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Wie die identitätslinke Läuterungsagenda die Meinungsfreiheit aushöhlt

Studium Generale Vortrag von Dr. Sandra Kostner

Meinungsfreiheit ist Zumutung, und das muss sie in einer liberal-demokratisch verfassten Gesellschaft auch sein. Nun ist es genau das dem Grundrecht auf Meinungsfreiheit innewohnende Zumutungspotenzial, das von Identitätslinken mit Argwohn betrachtet wird. Identitätslinke zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich politisch links verorten, aber statt soziale Gerechtigkeit für alle, nur noch Gerechtigkeit für Gruppen einfordern, die sie aufgrund eines Identitätsmerkmals – wie Geschlecht, Religionszugehörigkeit, ethnische Abstammung – pauschal als benachteiligt sehen. Da aus identitätslinker Sicht Sprache eine überragende Rolle dabei spielt, Realität zu erzeugen, versuchen sie die Sprache so zu „reformieren“, dass sie dem Abbau von Benachteiligungen dient. Im Idealfall soll über Sprache eine Form der Wiedergutmachung für historisches Unrecht erfolgen. Auf keinen Fall dürfen „Opfergruppen“ durch eine Meinungsäußerung eine emotionale Verletzung erfahren. Die Absichten sind also hehre, die Folgen für ein meinungsoffenes Diskursklima jedoch hochproblematisch.

Der Vortrag erläutert die Ursprünge und Ziele linker Identitätspolitik und zeichnet anhand von Beispielen nach, warum Identitätslinke gerade in den letzten Jahren auf eine Art und Weise agiert haben, die ein repressives Meinungsklima zur Folge hatten.

Zur Person
Sandra Kostner studierte Geschichte und Soziologie an der Universität Stuttgart und promovierte an der University of Sydney, wo sie auch als Lehrende tätig war. Seit 2010 ist sie Geschäftsführerin des Masterstudiengangs "Interkulturalität und Integration" an der PH Schwäbisch Gmünd. Ihre Forschungsschwerpunkte sind international vergleichende Migrations- und Integrationspolitik sowie Identitätspolitik. Zuletzt veröffentlichte sie den Debattenband "Identitätslinke Läuterungsagenda. Eine Debatte zu ihren Folgen für Migrationsgesellschaften".

 

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 (I17889)

Dr. Sandra Kostner