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Organisch-chemischen Molekülen auf der Spur

Neues NMR-Spektroskop für Chemielabor der Fakultät Medical and Life Sciences

Organisch-chemischen Molekülen auf der Spur (I20629)

Professor Dr. Magnus Schmidt im Chemielabor am NMR-Spektroskop

Ein neues NMR-Gerät ist ins Chemielabor der Fakultät Medical and Life Sciences eingezogen. Professor Dr. Magnus Schmidt und Professor Dr. Hans-Peter Deigner konnten es von Professor Dr. Stefan Laufer vom Pharmazeutischen Institut der Eberhard-Karls-Universität Tübingen übernehmen.

Die NMR-Spektroskopie ist eine zentrale Methode der instrumentellen chemischen Analytik. Das Kürzel „NMR“ steht hierbei für „nuclear magnetic resonance“ (kernmagnetische Resonanz). Mit deren Hilfe wird die Struktur organisch-chemischer Verbindungen untersucht und die Reinheit dieser Stoffe ermittelt. Dafür wird das Gerät aktuell bereits eingesetzt und liefert Daten, mit denen die Produkte chemisch-synthetischer Arbeiten aus verschiedenen Forschungsprojekten identifiziert und die Struktur der betreffenden Moleküle aufgeklärt werden.

Parallel dazu werden im Rahmen einer Studienarbeit mit dem NMR-Gerät Aminosäuren quantifiziert und ihr Verhalten unter Extrembedingungen wie sehr hohem oder sehr niedrigem pH-Wert analysiert. Erste Daten weisen darauf hin, dass bestimmte Aminosäuren sich im extrem sauren oder basischen Milieu chemisch verändern – ein guter Angriffspunkt für weitere Studien.

Außerdem soll in einem Gemeinschaftsprojekt von Chemie und Technikum ein pharmazeutischer Beispielprozess etabliert werden. Dazu wird das Antimykotikum Natamycin im Bioreaktor von Bakterien (Streptomyces natalensis) produziert und mittels NMR-Spektroskopie qualitativ und quantitativ nachgewiesen. Auch andere für Bioprozesse relevante Analyten wie Glucose, Ethanol sowie diverse Substrate und Produkte könnten künftig mit dem NMR-Gerät bestimmt werden.

So stellt das NMR-Spektroskop schon jetzt eine Bereicherung für die Forschung dar und wird sicherlich in Zukunft Verwendung bei zahlreichen Studien- und Thesisarbeiten verschiedener Studiengänge der Fakultät Medical and Life Sciences finden. In der Lehre wird es selbstverständlich ebenfalls zum Einsatz kommen: Die Studierenden des Bachelorstudienganges Angewandte Biologie dürfen demnächst im Rahmen von Praktika daran Erfahrungen in moderner Analysetechnik sammeln.