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Mit Pseudozuckern gegen Bakterien

Forscher-Tandem auf der Suche nach neuen antimikrobiellen Wirkstoffen

Carbazucker-Derivate sind kleine Moleküle, die aus einfachen Basischemikalien synthetisiert werden können. Das klingt wenig spektakulär, jedoch weisen Carbazucker vielfach antimikrobielle Eigenschaften auf. Deswegen könnten sie zum Beispiel als Bausteine für größere Strukturen wie Polymere für antimikrobielle Oberflächen oder zahnmedizinische Anwendungen dienen. Aber sie besitzen auch großes Potenzial als eigenständige Wirkstoffe im Bereich der Entwicklung von Antibiotika oder generell pharmazeutischer Wirkstoffe.

Grund genug, sich diese Stoffe näher anzusehen, findet Professor Dr. Magnus Schmidt. Er ist seit Oktober 2019 an der Fakultät Medical and Life Sciences verantwortlich für die Lehre in Allgemeiner und Organischer Chemie. Gemeinsam mit Professor Dr. Hans-Peter Deigner hat er deshalb ein Gemeinschaftsprojekt ins Leben gerufen, das im Rahmen des „Forschungstandem 2020“-Programms des Instituts für Angewandte Forschung gefördert wird.

Professor Dr. Schmidt übernimmt dabei die Entwicklung und Erprobung von Synthesewegen für Carbazucker-Derivate. In der Arbeitsgruppe von Professor Dr. Deigner werden diese Moleküle dann auf ihre biologische Aktivität getestet. Insbesondere stehen dabei ihre antimikrobiellen Eigenschaften, etwa gegen multiresistente Erreger wie MRSA, im Mittelpunkt: Diese werden im Labor untersucht, um auf diese Weise die geeigneten Kandidaten für die weitere Entwicklung zu identifizieren.

Die Synthesearbeiten im Chemielabor sind bereits angelaufen. Während der Projektlaufzeit von einem Jahr sollen so die Grundlagen für ein neues Forschungsgebiet mit hohem Nutzen in der medizinischen Praxis gelegt werden.