20.03.2026

Schnellere Diagnose durch Mikrobiome

zu Aktuelles
Prof. Dr. Markus Egert

Prof. Dr. Markus Egert

Neues Forschungsprojekt zu Endometriose

Endometriose ist eine der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen bei Mädchen und Frauen. Die Betroffenen haben gutartige Wucherungen aus gebärmutterschleimhautartigem Gewebe. Dieses wächst außerhalb der Gebärmutterhöhle meist in benachbarten Organen und Geweben. Zwischen den ersten Symptomen von Endometriose und dem Stellen der Diagnose vergehen durchschnittlich zwischen drei und elf Jahre. Etwa 50 Prozent der betroffenen Frauen haben in dieser Zeit fünf oder mehr Ärzte aufgesucht.

Das neue Forschungsprojekt „Mikrobiom- und Metabolom-basierte Endometriose Diagnostik“ (MiMEndo) an der HFU widmet sich deshalb genau dieser Thematik. Im Projektverlauf soll das Vaginal- und Darmmikrobiom von pathologisch gut charakterisierten Endometriosepatientinnen erstmals umfassend strukturell und funktionell – also Genexpression, Stoffwechselprofile, Interaktion mit dem Darm und dessen intrinsischem, enterischem Nervensystem – charakterisiert werden. Die Ursachen für die Entstehung der Endometriose und insbesondere die Interaktion zum Verdauungstrakt und den damit verbundenen Beschwerden wie Schmerzen oder Verstopfung sind unklar.

Die Struktur und Funktion des Mikrobioms – also aller Organismen, die einen gesunden Menschen besiedeln, zusammen mit ihren Genen und Stoffwechselprodukten – stehen mit vielen Gesundheits- und Krankheitszuständen in Zusammenhang. Für die Diagnostik und die Therapie kann ein von Krankheit verändertes (dysbiotisches) Mikrobiom von Nutzen sein. 

Durch die Untersuchungen der Mikrobiome im Rahmen des Projekts soll eine Grundlage geschaffen werden, Endometriose schneller und eindeutiger als bisher zu diagnostizieren und Ansatzpunkte für neue, zum Beispiel probiotische Therapien zu finden. Bisher erfolgt die Diagnose häufig über Bauchspiegelung. 

MiMEndo ist ein Kooperationsprojekt unter der Leitung von Link öffnet sich im gleichen Fenster:HFU-Professor Dr. Markus Egert in Zusammenarbeit mit der Hochschule Kaiserslautern, dem Institut für Mikroökologie in Herborn und zwei Endometriosekliniken aus Bayern und Nordrhein-Westfalen. Es wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt seit dem 1. Februar 2026 im Rahmen der Förderline HAW Forschungspraxis mit mehr als 1,65 Millionen Euro für drei Jahre gefördert (FKZ 13HAW04PA4).

zum Seitenanfang springen