17.02.2026

„Unsere Vielfalt ist unser größter Schatz“

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Drei Personen vor einem Schullogo in einer Eingangshalle

Prorektorin Prof. Dr. Ulrike Salat war für die Hochschule Furtwangen in Chile, Argentinien und Uruguay unterwegs. Ziel des Netzwerkaufbaus ist es, mehr internationale Studierende auch aus Südamerika für die HFU zu gewinnen. Bilder: HFU

Internationalisierungsstrategie an der Hochschule Furtwangen nimmt Südamerika in den Fokus

Prof. Dr. Ulrike Salat, Prorektorin für Zusammenarbeit und Gesellschaft an der Hochschule Furtwangen (HFU), hat Ende vergangenen Jahres mehrere Wochen Südamerika bereist. Wir haben nachgefragt, warum Kooperationen gerade mit diesem Kontinent so spannend sind für die HFU.

Frau Professorin Salat, was war das Ziel Ihrer Reise durch Südamerika?
Das Hauptziel der Reise war es, die Hochschule Furtwangen in Südamerika bekannter zu machen und den Kontakt zu internationalen Schulen, insbesondere deutschen und britischen Schulen, auszubauen. Uns geht es dabei nicht nur um mehr internationale Studierende insgesamt, sondern vor allem darum, die Vielfalt auf unserem Campus zu stärken. Wir möchten Studierende aus ganz unterschiedlichen Ländern und Kulturen gewinnen, um gemeinsam voneinander zu lernen.

Warum richtet sich der Blick der HFU gerade auf Südamerika?
Bisher kommen die meisten unserer internationalen Studierenden aus Südostasien, Indien, China und Pakistan. Studierende aus Südamerika sind hingegen kaum vertreten. Dabei kann uns gerade die kulturelle Vielfalt enorm bereichern. Deswegen haben wir gezielt Schulen in Chile, Argentinien und Uruguay besucht, um dort für ein Studium an der HFU zu werben und langfristige Netzwerke aufzubauen.

Welche Schulen haben Sie besucht und wie wurden Sie dort aufgenommen?
Ich habe insgesamt zwölf Schulen besucht, darunter acht deutsche und vier britische Schulen. Die Aufnahme war überall sehr herzlich. Besonders beeindruckt hat mich das große Interesse der Schulleitungen und Studienberater an einer Kooperation mit unserer Hochschule. In vielen Abschlussklassen durfte ich die HFU vorstellen und konnte zahlreiche Fragen beantworten.

Was macht die HFU für internationale Bewerberinnen und Bewerber besonders attraktiv?
Wir haben durch die neue hochschulindividuelle Zulassung und unser Pilotprojekt zur alternativen Hochschulzugangsberechtigung aktuell einen echten Vorteil: Schülerinnen und Schüler mit bestimmten Abschlüssen, wie etwa dem IB-Diplom oder nationalen Abschlüssen wie dem Bachillerato, können direkt an der HFU studieren über eine sogenannte hochschulindividuelle Zulassung. Diese Möglichkeiten machen wir gezielt in Südamerika bekannt.

Welche Hürden gibt es für südamerikanische Schülerinnen und Schüler, in Deutschland zu studieren?
Viele Jugendliche entscheiden sich nach dem Schulabschluss für ein Studium in den USA, Großbritannien oder Spanien, oft wegen der Sprache oder weil diese Länder näher liegen. Außerdem wirken die Zulassungsbedingungen an deutschen Hochschulen oft kompliziert. Wir möchten mit gezielter Information und Beratung helfen und so den Zugang erleichtern.

Gibt es schon konkrete Ergebnisse oder Pläne für die nächsten Schritte nach Ihrer Reise?
Ja, wir wurden zu Schulmessen eingeladen und planen gemeinsame Infoveranstaltungen sowie Werbevideos für interessierte Schülerinnen und Schüler. Der Aufbau eines stabilen Netzwerks mit den Schulen ist in vollem Gange. Wir möchten den Kontakt intensivieren und langfristig eine konstante Zahl südamerikanischer Studierender an der HFU etablieren.

Wie profitieren die Studierenden und die Hochschule von einer größeren internationalen Vielfalt?
Unsere Vielfalt ist unser größter Schatz. Eine internationale Gemeinschaft fördert den interkulturellen Austausch, neue Sichtweisen und innovative Ideen. Davon profitieren alle – sowohl die Studierenden, die sich in einem offenen Umfeld entwickeln können, als auch die Hochschule, die so attraktiver und zukunftsfähiger wird.

Was war die größte Herausforderung Ihrer Reise?
Einerseits war es herrlich, den Beginn des deutschen Winters mit dem argentinischen Frühling zu tauschen. Andererseits hat mich die Zeitverschiebung stark gefordert – viele Meetings an der HFU, an denen ich von Südamerika aus teilgenommen habe, fanden für mich mitten in der Nacht statt… 

Und Ihr persönliches Highlight?
Mich hat besonders die Offenheit und Neugier der Jugendlichen beeindruckt, aber auch das große Engagement der Schulleitungen und Studienberater. Und es gab auch viele, humorvolle Momente – nicht zuletzt, als ich Aufkleber der „The Länd“-Kampagne aus Baden-Württemberg sogar am Obelisken in Buenos Aires entdeckt habe.

 

Weitere Bilder

Prof. Ulrike Salat mit einem Schulleiter in einer Eingangshalle
Zwei Personen vor einem Schulgebäude
Zwei Personen vor dem Eingang einer Schule
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