Bildquelle: Schimmelreiter Team - Fotograf Alexander Kettler
Studierende der Hochschule Furtwangen setzen eigenes Filmprojekt „Schimmelreiter Kapitel Eins“ um
Ein nebliger und grauer Oktobermorgen. Bei einem Blick aus dem Fenster kam Kurt Richard Pätzold, der an der Hochschule Furtwangen (HFU) Medienkonzeption (MKB) studiert, die Inspiration für ein besonderes Projekt: „Ich wollte diese Atmosphäre für einen düsteren Film nutzen“. Mit seiner Kommilitonin Amelie Boehm wälzte Pätzold daraufhin Legendenbücher und suchte nach der passenden Geschichte. „In vielen Sagen aus Furtwangen und Vöhrenbach tauchte ein ‚kopfloser Reiter‘ auf. Den fanden wir faszinierend. Konkret basiert unser Film auf der Geschichte vom Schimmelreiter aus Hammereisenbach“, erinnert sich Pätzold. „Das berühmte Werk gleichen Namens von Theodor Storm war uns natürlich bewusst. Wir haben uns dann gedacht, dass wir von dessen Bekanntheit profitieren können.“ Die beiden Kommilitonen Sami Bouguila und Amin Lakhal aus MKB konnten ebenfalls für das Projekt begeistert werden.
Zusammen überlegten sich die vier die Story und schrieben das Drehbuch. „Die Dialoge habe ich gemeinsam mit meiner Oma überarbeitet. Sie hat Germanistik studiert und konnte dabei helfen, dass unsere Gespräche authentisch klingen“, berichtet Boehm. Als Nächstes wurden passende Schauspielerinnen und Schauspieler gecastet und gleichzeitig Locations gesucht. „Das Filmbudget haben wir über Sponsoren und eine GoFundMe-Kampagne zusammenbekommen. Leider mussten wir unsere ursprüngliche Drehbuch-Fassung auf die Hälfte kürzen, weil unser Budget sonst nicht gereicht hätte. Daher ist es nur der Schimmelreiter Kapitel Eins“, sagt Pätzold.
Einen Teil des Filmequipments und Lagerplatz stellte die HFU zur Verfügung, den Rest der Ausrüstung lieh sich die Gruppe von Rentals in Stuttgart und Hildrizhausen. „Zwei Wochen vor Drehbeginn hat uns die Location für das Bauerndorf abgesagt. Das war Stress pur! Zum Glück haben wir mit der Bachritterburg in Kanzach dann noch Ersatz gefunden“, berichtet Pätzold. Die Crew bestand neben den Schauspielerinnen und Schauspielern an manchen Drehtagen aus bis zu 30 Mitgliedern, darunter neben Freunden auch viele weitere Studierende. Gedreht wurde insgesamt sieben Tage auf der Burg und am Günterfelsen in Furtwangen. Vom ideengebenden Oktobermorgen bis zum Drehbeginn dauerte es ungefähr ein Jahr.
„Der Schnitt, die Nachbearbeitung von Ton und Bild, die Effekte – das zusammen hat nochmal ungefähr sechs Monate gedauert. Die interne Premiere haben wir Ende April in der Hochschule gefeiert“, freut sich Pätzold. Die Gruppe hat den 13-minütigen Film auch bei verschiedenen Filmfestivals eingereicht. „Wir haben die erste Zusage vom Berlin Short Film Festival bekommen, das am 16. und 17. Juli stattfindet“, sagt Boehm. Pätzold ergänzt: „Mit genug Unterstützung würden wir gerne noch den zweiten Teil umsetzen. Da wird es nochmal so richtig spannend!“
Den Trailer zum „Schimmelreiter – Eine Sage aus dem Schwarzwald“ finden alle Interessierten hier: www.youtube.com/watch. Der gesamte Film wird nach der Premiere auf den Filmfestspielen veröffentlicht. Mehr über das Projekt und die Möglichkeit zur Unterstützung auf: Externer Link wird in neuem Fenster geöffnet:https://kurzfilm-schimmelreiter.de/