Prof. Dr. Christoph Reich im Serverraum der HFU Fotograf: Bernd Müller
Blockchain-Technologie an der Hochschule Furtwangen macht industrielle digitale Zwillinge sicherer
In der Industrie gibt es inzwischen viele Maschinen zweimal: Einmal als physisches Gerät und einmal als digitales Abbild – den sogenannten digitalen Zwilling. An der Hochschule Furtwangen (HFU) beschäftigt sich das Forschungsprojekt „Block DT“ damit, die digitalen Zwillinge sicherer und nachhaltiger zu machen.
Der digitale Zwilling einer Maschine beinhaltet beispielsweise Daten zu Modellen, Funktionsbeschreibungen und zusätzlich im Projekt Parameter zur Berechnung der CO2-Emission. Auf Basis dieser Werte lassen sich Wartungen an der realen Maschine besser planen, Ausfälle vermeiden und Prozesse optimieren. Für Unternehmen sind digitale Zwillinge also von großem Nutzen, dazu muss aber sichergestellt sein, dass Daten nicht manipuliert oder anderweitig verfälscht wurden.
Hier setzt das Projekt „Block DT“ an. Ziel ist es einen digitalen Pass zu entwickeln, der eine Maschine dauerhaft mit ihrem digitalen Zwilling verknüpft und so wichtige Daten über den gesamten Lebenszyklus absichert. Einige zentrale Informationen im Maschinen-Pass sind die eindeutige Kennung, ein digitales Typenschild, technische Spezifikationen, die Wartungshistorie sowie softwarebezogene Angaben.
Blockchain als Vertrauensbasis
Um die im digitalen Pass enthaltenen Daten zu schützen, nutzt das Team von Block-DT die „Ethereum-Blockchain“. Eine Blockchain ist eine digitale Datenbank. Deren Besonderheit besteht darin, dass sie nicht auf einem einzelnen Server liegt, sondern gleichzeitig auf tausenden Rechnern weltweit. Jede neue Information wird als „Block“ der Kette von vorhandenen Einträgen angehängt. Einmal gespeicherte Daten können so nicht manipuliert werden. Das Modell von Ethereum baut auf dieser Technologie auf und erweitert sie um sogenannte Smart Contracts. Das sind automatisierte Programme, die manuelle Eingriffe ersetzen und damit auch das Risiko für Manipulation und Fehler reduzieren.
„Der digitale Maschinen-Pass auf Ethereum-Blockchain-Basis bietet ein sicheres und transparentes Mittel zur Verwaltung von Daten und CO2-Emissionen. Der neue Ansatz stärkt das Vertrauen in den unternehmensübergreifenden Datenaustausch, verbessert die Rückverfolgbarkeit und unterstützt im Projekt Block DT zusätzlich die transparente Berechnung von CO2-bezogenen Anwendungen“, sagt Prof. Dr. Christoph Reich, Projektleiter und Prorektor für Forschen und Nachhaltigkeit an der HFU.
Das Projekt „Block DT“ wird von der Baden-Württemberg Stiftung noch bis November 2026 gefördert.
Weitere Infos zum Projekt gibt es auf der Seite der Hochschule Furtwangen: Link öffnet sich im gleichen Fenster:https://hfu.li/cdvb