Podiumsdiskussion mit HFU-Rektorin Dr. Alexandra Bormann, DHBW-Rektor Prof. Dr.-Ing. Lars Meierling, Henriette Stanley und Adina Florentina Badea (von links).
Hochschule Furtwangen veranstaltet Workshop „Transkultureller Campus“
Die Hochschule Furtwangen (HFU) ist eine besonders internationale Hochschule – rund jede bzw. jeder achte der Studierenden hat die Hochschulzugangsberechtigung im Ausland erworben. Besonders viele „Internationals“ sind am Campus in Schwenningen eingeschrieben, der deshalb auch „International Campus“ der HFU heißt. Was aber benötigen internationale Studierende, um sich an einer Hochschule und in ihrem Umfeld wirklich zu verwurzeln, um von ihr als „Heimat“ zu profitieren? Dieser Frage ging beim Workshop „Transkultureller Campus“ eine bunt gemischte Teilnehmendengruppe auf den Grund: Neben Rektoratsmitgliedern der Hochschule nahmen auch Professorinnen, Professoren, Mitarbeitende und selbstverständlich internationale Studierende teil; außerdem Gäste aus Unternehmen, Einrichtungen, Kirchen und von der benachbarten Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW).
„Transkultureller Campus bedeutet, dass wir hier ein Reallabor aufbauen wollen, in dem wir ausprobieren können, wie das gemeinsame Wachsen auch für eine Gesellschaft funktionieren könnte“, kündigte HFU-Rektorin Dr. Alexandra Bormann bei der Begrüßung an. Gemeinsame Entwicklung bedeute, Vielfalt und Unterschiede anzuerkennen und sich darauf einzulassen, so Bormann. Mit verschiedenen kulturellen Hintergründen nicht nur gut nebeneinander zu leben, sondern gemeinsam etwas Neues entstehen zu lassen – das ist das Ziel für das neue Campuskonzept.
Prof. Dr. Ulrike Salat, Prorektorin für Zusammenarbeit und Gesellschaft, und Prof. Dr. Julika Baumann Montecinos hatten mit dem Team des Projekts „HFU Cares“, das gezielt internationale Studierende an der HFU unterstützt und auf Grundlage studentischer Projekte ein vielfältiges Programm arrangiert, um die Teilnehmenden in den Austausch zu bringen. An vier Thementischen ging es in wechselnder Besetzung darum, gemeinsame Ideen zu entwickeln. Während beim Schwerpunkt „Studierendenservices“ unter anderem über einen allgemeinen „International Counter“ nachgedacht wurde, also eine zentrale Anlaufstelle für alle Fragen des akademischen, aber auch des täglichen Lebens, ging es bei „Campusgestaltung“ um physische Lern- und Begegnungsräume und zum Beispiel deren mögliche Beschilderungen. Für „Externe Stakeholder“ wurde ermittelt, dass eine Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Stiftung „Wissenschaftsnachwuchs“ großes Potenzial habe, außerdem wurden Ideen zur besseren Vernetzung diskutiert. Und unter der Überschrift „Campusleben“ kamen ein gemeinsamer (Nutz-)Garten ins Spiel und Sportmöglichkeiten, die zur Community-Bildung beitragen könnten. „Besonders interessant war der Gedanke, auch Räume jenseits des Campus gezielt einzubeziehen – der transkulturelle Campus ist ein nach außen in hohem Maße vernetzter, über sich selbst hinausweisender Campus“, resümierte HFU-Kanzler Andreas Friedrich.
Überhaupt wurde von den Workshop-Teilnehmenden weit über die HFU hinaus gedacht – ob zum Thema Einbindung von Gastfamilien aus Schwenningen für die Internationals, beim Gedankenspiel um ein studentisches Café, bei Festivals, die auch für Bürgerinnen und Bürger attraktiv sein sollen, oder bei der Schaffung von Kontaktpunkten zu den örtlichen Vereinen und Unternehmen.
Vier große Stellwände voller Ideen ergab das lebhafte Format des Workshops. Vor dieser eindrucksvollen Sammlung tauschten sich zum Abschluss in einer Podiumsdiskussion HFU-Rektorin Dr. Alexandra Bormann, DHBW-Rektor Prof. Dr.-Ing. Lars Meierling, Henriette Stanley, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Schwarzwald-Baar-Heuberg, und Studentin Adina Florentina Badea aus Rumänien aus. Dabei wurde deutlich, dass für Internationals große Herausforderungen auch nach der Hochschulzeit bestehen, zum Beispiel aufgrund von Sprachbarrieren und der gegenwärtigen Wirtschaftslage.
Ganz pragmatisch formulierte die Runde aber bereits die ersten Kooperationspläne aus den Ergebnissen des Tages: Meierling und Bormann wollen unkompliziert und schnell realisierbare Projekte wie die vorgeschlagene zentrale Anlaufstelle zeitnah gemeinsam für beide Hochschulen umsetzen. Bis zur Fortsetzung des Workshops im Juli sollen bereits erste konkrete Maßnahmen anlaufen.