Mit HeartGate entwickeln Dr. Florian Meißner und Manuela Schön ein chirurgisches Implantationsset für Herzpumpen, das diesen Eingriff künftig ohne Herz-Lungen-Maschine ermöglichen soll. Foto: Klaus Polkowski
Berufsbegleitende Studierende der Hochschule Furtwangen entwickeln Implantationsset für Herzpumpen
Für Menschen mit schwerem Herzversagen ist eine mechanische Herzpumpe häufig die letzte Therapieoption. Die Implantation solcher Pumpen ist bislang jedoch hochinvasiv und erfordert den Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine. Mit HeartGate entwickeln Dr. Florian Meißner und Manuela Schön ein chirurgisches Implantationsset, das diesen Eingriff künftig ohne Herz-Lungen-Maschine ermöglichen soll. Die beiden arbeiten an der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie des Universitätsklinikums Freiburg und studieren berufsbegleitend an der HFU. Florian Meißner absolviert den Link öffnet sich im gleichen Fenster:MBA-Studiengang „Medical Devices and Healthcare Management“ und Manuela Schön den Link öffnet sich im gleichen Fenster:Masterstudiengang „Medizintechnik – Regulatory Affairs“.
Ziel von HeartGate ist es, die Implantation von Herzpumpen schneller, sicherer und auch für Betroffene mit erhöhtem OP-Risiko zugänglich zu machen. Die Entwicklung eines Medizinprodukts erfordert neben medizinischer und technischer Expertise auch Kenntnisse in Management, Zulassung und Finanzierung – Kompetenzen, die beide in ihren HFU-Studiengängen gezielt vertiefen.
Unterstützung erhielt das Team früh durch die HFU-Gründungsberatung Link öffnet sich im gleichen Fenster:startUPcampus und das Gründungsbüro der Universität Freiburg. Einen wichtigen Impuls lieferte Anfang 2025 das Förderprogramm KickStart@HFU, welches die Entwicklung und Testung neuer Prototypen im Rahmen präklinischer Studien ermöglichte. Es legte damit einen wichtigen Grundstein für die weitere Entwicklung, für den das Team sehr dankbar ist. „Der startUPcampus der HFU hat immer an unsere Idee geglaubt. Er hat uns nicht nur finanziell unterstützt, sondern auch sein wertvolles Netzwerk zu Unternehmen der Medizintechnik, insbesondere in Tuttlingen, zur Verfügung gestellt“, so Meißner.
Mit diesem Netzwerk aus Wissenschaft und Industrie an seiner Seite konnte HeartGate zahlreiche Erfolge erzielen. Das Team gewann den mit 25.000 Euro dotierten 1. Platz beim bundesweiten Businessplan-Wettbewerb Science4Life und setzte sich dabei gegen 93 andere Start-ups durch. Darüber hinaus erhielt HeartGate den Publikumspreis bei der von der HFU mitorganisierten Innovation Night #7 in Rottweil sowie den Jury-Preis beim arise Demo Day des BadenCampus Accelerators.
Ein besonderer Meilenstein war die Zusage des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) für eine Förderung im Rahmen des Programms GO-Bio next. In den kommenden drei Jahren wird die Entwicklung von HeartGate mit über vier Millionen Euro unterstützt. Die Förderung ermöglicht den Ausbau des Teams, die präklinische Validierung sowie die Vorbereitung der klinischen Studie.
Bis zur endgültigen Zulassung als Medizinprodukt liegt noch ein weiter Weg vor dem Team. Unterstützt durch den startUPcampus konnten schon wichtige Meilensteine erreicht werden. Prof. Dr. Martin Haimerl, wissenschaftlicher Direktor des Link öffnet sich im gleichen Fenster:Innovations- und Forschungs-Centrums Tuttlingen der Hochschule Furtwangen, sieht in der Zusammenarbeit einen großen Gewinn für beide Seiten: „Wir freuen uns, einen so wertvollen Ansatz im Bereich der Herzchirurgie unterstützen zu können. Es macht viel Freude, diesen sehr erfolgreichen Werdegang zweier so engagierter und innovativ denkender Menschen mit erleben zu dürfen.“