Prof. Ulrike Lindwedel, Prof. Dr. Peter König, Rektorin Dr. Alexandra Bormann und Institutsleiter Christophe Kunze.
An der Hochschule Furtwangen feiert das Institut Mensch, Technik und Teilhabe zehnjähriges Bestehen
Das Institut für Mensch, Technik und Teilhabe (IMTT) ist eins von 14 Forschungsinstituten an der Hochschule Furtwangen (HFU). Die Expertinnen und Experten forschen insbesondere auf dem Gebiet der Pflegewissenschaft und der Gesundheitstechnologien. Im Rahmen der Feierlichkeiten zum zehnjährigen Bestehen des Instituts bekamen die zahlreichen Gäste einen umfangreichen Einblick in das Thema.
„Das IMTT verbindet theoretische Forschung und berufliche Praxis auf besondere Art und Weise miteinander. Das ist unsere besondere Stärke als Hochschule für Angewandte Wissenschaft“, sagte HFU-Rektorin Dr. Alexandra Bormann bei der Eröffnung. „Besonders freut mich, dass das Institut neue Wege und Verbindungen für unser Schwerpunktthema Health and Technologies schafft“, so Bormann. Einen besonderen Dank richtete die Rektorin an Prof. Dr. Peter König, dessen Verabschiedung in den Ruhestand Teil der Veranstaltung war.
„Wir arbeiten seit zehn Jahren an der Schnittstelle zwischen Menschen, Technik und Gesellschaft. Unser Fokus auf Pflege und Teilhabe ist nur durch die enge Zusammenarbeit mit unseren Praxispartnern möglich, die gemeinsam mit uns an Lösungen zur Verbesserung der Versorgung arbeiten“, sagte Institutsleiter Prof. Dr. Christophe Kunze. Die Geschichte und Entwicklung der Pflegewissenschaft standen im Zentrum des Festvortrags von Prof. Dr. Cornelia Mahler von der Universität Tübingen. Sie betonte die Bedeutung, pflegerische Entscheidungen auf Basis wissenschaftlicher Begründungen treffen zu können.
Prof. Dr. Christophe Kunze führte die Anwesenden mit zahlreichen Bildern und Berichten durch zehn Jahre IMTT – von der herausfordernden Anfangszeit samt Baustelle des Future Care Labs bis heute, und zeigte an ausgewählten Projekten die Weiterentwicklung des Instituts auf. „Der partizipative Ansatz, also die Beteiligung von Betroffenen, war von Beginn an ein wichtiger Teil unserer Forschung, sozusagen unser Handwerkszeug. Heute ist dieser Ansatz selbst zum Forschungsgegenstand geworden und wir entwickeln neue Ideen, um unsere Forschung etwa mit Menschen mit Demenz partizipativ zu gestalten“, berichtete Kunze. „Ich bin stolz auf unsere rund 45 Projekte und über 175 Publikationen.“
Mit einer Antrittsvorlesung stellte sich anschließend Prof. Ulrike Lindwedel den Gästen vor. Sie hat an der HFU seit dem laufenden Sommersemester eine Professurvertretung in Pflegewissenschaft inne. „Ich gehe seit meiner Kindheit nicht ohne Buch aus dem Haus, deshalb möchte ich meine Haltung zu Pflegewissenschaft auch mit Büchern beschreiben“, erklärte Lindwedel. Mit Zitaten und Anekdoten zu den Büchern „Was man von hier aus sehen kann“, „Und alle so still“, „Babel“ und „Erdsee“ untermauerte Lindwedel ihre Einstellung: „Wichtig ist, dass wir neugierig bleiben. Aufmerksames Hinsehen, wirkliches Zuhören, zwischen Wissenschaft und Praxis übersetzen und sich eine bessere Zukunft vorzustellen, sind für mich entscheidende Bausteine, damit die Verbindung von Theorie und Praxis gelingt.“
Lindwedel tritt mit der Professur die Nachfolge von Prof. Dr. Peter König an. Als einer der Gründer des IMTT war König sowohl für den Aufbau des Instituts als auch für die baulichen Veränderungen maßgeblich verantwortlich. Mit zukunftsweisenden, auch internationalen Forschungsprojekten setzte er Maßstäbe in der Pflege-Forschung. „Nach 14 Jahren an der HFU endet jetzt ein sehr besonderer Lebensabschnitt für mich“, sagte König während der bewegenden Verabschiedung durch die Kolleginnen und Kollegen. „Im IMTT wird die pflegewissenschaftliche Disziplin mit sehr hohem Anspruch weiterentwickelt. Wobei, das Institut ist der formale Rahmen. Wichtig und besonders sind die Menschen darin.“