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Gabentausch: Die andere Seite der Wirtschaft

Studium Generale Vortrag von Guido Sprenger

Warum können zwei Dinge getauscht werden? Man ist versucht zu sagen: Weil sie gleich viel wert sind. Dieses Prinzip beherrscht den Tausch von Waren und Geld. Es gibt jedoch noch andere Möglichkeiten. Im Gabentausch, in der – oft zeremoniellen – Übergabe wertvoller Objekte oder Dienstleistungen sind Dinge tauschbar, weil sie komplementäre Werte darstellen. Das hat eine Reihe von Folgen für die Tauschenden wie auch für die Gesellschaft insgesamt. Die Beziehungen werden stabiler, und ein größerer sozialer Horizont wird in den Tausch einbezogen.
Ein Beispiel sind die Gaben zwischen Anverwandten in Südostasien. Sie leisten weit mehr, als nur individuelle Bedürfnisse zu befriedigen. Daher ist es falsch, anzunehmen, eine Frau würde „gekauft“, wenn die Familie des Bräutigams für sie Brautgaben entrichtet. Durch solche Gabentauschzyklen werden vielmehr die Gesellschaft in ihrer Gesamtheit und ihre Beziehung zu Kosmos erneuert. Gilt das womöglich auch für westliche Gesellschaften?

Zur Person
Guido Sprenger ist Professor für Ethnologie an der Universität Heidelberg. Seit dem Jahr 2000 forscht er im Hochland von Laos zu ethnischen Minderheiten. Zu seinen Publikationen gehören „Die Männer, die den Geldbaum fällten“ (2006), „Animism in Southeast Asia“ (hrsg. mit Kaj Århem, 2016) und „Plural Ecologies in Southeast Asia“ (hrsg. mit Kristina Großmann 2018). Seine Forschungsinteressen umfassen Ritual, Austausch, Mensch-Umwelt-Beziehungen, Sozialstruktur und ethnische Identität.

Teilnahme Online

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