09.03.2026

Wenn der OP-Tisch mit der Deckenleuchte spricht

zu Aktuelles
Symbolbild: Ein vernetzter Operationssaal

Forschungs-OP der Hochschule Reutlingen

Kooperationsprojekt zur Förderung neuer Ideen

Ein vielversprechendes Konzept zur Unterstützung von OP-Personal sind intelligente, vernetzte Operationssäle. Dabei tauschen medizinische Geräte untereinander Daten aus und haben Zugriff auf Informationen von Sensoren oder Datenbanken. 

Das Projekt „Digitale Integration und Innovation in der Chirurgie“ (DIIC) schafft Raum für die Entwicklung und Demonstration innovativer Lösungen für den chirurgischen Operationssaal. Der Transfer des gewonnenen Wissens in die (klinische) Praxis ist ebenfalls ein Projektziel. „DIIC dient dazu, die intelligente Vernetzung von Geräten im OP-Saal zu einem neuen Standard zu machen und damit echte Mehrwerte für das Gesundheitssystem zu schaffen“, erklärt Projektleiter Link öffnet sich im gleichen Fenster:Prof. Dr. Martin Haimerl.

Das Projekt wird in Kooperation mit der Hochschule Reutlingen, dem Uniklinikum Tübingen und dem BioMedTech e.V. umgesetzt. Es ist eine von 20 „DATIpilot Innovation Communities“, die vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert werden. In der Innovation Community sind drei zentrale Fachbereiche eingerichtet: Regulatorik, MMI und KI, geleitet von unserer Hochschule, Integration & Intelligenter OP, geleitet von der Hochschule Reutlingen und Klinische Translation unter der Leitung des Uniklinikums Tübingen. 

Die DIIC Innovation Community hat inzwischen über 100 Mitglieder, zu denen alle namenhaften akademischen Einrichtungen in Deutschland gehören, die in diesem Bereich Vorreiter sind. Weitere Mitglieder kommen aus Unternehmen und Kliniken. Mit rund vier Millionen Euro sollen thematisch passende Projekte innerhalb der Community gefördert werden. Über die Vergabe der Fördermittel entscheiden die Mitglieder der Community und eine Expertenjury bei einem Auswahlevent mit Pitches der Projektideen. Die Projekte mit den besten Bewertungen erhalten dann eine Förderempfehlung. „Hier betritt das BMFTR wirklich Neuland in Bezug auf die Vergabe von Förderprojekten“, erläutert Haimerl. „Manches dabei scheint sich das BMFTR aber auch von der erfolgreichen Umsetzung des Link öffnet sich im gleichen Fenster:CoHMed-Projekts abgeschaut zu haben, das die HFU im Rahmen des FH-Impuls-Programms erhalten hatte und das ähnliche Wege gegangen ist. Gute Konzepte scheinen sich als wirkungsvolle Impulse für unsere Förderlandschaft zu etablieren.“ 

Das erste Auswahlevent für Projekte fand großen Anklang. An zwei der vier für die Förderung empfohlenen Projekten ist unsere Hochschule beteiligt: „OHyO – Etablierung eines offenen Video-over-IP OP-Videomanagements in Hybrid-OP-Anwendungen“ und „openOR – Administrations-Backend für vernetzte OP-Säle“. Die Projekte sind noch in der Genehmigungsphase und sollen im April starten. Aktuell läuft bereits die zweite Auswahlrunde und Anfang April startet der dritte und letzte Förderaufruf. 

Das Community-Projekt „Transferlabor für Forschung und Translation“ wurde direkt mit dem initialen Antrag durch das BMFTR genehmigt. Im Projekt soll eine Testumgebung für die Entwicklung von vernetzten Medizingeräten entstehen. Die Umsetzung erfolgt im Forschungs-OP der Hochschule Reutlingen in Kooperation mit unserer Hochschule und dem Uniklinikum Tübingen. Eine Besonderheit besteht darin, dass in das Netzwerk nicht nur reale, sondern auch simulierte Geräte eingebunden werden können. Für spätere Tests lassen sich so einfach und schnell unterschiedliche Konfigurationen und Gerätekombinationen abbilden. Es soll sogar möglich sein, virtuell Fehlfunktionen oder menschliche Fehler im laufenden Betrieb abzubilden. 

Informationen zu den Community-Projekten, dem Einreichen einer Projektskizze und ein Ausblick auf weitere Aktivitäten sind auf der Externer Link wird in neuem Fenster geöffnet:DIIC-Projektseite zu finden. 

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