23.04.2026

Von Gesellschaftsnormen und Kulturkampf

zu Aktuelles
Symbolbild: Dunkle Umgebung mit einer angestrahlten Bühne auf der Schauspielerinnen und Schauspielern stehen. Im Vordergrund sitzt eine Person mit dem Rücken zur Kamera

Das Ensemble während der Probe

Theaterreferat der Hochschule Furtwangen spielt „Kalter Weißer Mann“

Abgesehen von der Bühne liegt die Aula der Hochschule Furtwangen (HFU) an diesem Wochenende weitgehend im Dunkeln. Hier probt das Theaterreferat unter der Leitung von Prof. Jirka Dell’Oro-Friedl ihr neues Stück. „Kalter Weißer Mann“. Die Studierenden stehen mit Textbüchern in der Kulisse, eine Urne wird eine tragende Rolle spielen: In der Komödie geht es um die Beisetzungsfeierlichkeiten zu Ehren des Firmenchefs Gernot Steinfels. Organisiert werden diese von seinem „60 Jahre jungen“ Nachfolger. Durch eine ungeschickte Formulierung in der Einladung entbrennt kurz vor der Zeremonie eine hitzige Debatte zwischen dem neuen Chef und seinen Angestellten.

Auf der Probebühne wird an einzelnen Gesten und Formulierungen gefeilt. Wer steht wann auf? Wer läuft wohin? Das Team lernt, Dynamik umzusetzen, die nicht hektisch wirkt.  Ein unbewusstes Streichen durch den Bart wird zum Teil des Charakters. Auch wenn einige Kostüme noch provisorisch sind, wirken die Figuren schon lebensecht. In der aktuellen Szene tauscht der neue „alte weiße Mann“ an der Spitze, gespielt von Max Duczmal, mit seiner Belegschaft scharfzüngige Dialoge aus. Es geht um Normen der Gesellschaft, Models, die im Winter Erdbeeren essen, und Spitzenunterwäsche. Unfreiwillig mittendrin ist Ralf Speer als verzweifelter Pfarrer, der versucht die Wogen zu glätten und sich Gehör zu verschaffen.

Das Theaterreferat der HFU probt am aktuellen Stück schon seit November und besteht aktuell aus acht Personen. Ziel ist es regelmäßig ein neues Stück umzusetzen, zuletzt waren das „How to be human“ und „Antigone“ die mit großem Applaus aufgenommen wurden. 

Auf der Bühne wird der stürmische Abgang geprobt. Einige Darstellerinnen und Darsteller hadern noch mit dem Text, was für einige Lacher sorgt. Jirka Dell’Oro-Friedl sitzt mit offenem Skript der Bühne gegenüber und behält den Überblick im beabsichtigten Chaos des Stücks. „Im Stück entbrennt ein Kulturkampf der zeigt, dass der Umgang der Geschlechter komplizierter wird und der Graben zwischen Boomern und den Generationen X, Y und Z vielleicht tiefer ist als gedacht“

Theaterfans jeden Alters sind herzlich zu den drei Aufführungen eingeladen. Das Referat freut sich über Spenden. Die Premiere des Stücks „Kalter Weißer Mann“ beginnt am Samstag, 9. Mai, um 19 Uhr in der Aula der HFU (Robert-Gerwig-Platz 1). Weitere Aufführungen finden am Montag, 11. Mai und Dienstag 12. Mai, statt.

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