Benutzung eines Terminals zum Bestellen von Fast Food Foto: Egert
Hochschule Furtwangen veröffentlicht Studie über Bakterien auf Bestellterminals in Fast Food Restaurants
Sie stehen mittlerweile in jedem Fast Food Restaurant: Bestellterminals, an denen man sein Essen über einen Touchscreen aussucht, bevor man es nur wenige Minuten später mit bloßen Händen genüsslich verspeist. Die Hochschule Furtwangen hat in einer neuen Studie erstmals untersucht, wie stark diese Bestellbildschirme mit Bakterien kontaminiert sind.
„Mich hat eine Freundin auf die Idee gebracht, solche Bildschirme mal näher zu untersuchen. Sie fand diese Dinger wohl ziemlich eklig,“ erläutert Studienleiter Prof. Dr. Markus Egert, der an der Hochschule Furtwangen am Campus Schwenningen Mikrobiologie und Hygiene lehrt. Schnell wurde klar: im Gegensatz zu vielen anderen Touchscreens und Oberflächen in Restaurants und anderswo war über die mikrobielle Belastung solcher Terminals bislang kaum etwas bekannt.
Für die Studie wurden Bestellterminals in drei Restaurants bekannter Fast Food Ketten im Umkreis von Villingen-Schwenningen im Sommer 2025 über mehrere Wochen mit sogenannten Abklatschtests untersucht, bei denen man Petrischalen mit Nährmedium wie einen Stempel auf die zu untersuchenden Oberflächen presst. Beprobt wurde zu Zeiten hoher und niedriger Kundenfrequenz. „Wir haben zwei verschiedene Nährmedien benutzt: eines für Fäkalbakterien und eines, auf dem fast alle Bakterien gut wachsen“, erklärt Egert.
Die gemessene Bakterienmenge lag zwischen 0,07 bis zu zwei Bakterien pro Quadratzentimeter Fläche. Zu Stoßzeiten war die Belastung bis zu 7,5-mal höher als zu Zeiten mit wenigen Besuchern. Insgesamt wurden 17 verschiedene Arten von Bakterien identifiziert, vor allem typische Hautbakterien wie Staphylokokken und Mikrokokken, darunter auch potentiell krankheitserregende Arten wie das Eiterbakterium Staphylococcus aureus. „Die gute Nachricht: es wurden in keiner von 30 Proben Fäkalbakterien nachgewiesen. Hier scheinen die Reinigungsmaßnahem des Personals gut zu greifen“, beruhigt Egert.
Insgesamt zeigte sich, dass die bakterielle Belastung der untersuchten Bestellbildschirme in derselben Größenordnung liegt wie andere Restaurantoberflächen ohne direkten Lebensmittelkontakt. „Allerdings gibt es eine Ausnahme. Eine Studie aus den USA berichtet von Keimzahlen von bis zu 100 Bakterien pro Quadratzentimeter für klassische Speisekarten. Hier schneiden die Bestellbildschirme also deutlich besser ab, wohl weil sie sehr glatt sind und regelmäßig desinfizierend gereinigt werden“, fasst Egert zusammen.
Wer sich trotzdem vor Bakterien auf Bestellbildschirmen gruselt und schützen will, sollte sich nach dem Bestellen und vor dem Essen gut die Hände waschen, besonders zu Stoßzeiten. Alternativ kann man den Bildschirm vor der Nutzung mit einem feuchten Reinigungstuch abwischen. Das reduziert die Keimzahl um 90 bis 99 Prozent.
Wie geht es weiter? „Wir würden sehr gerne mal Bestellbildschirme in höchst frequentierten Restaurants von Großstädten wie Berlin, Paris oder London untersuchen“, träumt Egert. Vielleicht liegen die hygienisch insgesamt doch recht positiven Ergebnisse auch daran, dass die untersuchten Restaurants weniger frequentiert sind als Restaurants in Ballungszentren.
Die neue Studie wurde durch ein Forscherteam der Hochschule Furtwangen erstellt. Erschienen ist sie in der Zeitschrift BMC Research Notes mit dem Titel „First order, then wash your hands: quantification and identification of bacteria on self-ordering touchscreens in fast food restaurants at times of high and low occupancy”. (Externer Link wird in neuem Fenster geöffnet:Link zum Artikel)