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) war durch die Ministerialräte Eva Bühler und Heinz Hoyer, stellvertretender Abteilungsleiter im Referat Bauangelegenheiten, vertreten. HFU-Professor Dr. Ulrich Gloistein, Rektoratsbeauftragter für Klimaschutz, begrüßte die Gäste herzlich an der HFU. Hendrik Mielke, stellvertretender Kanzler und Leiter des Technischen Dienstes, gab Einblicke in die Hochschulstruktur, die Kompetenzfelder der HFU und zentrale Eckdaten zur Entwicklung des Standorts. Er zeigte, wie sich der Transformationsprozess der Hochschule in neuen Strukturen niederschlägt – unter anderem in den Bereichen Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Forschung und Transfer sowie Internationalität.
HFU-Klimaschutzmanager Nico Eisenkrämer stellte dem Netzwerk das neue Energie- und Klimaschutzkonzept der HFU vor und berichtete von den laufenden Audits zur EMAS-Zertifizierung. Dabei wurde deutlich, dass die Hochschule trotz geplanter Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgase die angestrebte Klimaneutralität bis 2030 nur schwer erreichen kann und deshalb intensiv an weiteren Strategien arbeitet.
Ein besonderes Highlight war ein Rundgang über den Campus mit Prof. Dr. Achim Karduck, Nachhaltigkeitsbeauftragter der HFU. Er präsentierte den Plan „Green Campus Umgestaltung – Weg vom Parkplatz Campus“ und zeigte, wie das Campusareal künftig grüner und lebensfreundlicher gestaltet werden könnte. Die innovativen Ideen fanden bei den Teilnehmenden großen Anklang. Viele der Gäste kündigten an, Furtwangen und den Schwarzwald bald wieder zu besuchen.
Jana Hoffmann, Leitung der Stabsstelle Klimaschutz beim Amt für Vermögen und Bau Konstanz, berichtete dem Netzwerkteam von bereits umgesetzten energetischen Sanierungsmaßnahmen an der HFU und stellte die Neubaupläne für die Mensa sowie die Wärmetransformation am Standort Furtwangen vor. Ergänzend dazu erläuterte ihr Kollege Ralf Bernhard, Architekt bei Vermögen und Bau Konstanz, die aktuellen Planungsphasen der laufenden Bauprojekte.
Ministerialrat Heinz Hoyer bedankte sich für die ausführlichen Informationen der Hochschule, die starke Präsenz der Hochschulleitung, das hohe Engagement in einer ländlichen Region mit den besonderen Herausforderungen eines Bildungsstandorts sowie für das umfangreiche Energie- und Klimaschutzkonzept. Er betonte, dass zwar noch einige Hürden zu nehmen seien, die HFU diese aber meistern werde. Zugleich informierte das MWK über aktuelle Umstrukturierungen im Ministerium und neue Richtlinien im Bereich Klimaschutz an Hochschulen. Das Ministerium bat ausdrücklich darum, die Klimaschutz-Managerinnen und -Manager vor Ort weiterhin zu unterstützen. Vorgestellt wurde außerdem die Broschüre „Campustransformation in der Praxis – Hochschulbau zukunftsfähig gestalten“, die den Hochschulen als Praxisimpuls zur Verfügung steht. Darüber hinaus bemüht sich das MWK auch in diesem und im kommenden Jahr um weitere Sondervermögen für die Hochschulen und fördert Projekte zum Ausbau der Zählerstruktur (EnMA), zur Implementierung von Computer-Aided-Facility-Management, Flächen- und Raumbuchungssystemen sowie klimaschutzrelevanten Sofortmaßnahmen.
Den Abschluss der Dienstbesprechung bildete eine interne Diskussion, in der Netzwerk-Mitglieder aus ihren Clustern berichteten, aktuelle Standortthemen einbrachten und sich für die Bedarfe der Hochschulen einsetzten.