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IDEA – Migrantinnengeschichte partizipativ

Ein digitales Erinnerungsarchiv für Migrantinnen entsteht

IDEA steht für „Inklusives Digitales ErinnerungsArchiv“. Das Ziel ist Erfahrungen gesellschaftlich engagierter Migrantinnen darzustellen und sichtbar zu machen. Das Forschungsprojekt startete im Herbst 2019 in Kooperation mit der Katholischen Hochschule Freiburg. Bis 2022 wird es gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

IDEA richtet sich an Frauen mit Migrationserfahrungen aus ganz Deutschland und lädt sie dazu ein, Migrantinnengeschichte zu sammeln und zu veröffentlichen. Dafür werden „Oral History“-Interviews mit Migrantinnen geführt, die als aktive Bürgerinnen in der Öffentlichkeit mitwirk(t)en. Ihre Erfahrungen sollen gesehen, geteilt und überliefert werden. „Oral History“ ist eine Methode, die sich für die Geschichte einzelner Menschen interessiert, für ihre Lebenserfahrungen und autobiografischen Erinnerungen. Hierbei wird den Zeitzeuginnen ein offener Erzählraum angeboten. Sie können selbst bestimmen, worüber sie sprechen und was sie weitergeben wollen.

IDEA arbeitet partizipativ. Frauen mit eigenen oder familiären Migrationserfahrungen sammeln Oral History, als Zeitzeuginnen und als Interviewerinnen. Sie entscheiden, wen sie interviewen und ob sie ihre Geschichte erzählen wollen. Und sie verständigen sich auch darüber, in welchen Sprachen erzählt wird, denn mehrsprachige Interviews sind in IDEA ausdrücklich erwünscht.

IDEA archiviert die Tonaufnahmen der Interviews und zusätzliches Material der Zeitzeuginnen. Sie werden in einer Datenbank verzeichnet und auffindbar gemacht. Das Archiv wird Forschenden und Interessierten zur Verfügung stehen, auch über die Laufzeit des Projekts hinaus. Diese Aufgabe wird nach dem Projektende die Feministische Geschichtswerkstatt Freiburg e.V. übernehmen. Der Verein ist die Praxispartnerin von IDEA.

Die Erforschung der Potentiale digitaler Medien für die Vermittlung, Veröffentlichung und Archivierung von partizipativ angelegter Oral History ist eines der zentralen Ziele im Projekt IDEA. Die digitalen Medien wurden mit einer studentischen Projektgruppe der Fakultät Digitale Medien über zwei Semester erarbeitet.

In der ersten Phase des Projekts wurden Videotutorials und Leitfäden für die Migrantinnen erstellt. Wie läuft ein Oral History Interview ab und wie bereite ich mich vor? Wie kann ich ein Interview in guter Qualität mit meinem Smartphone aufzeichnen? Auf was muss ich bei der Handhabung eines Ansteckmikrofons achten?

Parallel dazu wurde die Projektwebsite www.herIDEA.de konzipiert und gestaltet, auf der Zeitzeuginnen und Interviewerinnen alle Informationen zu Oral History Interviews erhalten und erfahren, wie sie sich vernetzen können. In der kommenden Projektphase wird auf der Website das IDEA Migrarchiv mit Ausschnitten aus Interviews und zusätzlichem Bild- und Videomaterial entstehen. Denn ein wichtiges Ziel von IDEA ist es, die gesellschaftliche Wahrnehmung von Migrantinnen in Deutschland zu verändern. Viel zu selten stehen Migrantinnen als aktive Bürgerinnen in der Öffentlichkeit. Auf Facebook, Instagram und Youtube wird das Projekt fortwährend begleitet.

Weiterführende Links:

Website: www.herIDEA.de
Instagram: https://www.instagram.com/heridea.de/
Facebook: https://www.facebook.com/heridea.de

Kontakt:

Prof. Dr. Miguel A. Garcia, miguel.garcia@hs-furtwangen.de
Ada Rhode, Akademische Mitarbeiterin, ada.rhode@hs-furtwangen.de